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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
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Mit Burkhard III. von Broich, dem ersten, der auch auf dem linken Rheinuferbegütert erscheint 1 ), stehen wir schon auf gesicherterem Boden, wir kennen seineGemahlin und seine Kinder. Mit Agnes, der Schwester Dietrichs von Isenberg-Limburg,war er vermählt. Als seine Söhne wurden genannt: Dietrich, Burkhard (IV.), Friedrich,Adolf und Walram, als Töchter Irmgard und Mechtild 2 ). Vermutlich sind diesen auchnoch Aleidis und Adele von Broich zuzuzählen, die im Jahre 1292 dem EssenerKapitel angehörten.' Adolf und Walram wurden Kleriker; der letztere wird mehrfach(12971314) als Pastor der Mülheimer Kirche erwähnt. Während Burkhard IV. undFriedrich nur einmal (1250) genannt werden und vermutlich früh gestorben sind,läßt sich der älteste, Dietrich (II.) urkundlich von 1250 bis 1310 nachweisen.

Burkhard III. scheint eine sehr angesehene Persönlichkeit gewesen zu sein.Manches weist darauf hin, daß er, wie es jene Zeit erheischte, ein streitbarer undgefürchteter Herr war. Wenn er im Jahr 1241 unter den Edlen erscheint, die fürden bergischen Grafen Heinrich von Limburg als Bürgen eintraten 8 ), so gibt dasschon einen Begriff von der Bedeutung des Mannes. Ein solcher Schwager mußtefür Dietrich von Isenberg bei dem Kampf um die Wiedergewinnung des beraubtenväterlichen Erbes hochwillkommen sein. Ohne Zweifel wird diese Heirat mit Agnesvon Isenberg für Burkhard auch nicht ohne territorialen Gewinn geblieben sein.Daß er auch auf dem linken Rheinufer und zwar bei Rommerskirchen und Sinstedensowie in Lützerath Besitzungen hatte, wurde schon erwähnt 4 ). Auch spricht eswohl für sein Ansehen, daß er seine Tochter Mechtild mit dem bekannten Burggrafenvon Kaiserswerth, Gernand, verheiraten konnte 5 ). Und so darf es uns nicht wundern,wenn er Fernerstehenden geradezu als Territorialherr galt. Einst hatte sich das Kapiteldes Stifts Essen beim Papst beklagt über allerhand Eingriffe und Schmälerung seinerRechte durch verschiedene Nachbarn, unter denen sich auch Burkhard befand. DerDechant von S. Gereon erhielt den Auftrag vom Papst, diese Klagen zu untersuchen.Doch gab ihm Alexander IV. strenge Weisung, dasLand" Burkhards nicht ohnebesonderes päpstliches Mandat mit Exkommunikation oder Interdikt zu belegen 8 ).Auf einen bedeutungslosen Edeln würde man in Rom schwerlich so viel Rücksichtgenommen haben. Aber in jener Zeit blutiger Fehden hätte es für das Stift Essenverderblich werden können, wenn ein gewalttätiger Nachbar durch kirchliche Zensurenunnötig gereizt worden wäre.

Ob es Dietrich II. gelungen ist, das Erbe des Vaters zu mehren, läßt sichnicht mehr erkennen. Ebensowenig wissen wir, ob wir Burkhard V., der zum erstenmal1329 genannt wird, als Dietrichs Sohn oder Enkel bezeichnen müssen. Das letztere

J ) Ob Ritter Tirrich von Bruch, der ums Jahr 1191 einen Zehnten zu Bardenberg als Lehninnehatte (und zwar unrechtmäßig, wie das Kapitel von S. Severin behauptete) mit Dietrich I. vonBroich identisch ist, bleibt fraglich. So können wir mit Sicherheit erst von Burkhard III. ab voneinem linksrheinischen Besitz der Herren von Broich reden.

2 ) Hennes a. a. O. No. 85.

3 ) Westfäl. U. B. III No. 396.

4 ) Hennes und Lacomblet bezeichnen ihn als Herrn von Hackenbroich, aber sein Siegelläßt keinen Zweifel darüber, daß es Burkhard III. ist. Hackenbroich war damals übrigens schon imBesitz der Herren von Dyck. Bemerkenswert ist es auch, daß Burkhard nach 1260 ein Reitersiegelführt, das ihn ausdrücklich als nobilis vir bezeichnet.

5 ) Mit Urkunde (des Domstifts) von 1271 trägt Gernand mit seiner Gemahlin Mechtild demErzbischof Güter auf; er bezeichnet hier Burkhard alsdominus noster". Wir schließen daraus auf dasnahe Verwandtschaftsverhältnis, zumal da Mechtild schon 1250 als Burkhards Tochter genannt ist.(Lacomblet U. B II No. 617.)

6 ) 1260 Mai 15 (Stift Essen). Es heißt hier:proviso ne in terram dicti nobilis excommunica-tionis vel interdicti sententiam proferas nisi a nobis super hoc mandatum receperis speciale."

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