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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

1195

ng.

it.

at.

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

261.

J. B., Unteroffizier vom 2. West-fälischen Infanterie-Regiment No. 15(Frinz Friedrich der Niederlande),verwundet am 26. Januar 1871:Splitterbruch des linken Waden-beins im mittleren Drittel durchGewehrschuss. Eingangsöffnung in-nen im mittleren Drittel, Ausgangs-öffnung 3 cm über dem äusserenKnöchel.

Während in den ersten 20 Tagen Eiterung und Aussehen derWunden, sowie das Allgemeinbefinden befriedigten, begannen jetztdie Wunden zu jauchen; Schüttelfröste kündigten Pyämie an, anwelcher B. schon nach 6 Tagen starb.

Sektion: Das Wadenbein ist stark gesplittert, nicht verwachsen.Jauchung der Umgebung; Keile in der Leber und den Lungen.(Vergl. v. Beck, S. 732, No. 1.)

26 Tage.

262.

K. J., vom Sächsischen 4. Infan-terie-Regiment No. 103, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Splitterbruch des linken Waden-beins im unteren Drittel durch Ge-wehrschuss. Eingangsöffnung hin-ten innen oben, Ausgangsöffnungvorn aussen.

In der 2. Woche wurde J. mit Schienenverband nach Deutschlandbefördert. Am 13. Tage trat während der Reise auf dem Bahnhofezu Kassel aus der Ausgangsöffnung eine Blutung ein, welche mitin Eisenchloridlösung getauchten Tampons gestillt wurde. Eine amnächsten Tage im Lazareth zu Kassel abermals aufgetretene starkeBlutung, welche auf Tamponade und Eis stand, machte es wahr-scheinlich, dass Knochensplitter die vordere Schienbeinschlagaderverletzt hatten, umsomehr als die Kugel in der Richtung von hintennach vorn die Mm. gastrocnemius, soleus, flexor hallucis und tibialisposticus durchbohrt haben musste und zwischen Mm. extensorcommunis und peroneus ausgetreten war, also an der Vorderflächedes Unterschenkels ein grösseres Gefäss nicht getroffen haben konnte.Die weitere Untersuchung ergab eine vollständige Zerschmetterungdes Wadenbeins, handbreit oberhalb des Fussgelenks, und zahlreichelose Splitter. Nach der nunmehr vorgenommenen Splitterentfernungtrat bald Schwellung des Beines und Brand des Unterschenkels ein,16 Tage später der Tod. Von der Absetzung des Unterschenkelswurde wegen grosser Blutleere des J. Abstand genommen.

Sektion: Der Schusskanal entspricht dem geschilderten Verlauf.Wadenbein in einer Breite von 3 Fingern zerschmettert, vordereSchienbeinarterie durch Knochensplitter verletzt.

1 Monat.

M

D. Weichtheilverletzungen am Fuss.

264.

265.

A B., vom Bayerischen 4. Infan-terie-Regiment (König Carl vonWürttemberg), verwundet am7. September 1870: Weichtheil-scilassindie rechteFerse. Eingangs-öffnung am Ansatz der Achillessehne,Ausgangsöffnung an der Ferse.

H. C, vom 1. NiederschlesischenInfanterie - Regiment No. 46, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Streifschuss an den rechtenMittelfuss.

O. F., vom BrandenburgischenHusaren - Regiment (Zieten'scheHusaren) No. 3, verwundet am16. August 1870 bei Mars la Tour:Schuss in die Weichtheile der Zehendes rechten Fusses.

Geheilte.

Normaler Wundverlauf. Heilung am 30. September 1870 nahezu 3 /i Monate,vollendet. Verwachsene Narbe. Invalide.

Durch Aufschlagen einer Chassepotkugel wurden die Weichtheileauswärts von dem Grosszehenballen bis auf die Knochenhaut des1. Zehengliedes zerrissen. Heilung am 8. Oktober 1870 mit voll-ständiger Brauchbarkeit des Fusses beendet.

Die Kugel nahm ihren Weg von der kleinen Zehe quer durchdie Fusssohle zur Basis der grossen Zehe und quetschte dabei dieBeugesehnen der Zehen. Langwierige Eiterung. Als geheilt ent-lassen am 31. März 1871. Die ersten vier Zehen stark gebeugt.Gebrauchsfähigkeit des Fusses bedeutend behindert.

1 '/4 Monate.

7'/a Monate.

150*