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XI. Kapitel: Verwundungen des Untersehenkels und des Fusses.
Band III. Spez. Theil.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
257.
F. U., vom 2. Posenschen In-fanterie - Kegiment No. 19, ver-wundet am 19. Januar 1871 amMont Valerien: Bruch des linkenSchienbeins im mittleren Dritteldurch Gewehrschuss.
Die Feststellung der Bruchstücke gelingt durch Sandsäcke, da-gegen ist Eis nicht im Stande, eine beträchtliche Anschwellung desUnterschenkels sowie das Eintreten von starker Eiterung zu ver-hindern. Eiterverhaltungen mit hohem Fieber erfordern schon inden ersten Tagen Einschnitte, am 10. Tage wird die Kugel auf-gefunden und gelegentlich eines Einschnittes entfernt. Lagerungdes Beines auf schiefer Ebene. Anfang der 3. Woche jauchen dieWunden und zeigen in ihrer Umgebung rosenartige Röthung,welche bald über den ganzen Unter- und Oberschenkel sich aus-breitet; unter stets zunehmender Jauchung wird die Haut amOberschenkel brandig. Die Entfernung eines 9 cm langen, 3 cmbreiten Sequesters vermag weder den örtlichen noch den allgemeinenZustand zu beeinflussen; die Jauchung dauert fort und führt 4 Tagespäter zum Tode.
3 /4 Monat.
258.
W. W., vom 3. NiederschlesischenInfanterie - Regiment No. 50, ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Splitterbruch des rechtenSchienheins im unteren Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung vorn, Ausgangsöffnunghinten.
Der Unterschenkel wurde durch Sandsäcke festgestellt, Karbol-säure und Eis angewendet. Einer Splitterentfernung folgt reichlicheEiterung, welche in Jauchung überging; am 22. Tage tratenSchüttelfröste auf, und 3 Tage später starb W. an pyämischenErscheinungen.
3 /4 Monat.
c. Wadenbein.
259.
260.
L. B., vom 6. OstpreussischenInfanterie-Regiment No. 43, ver-wundet am 1. September 1870 beiNoisseville: Bruch des linken Schien-und Wadenbeins im oberen Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung aussen 4 cm unter demKnie, Ausgangsöffnung fehlt.
B. B., vom 1. Schlesischen Jäger-Bataillon No. 5, verwundet am28. August 1870: Bruch des rech-ten Schien- und Wadenbeins immittleren Drittel durch Pistolen-schuss. Eingangsöffnung neben dervorderen Schienbeinkante, Aus-gangsöffnung fehlt.
Die Kugel war in der Wade stecken geblieben undzuweisen. Die Wunde, von Anfang an sehr empfindlireichlichen, dünnflüssigen Eiter ab. Am 11. Tage erwKieferklemme; obgleich noch an demselben TageKnochensplitter und am nächsten Tage ein grosser ader Wade gebildeten Abszess durch Einschnitt entferntschlimmerte sich der Zustand derart, dass am 14. TageErscheinungen eintraten, welchen B. nach 2 Tagen erlagBelladonna waren ohne jeden Erfolg, Chloroform erzievorübergehende Besserung. Im Gegensatz zu der waclSchummerung des Allgemeinbefindens stand die Thatsa.Aussehen der Wunden in den letzten Tagen sich nicht veisondern gleichzeitig mit der Eiterabsonderung fast tag i
Mehrere Bleistücke werden gleich nach der VerwuntWade geschnitten; lebhafte Entzündung und starkefordern in den ersten 4 Wochen Erweiterung der Ein,und mehrere Einschnitte an der Wade. Ende der 5. AAB. mit hohem Fieber und reichlicher Eiterung in AI14 Tage später in Chloroformbetäubung das 12 cm lange ibeinbruchstück und ein 2 cm langes Stück vom unende entfernt werden. Bei hoher Lagerung und Daider fernere Verlauf zufriedenstellend, bis in der 9ersten drei Zehen, kurze Zeit darauf auch die Haut über der vorderenSchienbeinkante brandig werden. Nach wenigen Tagen stellt sichDruckbrand am Kreuzbein ein, Schüttelfröste treten auf und führenam 82. Tage zum Tode an Pyämie.
Sektion: Die ersten zwei Zehen ganz, die dritte zur Hälftebrandig, ebenso die Haut vom Fussrücken bis zum Knie. Jauchungam Unterschenkel und der Kniekehle; die Blutadern bis zur Iliacahin mit wandständigen, im Zentrum zerfallenden Gerinnseln gefüllt.Die Nieren liegen mit der Konvexität nach unten, nicht beweglich.