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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Werden die ältesten Nachrichten aufbewahrt. Diese ehrwürdige bis ins ZeitalterKarls des Großen zurückreichende Stiftung bildete einen hervorragenden Ausgangs-punkt für die Kultivierung des Niederrheins. Zahlreiche Schenkungen flössen vonallen Seiten der Abtei zu, die damit zur Großgrundherrschaft heranwuchs. Siebezeugen, daß schon im Jahr 811 Menden (Menethinne) und ums Jahr 1000Dümpten (Dumiti), Fulerum (Fulramon), Raadt (Rotha), Saarn (Sarnon),Speidorf (Spelthorp) und Styrum (Stiarhem) als Ortschaften bestanden haben.Wie Mülheim selbst, so ist auch Broich (Broke 1 ) und Eppinghofen (Ebbincrothe)am Ende des elften Jahrhunderts vorhanden gewesen. Auch wird anzunehmen sein,daß die schon ums Jahr 800 bezeugten Rodungen im Wald Heißi auf dem nördlichenRuhrufer früh zur Bildung der Ortschaft Heißen geführt haben. Die Orte Alstaden(Alstedon), Holthausen (Holthuson), Merenscheid (Mernscete) und Wink-hausen (Winnighuson) sind für das zwölfte Jahrhundert durch Urkunden undTraditionsnachrichten sicher bezeugt. Wenig später, im Jahre 1215 kommt Haar-zopf (Hartzappe) gleichfalls in einer Werdener Urkunde zum ersten Male vor.Von diesen Orten begegnen uns zwei, Menden und Styrum, auch in einem Rent-register des Stifts Kaiserswerth im 11. Jahrhundert.

Mülheim war wie Broich, Bullert (Bulroide) und Dümpten in frühester Zeitder Sitz eines edeln Geschlechts. In der erwähnten Urkunde vom Jahre 1093 werdenals Zeugen genannt Lambert von Dümpten und dessen Sohn Balderich, Conrad vonMülheim mit seinen Brüdern Weldger und Lambert, Burkhard von Broich, Wernervon Linnep u. a. Balderich von Dümpten begegnet uns noch einmal in einerUrkunde von 1148; dann verschwindet dieses edle Geschlecht völlig aus unsermGesichtskreis. Das Erlöschen einer ganzen Anzahl vornehmer Familien, die im 11.und 12. Jahrhundert urkundlich nachzuweisen sind, ist vermutlich eine Folge derKreuzzüge, die dem Tod eine so reiche Ernte lieferten. Ein Herr Heinrich vonBulrode tritt im Jahr 1250 als Zeuge in einer Urkunde des Edelherrn Burkhard vonBroich auf. Bulroide war ein Gut bei Broich, das uns im 14. und 15. Jahrhunderturkundlich genannt wird und auf einer Karte von 1715 als Bullert eingezeichnet ist.Heute scheint der Name völlig verschwunden zu sein. Jenes Geschlecht aber wirdseit 1250 nicht mehr genannt.

Die Herren von Mülheim und der Limburgische Besitz.

Das Geschlecht der Edelherren von Mülheim hing möglicherweise mit demder Herren von Linnep eng zusammen. In beiden Familien kehren die VornamenAlexander und Conrad wieder, sie waren also vielleicht aus einem Stamme hervor-gegangen. Trotz des frühen Aussterbens der Herren von Mülheim können wir miteiniger Sicherheit den Burgsitz dieses Geschlechts im Dorf Mülheim noch nachweisen.Als solcher hat ihnen, wenn wir recht vermuten, der spätere Maurenhof (dieMauer",in der Mauern") gedient. Nicht nur die erhöhte Lage und der sonst kaumerklärliche Name weist auf die einstige Befestigung hin; auch in einem Vertrag derHerrschaft Styrum mit dem Herzogtum Berg vom Jahre 1774 wird der einstigen Burgan dieser Stätte gedacht.

x ) Broke, Bruke, Bruche sind die ältesten und jahrhundertelang in Geltung bleibendenFormen. Das später eingeschobene i bezweckt nur die Dehnung des Vokals, wie in den NamenTroisdorf, Soest und im WorteVoigt". Es beruht daher auf einer völligen Verkennung der nieder-rheinischen Vokalisation, wenn neuerdings die AusspracheBro-ich" (Breuch) beliebt geworden ist.