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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
1185
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

1185

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

217.

F. 0., vom Ostpreussischen Füsi-lier-Regiment No. 33, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Splitter bruch des linken Wadenbeinsim unteren Drittel durch Gewehr-schuss. Eingangsöffnung aussen,Ausgangsöffnung innen.

In den ersten 4 Wochen Entfernung mehrerer Splitter aus derAusgangsöffnung. In der 8. Woche noch keine Verwachsung:Die Druckenden weichen auf Druck überall aus. 14 Tage späterwerden aus der Eingangsöffnung grössere Splitter herausgenommen,während die Ausgangsöffnung, in deren nächster Nähe eine hervor-ragende harte Stelle sich befindet, vernarbt ist. Aus letzterer wirdin der 11. Woche durch Einschnitt ein Stück Kugel entfernt. Dafeste Verwachsung des Bruches auch nach 5 Monaten noch nichterzielt war, wird 0. am 10. Februar 1871 entlassen. FalschesGelenk am Wadenbein.

5 3 ,4 Monate.

218.

W. Pf., vom 3. Badischen Infan-terie-Begiment No. 111, verwundetam 15. Januar 1871: Bruch deslinken Wadenbeins im unterenDrittel durch Gewehrschuss.

Anfangs wurde ein Gypsverband mit 2 Fenstern angelegt, am7. Tage aber wegen Eiterdurchtränkung entfernt und mit Wasserglas-verband, welcher gute Dienste leistete, vertauscht. Die Eiterungwurde allmälig geringer. Guter Verlauf führte am 28. Juni 1871 zurHeilung. Eine mit dem Wadenbein verwachsene Narbe ist zurück-geblieben. Gehfähigkeit beschränkt. (Vergl. v. Beck, S. 727, No. 5.)

4'A Monate.

219.

K. P., vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, ver-wundet am 30. Oktober 1870 beiLe Bourget: Bruch des Wadenbeinsim mittleren Drittel durch Gewehr-schuss. Eingangsöffnung 1 cm nachaussen von der Schienbeinkante,Ausgangsöffnung hinten aussenunterhalb der Eingangsöffnung.

Der 10 cm lange Schusskanal ist durchgängig. Im 2. Monatwerden wegen Zellgewebsentzündung mehrere Einschnitte noth-wendig. Anfangs des 3. Monats ist der Bruch verwachsen. Entlassungam 26. Januar 1871.

2 5 /c Monate.

220.

E. Seh., vom Sächsischen 4. In-fanterie-Regiment No. 103, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Bruch des Wadenbeins immittleren Drittel durch Gewehr-schuss. Eingangsöffnung aussenvon der vorderen Schienbeinkante,Ausgangsöffnung hinten an derWade.

In der 3. Woche wurde die Eiterung schlecht, eine Gegenöffnungbehufs besseren Eiterabflusses nothwendig, Splitterentfernung folgte.Ende der 6. Woche ist der Bruch verwachsen, doch verzögern Abszedi-rungen und Splitterausstossungen die Entlassung bis zum 24. April1871. An Stelle der Eingangsöffnung findet sich eine oberflächliche,etwas eiternde Fistel. Die Muskulatur am Ober- und Unterschenkeltheilweise geschwunden. Bewegung im Fussgelenk bedeutend ge-hemmt. Gang stark behindert.

7 7* Monate.

221.

V. Seh., vom Sächsischen 6. In-fanterie-Regiment No. 105, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Bruch des linken Waden-beins im mittleren Drittel durchGevi°hrschuss. Eingangsöffnungzwischen Schien- und Wadenbein,Ausgangsöffnung hinten aussen.Ausserdem Gewehrschuss durchden rechten Unterschenkel mitStreifung des Schien- und Waden-beins.

In der 5. Woche granuliren bei massiger Eiterung die Wundengut, der Bruch ist verwachsen. 14 Tage später sind beide Wundenam rechten Unterschenkel geschlossen, während links die Ver-narbung noch längere Zeit in Anspruch nimmt und Heilung erstam 6. Januar 1871 eintritt. Links ist die Muskulatur der Wadeetwas geschwunden. Das Gehen ist ohne Stock möglich.

4 7r. Monate.

I

Sanitäts-Bericht liier die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

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