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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
889
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

889

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

217.

v. S., vom Westfälischen Kürassier-Regiment No. 4, verwundet am16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang aussen 1 , Ausgang in-nen. Massige Splitterung. Gleich-zeitig durchbohrender Brustschussdurch dieselbe Kugel, welche bei er-hobenem Arm durch die Armöffnungunter dem Kürass in die Brusthöhledrang. Ausgang 12 cm von der Ein-gangswunde am Brustbeinrande der4. Rippe. Kugel lag im Kürass.

Kräfteverfall bedeutend; Luft und Bluterguss in der Brusthöhle,Luftansammlung unter der Haut, Bluthusten; Morphium. Schienen-verband, Verband mit einer Lösung von schwefelsaurem Zink.24. August 1870: starke Blutung aus der Brustwunde, Delirien,Schlafsucht. Am 25. August: Tod.

10 Tage.

3. Im unteren Drittel.

a. Geheilte.

218.

Ch. B., vom 3. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des linken Oberarms. Eingangan der Innenseite des Oberarms, Aus-gang auf der Rückseite des Unter-arms zwischen Speiche und Elle.Keine Splitterung.

Gefensterter Gypsverband bis zum Handgelenk, Verlauf ohneZwischenfälle. Am 31. Oktober 1870: Abnahme des Gypsverbandes,Heilung des Bruches und der Wunden beendet. Elleubogengelenkvollkommen steif. Reichliche Kallusmassen, besonders am innernGelenkknorren, wo mehrfache bucklige Auftreibungen sich finden.Abmagerung des ganzen Arms. Hand- und Fingergelenke wenigbeweglich.

3 Monate.

219.

K. B., vom 1. Schlesischen Gre-nadier-Regiment No. 10, verwundetam 30. September 1870 bei Chevilly:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Eingang vorn, kein Aus-gang.

Starke entzündliche Schwellung, kalte Umschläge. Später übel-riechende Eiterung, Chlorkalkumschläge. Am 6. Oktober 1870:Entfernung von Splittern, andauernde Bäder von 28° R., Besserung,Stromeyer'sches Kissen. Eiterung nimmt mehr und mehr ab, wieder-holt Abstossung kleiner Sequester, auch von Kugelstückchen. EndeFebruar 1871: feste Vereinigung und Heilung der Wunden.

5 Monate.

220.

B., verwundet am 10. Oktober1870: Querbruch des linken Ober-arms über dem Ellenbogengelenkdurch Gewehrschuss. Eingang ander Beugeseite des Unterarms 3 '/« cmunterhalb der Ellenbeuge, Ausgangan der Rückseite des Oberarms,5 cm über der Spitze des Haken-jbrtsatzes. Das Ellenbogengelenkfrei beweglich, unverletzt.

In Evry Untersuchung in der Chloroformbetäubung, sehr starkeSchwellung. Lagerung auf Resektionsschiene. Am 30. Oktober 1870:Schwellung beseitigt, gefensterter Gyps verband in rechtwinkligerStellung. Karbolverband, Eisblase. Am 3. November: Eiterungreichlich, häufig stossen sich kleine Knochensplitter ab, Allgemein-befinden gut. Anfang Dezember: feste Vereinigung, Eiterung sehrgering, Wunden klein, in der Benarbung begriffen. Neuer Gyps-verband, Ueberführung. Keine Verkürzung. Ellenbogengelenk fastganz steif, Gebrauchsfähigkeit sehr beschränkt.

2 Monate.

221.

R. B., vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment No. 1, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang vornüber dem äusseren Knorren, Aus-gang neben und hinter dem innernKnorren, Splitterung. GleichzeitigWeichtheilsehuss an denselben Ober-arm dicht unter dem Schultergelenkohne Ausgangsöffnung.

In den ersten Wochen Eiterung massig, Verlauf günstig. Am25. September 1870: Ausschneiden der plattgedrückten Kugel hintenin der Mitte des Oberarms; am 26. September: Schüttelfrost, hohesFieber, Chinin (bis zu 3,0); Abnahme des Fiebers nach wenigenTagen. Gefensterter Gypsverband, ungestörte Heilung, Gypsverbandeinmal erneuert. Am 26. November: Heilung beendet. Entlassung.Keine Verkürzung. Feste Vereinigung. Massenhafte Kallusbildung.Muskulatur stark abgemagert. Bewegung im Ellenbogengelenkanfangs aufgehoben, am 10. März 1872 durch passive Bewegungenund Bäder gebessert. Freie Aus- und Einwärtsdrehung, Beugung biszum rechten Winkel, Erhebung des Arms bis zur Horizontalen.

3 Monate.

SanitätS" Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

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