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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

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LaufendeNo.

153.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

B. A., Portepeefähnrich vom2. Nassauischen Infanterie-RegimentNo. 88, verwundet am 6. August1870 hei Spicheren: Gewehrschuss-bruch des linken Schienbeins imoberen Drittel. Die Kugel hatte dievordere Kante des Schienbeinsrinnenartig quer durchgeschlagenmit Eröffnung der Markhöhle undleicht verschobenem Bruch des Kno-chens an der der äusseren Wundeentsprechenden Stelle.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

A. trat vor vollendeter Heilung aus dem Landkrankenhause zuFulda, in das er am 9. August 1870 aufgenommen worden war, am20. November 1870 aus und kam in Privatpflege. Der Schussbruchwar damals in der Heilung begriffen. Auf der vorderen Flächedes Schienbeins verschiedene Fistelgänge mit Knocheneiterung.In der Folgezeit wiederholt Abstossung abgestorbener Knochenstückebis zum Januar 1871, worauf Schluss der Fistelgänge erfolgte.In Folge eines Fehltritts am 23. Februar brach der Knochen vonNeuem genau an der Stelle des früheren Schussbruchs. Anwendungerhärtender Verbände. Mitte Juni ist die Gebrauchsfähigkeit desGliedes wieder in beschränktem Maasse vorhanden. Von Ende Junibis 29. Juli Gebrauch der Schlammbäder in Nenndorf. Am 7. AugustRückkehr zum Regiment; zur Schonung als Adjutant zur EtappeBingerbrück kommandirt, wo A. bis Ende September Dienst thut.

Im Jahre 1872 zeigen sich mehrfach entzündliche Erscheinungenim Narbengewebe und Anschwellungen der umliegenden Weich-theile. Sechswöchentlicher Gebrauch der Schlammbäder in Teplitzvon gutem Erfolg.

Im Februar 1873 erneute Eiterung im Bereiche der Schusswunde,umliegende Weichtheile entzündlich geröthet. Nach vierwöchent-licher ruhiger Lage gingen die Entzündungserscheinungen zurück,es blieb jedoch anhaltende Schwäche im Bein zurück. Im Juniwiederholt Entzündungserscheinungen in der Narbe und ihrer Um-gebung, daher von Neuem dreiwöchentliche ärztliche Behandlung.Durch Gebrauch von Nordseebädern in Wyck vom 1. August bis12. September nicht nur allgemeine Kräftigung erzielt, sondernauch die bestehende Schwäche des linken Beins gemindert.

Im Jahre 1874 trat nach Anstrengungen wieder erheblicheSchwäche im kranken Bein ein, so dass A. beim Marschiren hinterder Truppe zurückbleiben musste. Ende Juli behufs weitererSchonung zum Bezirkskommando Wetzlar kommandirt.

Befund am 11. März 1876: A. klagt über Schwäche des ganzenlinken Beins mit ziehenden Schmerzen im Unterschenkel, namentlichin der Narbensubstanz und deren Umgebung, so dass A. nicht imStande ist, 2 bis 3 Stunden Wegs ohne erhebliche Beschwerdenzurückzulegen. Die Narbe schwillt alsdann an, spannt und röthetsich. Der Umfang des linken Beins durchweg um mehr als 1 cm ge-ringer als der des rechten. 19 cm unterhalb des Kniegelenks aufdem Schienbein feste, strangförmige, über 6 cm lange, 2 cm breiteNarbe, mit dem unterliegenden Knochengewebe verwachsen. DerKnochen zeigt in der ganzen Ausdehnung der Narbe einen Defektvon 1 cm Durchmesser. Zu beiden Seiten des Defekts das Schien-bein erheblich aufgetrieben. Der linke Unterschenkel durch schiefeAnheilung der Bruchenden stark nach aussen gekrümmt. Dauernduntauglich für den aktiven Dienst.

1877: Badekur in Teplitz.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

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