Druckschrift 
3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
671
Einzelbild herunterladen
 

Band III. Spez. Theil.

II. Abschnitt: Verletzungen des Schultergelenks.

671

Tabelle V.

Zusammenstellung der Todesursachen bei Deutsehen nach zuwartend behandelten

Gelenkwunden 1870/71.

«V-, CD

T3

Zahl

T3

CO

cd

.3 0J

Getroffenes Gelenk.

der

bekannten

Pyämle undSepticämie.

s

3 .

X s

p

2,2

£§.

m

in3

,a

w

3

m

fcp

1

'S th

3.2

bb

bi,

i S

-i. 3

t»O

"a&u

3

H

<d aa cd«+5

Todes-ursachen.

3 <D

£Ph

-»-» CD

CO .p-(

3T3

-4-3 ~

S--2

3a

u

pa

bosp

3

s

Oh

ja

m

O «

3 T3<u ö

:33 N3-g

>< 53

ig ,3

3 .g

3

3

M

w

3

«'S

ü -3

P3 53

cd ^aa »h

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

Schultergelenk ....

43

25

__

1

4

__

2

2

3

3

__

2

1

Ellenbogengelenk . . .

26

9

2

4

2

3

1

3

2

Handgelenk.....

21

17

4

70

47

1

1

4

6

2

5

3

1

162

107

3

5

2

7

5

20

3

4

4

2

30

19

5

2

1

1

2

Summe . .

352

224

4

3

23

2

17

7 i

4

32

2

5

1

12

7

3

3

3

Zweiter Abschnitt.Verletzungen des Schultergelenks.

I. Arten der Verwundung.

Das knöcherne Gerüst der Schultergegend setzt sichaus dem Bogen des Schultergewölbes, dem Gelenkfortsatz

des Schulterblatts und dem Oberarmkopf zusammen. DerGewölbebogen besteht aus dem Sehnabelfortsatz, dem

Schulterende des Schlüsselbeines und der Schulterhöhe.Diese Knochentheile sind durch Bänder zu einem einheit-lichen Gebilde vereinigt, welches den Bewegungen desArmes nach oben Halt gebietet und wegen dieser Beziehungzur Beweglichkeit als zur Gelenkpfanne in weiterem Sinnegehörig aufgefasst werden kann. 1 ) Bei Verletzungendes Gewölbebogens (vergl. S. 409) ist das eigentlicheGelenk unbetheiligt geblieben oder in Mitleidenschaftgezogen worden. Wegen der Nähe dieser beiden Theileist ein sicheres Urtheil darüber, ob Beschädigung desGelenks stattgefunden hat, nicht immer zu fällen, wedergleich nach der Verwundung noch nach vollendeter Heilung.Frei war das Gelenk bei B. (S. 413 dieses Bandes, No. X),bei S. (S. 419, No. LYN), bei E. (S. 421, No. LXXIII);

') Vergl. v. Langenbeck, Chirurgische Beobachtungen ausdem Kriege. Berlin 1874, S. 149; desgleichen W. Henke, Anatomieund Mechanik der Gelenke. Leipzig 1863, S. 128.

desgleichen fand v. Beck (a. a. O., S. 575) bei einer Re-sektion der Schulterhöhe die Kapsel unversehrt. Die Kugelwar in letzterem Fall dicht über der ganzen oberen Flächedes Gelenkes bis gegen das Schulterblatt vorgedrungen.

Betheiligung des Gelenkes scheint dagegen vorzuliegenbei v. F. (S. 413, No. VI) und bei E. (S. 420, No. LXVI),während bei R. (S. 420, No. LX1X) die Behinderung desgeheilten Gelenkes wohl hauptsächlich durch die Verun-staltung bedingt ist. Mit Finschluss jener beiden Beobach-tungen (v. F. und E.) fanden sich bei Gelenkverletzungen44 mal Gewölbebrüche, und zwar bei Kapselverletzungen(No. 6, 8, 21 der nachstehenden Kasuistik), bei Streifungen(No. 45 bis 48, 51) und Brüchen des Kopfes (No. 87, 90bis 98, desgleichen bei 20 Resezirten, bei denen 3 mal derSchnabelfortsatz, 2 mal das Ende des Schlüsselbeins und15 mal die Schulterhöhe gebrochen war), endlich bei Pfannen-bruch (ausser No. 87 und 90 noch No. 109, 111, 112, des-gleichen im IV. Bande dieses Berichtes S. 67, No. III, A. 15).

Beschädigungen der Kapsel durch Quetschung oderStreifung ohne Verletzung der Knochen sind aus früherenFeldzügen nur vereinzelt berichtet; den 72 aus dem Ameri-kanischen Kriege von Otis verzeichneten derartigen Beob-

OB