Neuntes Kapitel.Verwundungen des Unterarms und der Hand.
I. Statistik.
Die nachstehenden Tabellen 1 und 11 beziehen sichauf 2057 Verwundungen des Unterarms 1 ) bei Deut-schen, welche nach den in der Anmerkung 5 zu S. 829dargelegten Grundsätzen ausgesucht sind und 16.8 -g der12 207 näher bekannten Verwundungen der oberen Glied-maassen (ausschliesslich Schulter) ausmachen. Legt manauch hier die auf S. 829/30 aufgestellte Art der Berechnungzu Grunde, so ergiebt sich als muthmaasslich der Wirk-lichkeit sehr nahe kommende Gesammtzahl der Wundenam Unterarm 4456 = 4.5 % aller in ärztlicher Behandlunggelangten Verwundungen.
Als gestorben sind in den Tabellen nachgewiesen197 Mann = 9.6 # der nachgewiesenen (2057) = 4.4 $ dermuthmaasslicheu (4456) am Unterarm Verwundeten.
Bei 1346 Verwundeten (von denen 157 = ll.e $ starben)lagen sicher Knochenverletzungen vor, darunter 1191eigentliche Brüche (mit 152= 12.8 # Todesfällen) und 155(= 11.5 $) Ablösungen von Knochentheilen ohne Auf-
hebung des Zusammenhanges (mit
3. 2 £ Todesfällen).
Die wirklichen Brüche betragen somit 88.5 $ der zweifel-losen Knochenverletzungen = 58.o $ aller nachgewiesenen(2057) = 26.7 $ aller muthmaasslicheu (4456) Unterarm-verletzungen.
Das Verhältniss der Splitterbrüche (237) zu deneinfachen Brüchen (954) stellt sich bei den Unterarm-knochen auf 1 :4.
Die 7109 Verwundungen an der Hand, 3 ) über welchedie Tabellen 111 und IV weitere Auskunft geben, betragen58.3 {J der 12 207 näher berichteten Wunden der oberenGliedmaassen ausschliesslich Schulter (vergl. S. 828).Die Gesammtzahl der wirklich vorgekommenen Handver-letzungen wäre danach auf 15 465 zu schätzen = 15.« "aller in ärztliche Behandlung gelangten Verwundungen.
') Nicht eingerechnet sind hierbei diejenigen im III. undIV. Abschnitt des VII. Kapitels dieses Bandes den Wunden desEllenbogen- bezw. Handgelenks hinzugezählten Verletzungen derUnterarmknochen, bei denen nachweislich Sprünge bis in eins dergenannten Gelenke reichten.
2 ) Ausschliesslich der im IV. Abschnitt des VII. Kapitels diesesBandes unter ,Verletzungen des Handgelenks" Gezählten.
Gestorben in Folge von Handwunden sind 186 Mann= 2.6$ der nachgewiesenen (7109) = 1.2 J> der muthmaass-lichen (15 465) an der Hand Verwundeten.
Verletzungen der Handknochen sind mit Sicherheitnur bei 2213 Mann nachgewiesen, doch ist bei denHandwunden die Zahl Derjenigen (4314) besonders gross,bei denen es zweifelhaft bleibt, ob Knochenverletzungvorlag oder nicht.
Bei 3433 Handverletzungen ist die Stelle der Ver-wundung nicht näher angegeben; von den übrigen hattenihren Sitz:
2729 an den Fingern,760 an der Mittelhand,187 an der Handwurzel.Von den 2213 Knochenverletzungen entfallen auf:die Fingerknochen 1576,
die Mittelhandknochen 473,')die Handwurzelknochen 164.')
Unter den Knochenverletzungen an Hand und Fingernbefinden sich 366 vollständige Abreissungen einzelnerTheile (mit 2 = 0. 5 -JJ Todesfällen), 680 mehrfache Brücheoder Brüche mit ausgedehnter Splitterung (mit 44 ==6.5 % Todesfällen) und 1167 einfache Brüche oder Knochen-verletzungen ohne Bruch (mit 54 = 4.6 {> Todesfällen).
Uebrigens sind bei den Verletzungen der Finger dieeinfachen Brüche mit den Knochenstreifungen zusammen-gefasst, weil ihre Gleichstellung mit den Brüchen grössererGlieder ein unrichtiges Bild ergeben würd".
Häufiger als an anderen Körpertheilen waren ausnaheliegender Ursache 2 ) an der Hand die Hiebwunden(siehe Tabelle 111); mehrfach drangen Säbelhiebe in denKnochen oder trennten einzelne Fingerglieder ab.
Eine summarische Uebersicht über die Behandlungs-arten und deren Ergebnisse sowohl bei Unterarm- als beiHandwunden giebt Tabelle V.
') Siehe ausserdem die Tabelle auf S. 718.2 ) Vergl. S. 716.