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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.
Band III. Spez. Theil.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauerder
Lazareth-behandlung.
4
212.
(Fortsetzung.)
am Knochen liegendes, plattgedrücktes, rundes, 4.5 g schweresKugelstück entfernt. Am 7. August 1874: Entzündungserschei-nungen geringer, die nur langsam mit Granulationen sich füllendenEin- und Ausgangsöffnungen entleeren dünnflüssigen, oft blutiggefärbten Eiter. Gesammte Muskulatur des linken Beins bis hand-breit nach oben und unten von den Wundöffnungen derart schmerz-haft, dass K. nur mit Hilfe zweier Stöcke sich mühsam fortbewegenkann. Dabei vermag er das linke Kniegelenk nicht vollkommenzu strecken, auch berühren nur die Zehen und Mittelfussknochendes linken Fusses den Boden.
213.
F. K., Premierlieutenant, ver-wundet am 24. November 1870:Zerschmetterung des linken Waden-beins und Abreissung eines Knochen-stücks vom hinteren Theil desSchienbeins durch Gewehrschuss.
Längere Zeit hindurch Knochensplitter entfernt.
Am 16. Oktober 1872: An der Grenze zwischen mittlerem undunterem Drittel des rechten Unterschenkels, etwa 10 cm über demäusseren Knöchel, Narbe mit sehr erhöhter, weicher, bläulicherUmgebung, eine zweite ca. 10 cm über dem inneren Knöchel tiefeingezogen, mit ihrem vorderen Theil dem Schienbein fest an-haftend. Die abwärts in dieser Richtung gelegenen Theile desBeins mit Krampfadern besetzt. Beim Stehen und Gehen An-schwellung des Eusses infolge behinderten Kreislaufs. Dauerndganzinvalide.
Am 19. Mai 1879: In Folge schonenden, nach und nachwachsenden Gebrauchs des linken Beins hat sich durch die Ent-stehung ausreichender kollateraler Blutbahnen ein so guter Blut-kreislauf in den früher angeschwollenen Theilen hergestellt, dassdie Krampfadern auf dem Fussrücken und um die Knöchel bis aufein ganz geringes Maass verschwunden sind und die unterhalb derVerwundung gelegenen Theile nur bei anhaltenden Fussmärschenund längerem Stehen eine leichte Anschwellung erfahren.
1887: K. versieht den Dienst bei einem Landwehr - Bezirks-kommando.
214.
J. K., vom 7. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 60, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Bruch des rechtenWadenbeins im mittleren Dritteldurch Gewehrschuss.
In der 11. und 15. Woche werden einige Sequester heraus-geschnitten, sonst langsamer, aber regelrechter Verlauf. Heilungam 23. Januar 1871.
5 V« Monate.
215.
E. M., vom Sächsischen 7. In-fanterie - Regiment (Prinz Georg)No. 106, verwundet am 30. November1870 bei Villiers: Bruch des linkenWadenbeins im mittleren Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung innen an der Wade,Ausgangsöffnung am Wadenbein-köpfchen.
Am 17. und 18. Tage werden aus der Ausgangsöffnung Tuch-fetzen und kleinere Knochensplitter entfernt. Dem ersten Eingrifffolgten tags darauf leichte Schüttelfröste, welche sich aber nichtwiederholten. In der 8. Woche wurde der Gypsverband wegenZellgewebsentzündung an der Wade abgenommen. Die Knochen-neubildung war befriedigend, vollständige Befestigung aber nochnicht eingetreten. 14 Tage später war die Zellgewebsentzündungbeseitigt; am 20. Februar 1871 konnte M. geheilt entlassen werden.Gute Vernarbung. Kniegelenk frei, kein Anschwellen des Unter-schenkels. Gang noch behindert.
2 2 /s Monate.
216.
H. N., Gefreiter vom 1. Hanseati-schen Infanterie-Regiment No. 75,verwundet am 9. Dezember 1870bei Beaugency—Cravant: Splitter-bruch des linken Wadenbeins imunteren Drittel durch Gewehrschuss.
Entfernung von Split \. In der 4. Woche werden die Bruch-enden mit Säge und Zange geglättet. Bei stets massiger Eiterungund gutem Allgemeinbefinden erfolgt in der 8. Woche Verwachsungdes Bruches und am 27. Februar 1871 nach vorausgegangenerEntfernung mehrerer kleiner Splitter rasch Vernarbung. Gehfähigkeitbeschränkt; invalide.
2 3 /ä Monate.