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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
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891
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teil.

Band III. Spez<

Theil.

Kiisui.st.ik.

891

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Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauerder

treth-

behaudluug.

1

227.

J. F., vom Leib-Grenadier-Regi-ment (1. Brandenburgisches) No. 8,verwundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewebrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang am vor-deren Rande des äusseren Knorrens,Ausgang über dem gesplitterteninneren Knorren.

Sofort im nahen Gehöft Druekverband. Bald entzündliche Schwe-lung; kalte Umschläge. Am 15. August 1870: Gypsverband undUeberführung nach rückwärts. Starke Eiterung, Schwellung derHand; Verband entfernt, Lagerung auf Kissen, später Schienen.Anfang September: Ruhr. Nacli erfolgter Kräftigung wird die Au-,gangswunde behufs Entfernung von Splittern erweitert Gype-verband, Ueberführung michSchweidnitz. Feste Vereinigung. EndeOktober entlassen. Wunden geschlossen.

3 Monate.

228.

K. F., vom 6. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 95, verwundetam 6. August 1870 beiWörth: (ie-wehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang vorn innen, Aus-gang hinten aussen. Sehr bedeu-tende Splitterung. GleichzeitigStreifschuss an den Rücken.

Amputation verweigert. Am 13. August 1870: Entfernung vieler

Splitter; gefensterter Gipsverband, nach vier WochenSchmerzen im Ellenbogengelenk entfernt; Schienen. HehrfacheAbstossung von Knochenstückeu; Ende November feste Vereinigung,Wunden fast verheilt. In die Heimath entlai

Am 10. Februar 1871: Aufnahme in das Lazareth Meiningen.Im Laufe des Sommers ziemlich starke Eiterung, Allgemeinbefindenvortrefflich; häufig Abstossung von Sequestern, Bleistücken undTuchfetzen. Am 18. August nach Teplitz geschickt. Unteres Endedes Oberarms durch reichliche Kallusmassen sehr bedeutend ver-dickt. Eiternde Fisteln. Schwund der Muskulatur besonders ander Hand. Ellenbogengelenk fast völlig steif im rechten Winkel,Handgelenk schwer beweglich, Fiuger fast völlig steif.

12 Monate.

229.

J. G., vom 3. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Splitterbruch desrechten Oberarms durch Gewehr-schuss. (Nach Lossen,S. 52, No. 14:links.) Eingang vorn, Ausganghinten.

Verlauf langsam, ohne störende Zwischenfälle, Eiterung massig,Abstossung zahlreicher Knochensplitter. Verkürzung der Ueuge-

sehnen beziehentlich der Muskeln. Unterarm im rechten Wink,stehend. Bruch fest verheilt, Kallus massenhaft. Eiternde Fisteln.Am 1. Juni 1871 entlassen. Steifheit des Ellenbogengelenk.-. Beweglichkeit der Hand beeinträchtigt. Das 2. und 3. Glied desZeigefingers völlig gefühllos.

9 Monate.

230.

H. G., Lieutenant, verwundet am30. September 1870: Gewehrschuss-bruch des linken Oberarms. Ein-gang an der inneren Seite in derMitte, Ausgang unten aussen.

Verletzung des Nervus medianui und radialis. Nach Heilungder Wunden bestand Lähmung der Strecker des Vorderarms, dasEllenbogengelenk war unbeweglich. Durch Elektrizität and Bade-kuren wurde die Beweglichkeit im Ellenbogengelenk bis zum De-zember 1871 fast vollständig wiederhergestellt, die Lahmung derStrecker bestand dagegen fort, in geringerem Grude auch diejenigeder Beuger. Feste Vereinigung. Abmagerung des Vorderarm um3 cm. Handgelenk und Finger können weder vollständig gesticktnoch gebeugt werden. Ganzinvalide.

231.

H. H., vom 2. MagdeburgiscbenInfanterie-Regiment No. 27, ver-wundet am 30. August 1870 beiBeaumont: Gewehrschussbruch deslinken Oberarms. Eingang hinten,Ausgang vorn. Splitterung.

Pappschienen. Eiterung vom 25.September 1870 jauchig; Ann-bäder mit Zusatz von Kali hypermangan. Mitte Oktober Entfernungvon 6 bis 8 Splittern, Besserung; weiterer Verlauf ungestört Am8. Dezember feste Vereinigung, Wunden verheilt, Arm völlig un-brauchbar. 1 l h «m Verkürzung. Entlassen. Muskulatur hoch-gradig abgemagert.

US

3 Monate.

*