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Zehntes Kapitel.Verwundungen des Oberschenkels.
I. Statistik.
Nach Tabelle I auf Seite 1 dieses Bandes waren unterden 99 566 in ärztliche Behandlung gelangten verwundetenDeutschen 39 811 (darunter 4141 später Gestorbene) anden unteren Gliedmaassen (einschliesslich der Hüfte) ver-wundet. Zieht man davon 698 nachgewiesene Verletzungender Beckenknochen ohne Eröffnung der Unterleibshöhle(mit 228 Todesfällen)') und 2052 Verwundungen der un-teren Gelenke (mit 976 Todesfällen) 2 ) ab, so bleiben37 061 Wunden des Oberschenkels, Unterschenkels undFusses (mit 2937 Todesfällen) übrig. Durch Zählkarten u. s. w.sind genauer nachgewiesen: 3 )Wunden des Oberschenkels 4 )
„ „ Unterschenkels 4 )
„ „ Fusses 4 )
4 173 mit 1416 Todesfällen,4 428 „ 10263 577 „ 261
Summe 12 178 mit 2703 Todesfällen. 5 )
Von dieser Summe machen die in den nachstehenden
Tabellen verrechneten 4173 Wunden des Oberschenkels
1 ) Vergl. Tabelle I auf S. 560 dieses Bandes unter 1. D.
2 ) Vergl. Tabelle I auf S. 668 dieses Bandes.
3 ) Vergl. hierzu Anmerkung 5 zu S. 829 dieses Bandes.
4 ) Ohne die den Gelenkwunden beigezählten Knochenver-letzungen des Ober- bezw. Unterschenkels mit nachgewiesener Splitte-,rung bis in das Hüft-, Knie- oder Fussgelenk. (Vergl. VII. Kapiteldieses BaDdes, V., VI. und VII. Abschnitt.)
5) Die 234 (2937 — 2703) Todesfälle, welche in der nachstehendenZusammenstellung nicht nachgewiesen sind, entfallen zum grösserenTheil auf Solche, bei denen nur „Verwundung am Bein" (ohne nähereAngabe) vermerkt ist. Die 1416 nachgewiesenen Todesfälle in Folgevon Oberschenkelwunden machen 52.5 $ der 2703 tödtlich verlaufenenWunden am Oberschenkel, Unterschenkel und Fuss aus. Nimmt manan, dass die 234 nicht näher nachgewiesenen Todesfälle in Folge vonWunden an den unteren Gliedmaassen sich annähernd in demselbenVerhältniss auf Wunden am Oberschenkel, Unterschenkel und Fussvertheilen wie die 2703 nachgewiesenen, so würden 123 davon denTodesfällen in Folge von Oberschenkelwunden hinzuzurechnen sein.Die Gesammtzahl der tödtlich verlaufenen Oberschenkelwunden wäredanach auf 1416 + 123 = 1539 zu schätzen. Des Weiteren darfangenommen werden (vergl. Anmerkung 5 zu Seite 829), dassweitaus die meisten der muthmaasslichen 123 weiteren Todesfälle inFolge von pberschenkelwunden auf Weichtheilverletzungen amOberschenkel zu beziehen sind.
34..» g aus. Entsprechend der auf Seite 830 durchgeführtenBerechnung würde danach die muthmaassliche Gesammtzahlder wirklich vorgekommenen Oberschenkel Verletzungen auf12 675 zu schätzen sein = 12.7 S aller i n ärztliche Behand-lung gelangten Verwundungen.
Unter den 4173 näher nachgewiesenen Oberschenkel-wunden befinden sich 1260 Weichtheilverletzungen und361 Verwundungen zweifelhaften Charakters. Die übrigbleibenden 2552 sicheren Knochenverletzungen umfassen2282 wirkliche Schussbrüche, welche somit 54.7 # aller(4173) nachgewiesenen und 18.o Ü sämmtlicher (12 675)muthmaasslichen Oberschenkelwunden ausmachen.
Betreifs der Häufigkeit sofortigen Todes auf demSchlachtfelde in Folge von Verletzungen des Oberschenkelssiehe Anmerkung 2 auf Seite 830 dieses Bandes.
Zu der äusserst geringen Zahl (2) von Wunden durchblanke Waffen, welche in den nachstehenden Tabellen auf-geführt sind, bleibt zu bemerken, dass unter den durchSchuss Verletzten Einige ausserdem Hieb- oder Stichwundenam Oberschenkel erlitten hatten, welche jedoch in ihrerBedeutung hinter den Schusswunden zurücktraten.
Die aus den Tabellen ersichtlichen 1416 Todesfällein Folge von Oberschenkelwunden machen 52.2 $ dernauer bekannten (2703) Todesfälle nach Wunden anunteren Gliedmaassen überhaupt (siehe oben) aus.man dasselbe Verhältniss für alle (2937) TodeWunden der unteren Gliedmaassei! an, so erjmuthmaassliche Zahl Derjenigen, wclchu inhandlung den Oberschenkelwunden erlegen sinS12.i % sämmtlicher (12 675) muthmaasslich vorgeVerletzungen dieser Art.
Siebenmal bei den in ärztliche Behandlung Ge-langten wurde der Tod durch vollständige Abreissungoder Zertrümmerung des Oberschenkels durch grobesGeschoss in der Weise, dass nur einige Hautbrücken nochden Zusammenhang herstellten, hervorgebracht. Diehäufigeren Vorkommnisse dieser Art dürften unter den aufdem Schlachtfelde Gefallenen zu suchen sein. (Vergl.Seite 2 dieses Bandes.)