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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
1183
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BandHI. Spez. Theil.

Kasuistik.

1183

te.

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

208.

F. H., vom Hannoverschen Jäger-Bataillon No. 10, verwundet am28. November 1870 bei Beaune laRolande: Splitterbruch des rechtenWadenbeins im unteren Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung aussen, Ausgangsöffnunginnen vorn.

Die Kugel trat am äusseren Rande des Sehnenansatzes des M.gastroknemius ein, zerschmetterte in ihrem Laufe das untere Endedes Wadenbeins und trat an der Schienbeinkante wieder aus.Nach Entfernung und Auseiterung vieler kleiner und grosserSplitter wurde H. am 4. Mai 1871 für invalide erklärt. Der Bruchist fest verwachsen, am Unterschenkel Muskelschwund, die Achilles-sehne ist verkürzt, das Fussgelenk fast steif, nur passiv etwas be-weglich. Das Gehen ist sehr erschwert, lässt jedoch bedeutendeBesserung erwarten.

5 7s Monate.

209.

R. H., Musketier vom 7. Branden-burgischen Infanterie - RegimentNo. 60, verwundet am 16. August1870 bei Mars la Tour: Zer-trümmerung des linken Wadenbeinsund Verletzung des rechten Fuss-rückens (s. unter Fussverletzungen,No. 290) durch ein und dasselbeGeschoss.

Am 22. Juli 1871: Narbe, 18 cm vom unteren Rande der Knie-scheibe, dicht neben der Kante des Schienbeins, mit diesem Knochenfest zusammenhängend; eine zweite an der Hinterfläche der Wade,11 cm unter dem hinteren Umfange des äusseren Gelenkknorrensdes Oberschenkels, mit einigen blassen Fleischwärzchen, im Ver-heilen begriffen. Vorn über dem Sprunggelenk bewegliche, 5 cmlange Schnittnarbe. Gehen durch Spannung und Zerrung derNarben beeinträchtigt. Dauernd ganzinvalide, dauernd grössten-theils erwerbsunfähig.

210.

K. H., Gefreiter vom Magde-burgischen Feld - Artillerie - Regi-ment No. 4, verwundet am 30. August1870 bei Beaumont: Splitterbruchdes rechten Wadenbeins im oberenDrittel durch Gewehrschuss. Ein-gangsöffnung innen an der Wade,Ausgangsöffnung 5 cm unterhalbdes Wadenbeinköpfchens. DasWadenbein ist gesplittert, dasSchienbein an der hinteren Flächeverletzt.

Karbolölverband. Während im Anfang die Eiterabsonderungmassig war und der Eiter durch die Schussöffnungen abfloss,bildeten sich von der 7. Woche ab mehrfach Eitersenkungen,welche die ganze Wade durchzogen und ausgedehnte Einschnitte,sowie Erweiterung des Schusskanals nothwendig machten. Gleich-zeitig wurden mehrere Knochensplitter entfernt — der letzte inder 25. Woche —, einzelne kleine stiessen sich ab. Die Entlassungerfolgte am 14. März 1871. Gute Verwachsung des Bruches;Streckung im Kniegelenk gehemmt. Gang etwas behindert.

6V2 Monate.

211.

A. K., vom Grenadier-RegimentKronprinz (l. Ootpreussisches) No. 1,. ■«w.'-rw undet am 31. August 1870 beiNoisseville: Bruch des rechtenWadenbeins im oberen Drittel durchGewehrschuss. Eingangsöffnunghinten, Ausgangsöffnung vorn.

In den ersten Tagen nach der Verwundung werden mehrmalsSplitter entfernt, worauf starke Eiterung sich einstellt. EndeFebruar 1871 erfolgt Heilung.

6 Monate.

212.

A. K., Sekondlieutenant, ver-wundet am 30. August 1870 beiBeaumont: Gewehrschussbruch deslinken Wadenbeins im oberen Drittel.Eingangsöffnung 12 cm unterhalbdes Köpfchens des linken Waden-beins an der äusseren Seite desUnterschenkels, Ausgangsöffnung9 cm unterhalb der Kniekehle amoberen Theil der Wade.

Nach der Heilung blieb andauernde Schwäche des linken Unter-schenkels, verbunden mit Schmerzen bei Witterungsveränderungenzurück. Daher März 1872 dauernd halbinvalide.

Im Mai 1873 brach die Eingangsöffnung wieder auf und heiltenach Losstossung mehrerer kleiner Knochenstückchen unter An-wendung der Bäder in Baden-Baden. Gebrauchsfähigkeit des Beinsnicht erheblich verschlechtert.

Anfang Juni 1874 Wiederaufbruch der Ein- und Ausgangs-öffnung. 9. Juni 1874 linsengrosses Knochenstück aus der Ein-gangsöffnung, am 9. Juli 1874 nach voraufgegangener ergiebigerWunderweiterung aus der Tiefe der Wadenmuskulatur ein dicht

(Fortsetzung umstehend.)

I