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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VIFI. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.

Band III. Spez. Theil.

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

2'22.

F. B., vom 5. Badischen Infanterie-Regiment No. 113, verwundet am23. Oktober 1870: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-gang hinten aussen im unternDrittel, Ausgang vorn innen imobern Drittel. Keine erheblicheSplitterung.

Nach 4 Wochen nach Deutschland übergefühi't, Ausgangsöffnunggeschlossen, Bruchenden leicht verschieblich. Später Gypsverband,feste Vereinigung. Am 2. November 1870 gänzlich erwerbsunfähigentlassen. Ein- und Ausgangsöffnung noch eiternd, führen aufrauhen festsitzenden Knochen. Ellenbogengelenk ganz steif, Schulter-gelenk wenig beweglich. (Vergl. v. Beck, S. 654, No. 8.)

12 Monate.

22.1

N. B., vom 5. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 94 (Gross-herzog von Sachsen), verwundet am1. September 1870 bei Sedan: Ge-wehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang vorn 5 cm überder (ieleukfalte, Ausgang hinten.Splitterung.

Achselkissen, Eis. Am 23. September 1870: Abnahme derSchwellung, gefensterter Gypsverband, wegen Druckerscheinungennach einigen Tagen entfernt. Zunahme der Eiterung, Fieber;Pappschieuen. Im Oktober 1870: Befinden wechselnd, mehrfacheAbstossung von Splittern. Anfang Januar 1871: Bruch fest verheilt,Wunden vernarbt; in Privatpflege entlassen. Sequester vorhanden.Eiternde Fisteln.

4 Monate.

224.

K. D., vom Sächsischen 4. In-fanterie-Regiment No. 103, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang 2' / , 2cmüber dem Gelenk an der Aussenseite,Ausgang an der Inuenseite, einwenig tiefer. Splitterung massig.

Behandlung in verschiedenen Lazarethen. Am 24. September1870: Ankunft in Dresden mit Schienenverband. Eingangswundeeitert wenig, ist für Sonden nicht durchgängig. Gefensterter Gyps-verband; nach 3 Tagen schmerzhafte Anschwellung, Entfernung desVerbands, Pappschienen. Im Oktober Abstossung und Entfernungvieler Splitter, deren grösster 2'/2cm lang, 2 cm breit. An dem-selben Abend Schüttelfrost, daran sich anschliessend Zellgewebs-entzündung; Eitersenkung am 26. Oktober am äusseren Gelenk-knorren geöffnet. Besserung. Am 16. November: feste Vereinigung,massenhafte Kalluswucherung am vorderen und hinteren Umfange,innen und aussen, wo die Schienen gelegen, ist der Kallus massig. DasEllenbogengelenk geschwollen, schwappend. Anfang 1871: Kallus-wucherungen grossentheils aufgesogen, Ellenbogengelenk frei vonErguss, steif. Wunden verheilen, brechen aber mehrfach wiederauf. Eiterung, Eitersenkung und Einschnitte, häufig Abstossungkleiner Knochen- und Bleistücke. Am 23. Mai 1871 entlassen.1'/-' cm Verkürzung. Feste Vereinigung. Sequester vorhanden.Abmagerung hochgradig. Eiternde Fisteln. Ellenbogengelenk steifin Beugestellung.

9 Monate.

225.

G.E., vom Ostpreussischen Jäger-Bataillon No. 1, verwundet am13. August 1870: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-gang 5 cm über dem äusserenKnorren, Ausgang an der Innen-seite.

Starke Schwellung und Eiterung, Allgemeinbefinden leidlich,Lagerung auf Kissen. Am 13. September 1870: gefensterter Gyps-verband; Ueberführung nach Deutschland. Am 19. September:starke Schwellung, Druckerscheinungen, Entfernung des Verbandes.Lagerung auf Kissen. Langwieriger Verlauf, häufige Abstossung'von Splittern". Ende November feste Vereinigung. Am 6. April 1871mit Fisteln entlassen.

8 Monate.

226.

R. F., vom Kaiser Franz Garde-Grenadier - Regiment No. 2, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang vorn,kein Ausgang. Keine wesentlicheSplitterung.

Sofort einfenstriger Gypsverband, der bis zum 2. September 1870liegen bleibt. Sodann Verband erneuert, Ueberführung nach Deutsch-land. Mitte Oktober in Berlin Entfernung von Splittern, feste Ver-einigung, Schienen. Eiterung massig, Ausstossung kleiner Kleider-fetzen, von der Kugel keine Spur zu entdecken. Ungestörter Verlauf,Schusswunde verheilt. Am 22. Mai 1871 entlassen.

9 Monate.