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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.
Band III. Spez. Theil.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
148.
W. W., vom 1. HannoverschenDragoner-Regiment No. 9, verwun-det am 16. August 1870 bei MarslaTour: Gewehrschuss-Splitterbruchdes rechten Schien- und Wadenbeinsim oberen Drittel. Eingangsöffnungan der Innenfläche des Schienbeins,Ausgangsöffnung etwas unterhalbder Eingangsöffnung an der "Wade.SchrägeDurchbrechung der Knochendes Unterschenkels.
In der 6. und 30. Woche werden durch Schnitt Sequester ausdem Schienbein entfernt, mehrere verschieden grosse Splitterstossen sich von selbst ab, der letzte im 12. Monat. Bei der Ent-lassung am 30. Oktober 1871 sind Fisteln vorhanden, welche nochauf Abstossung von Splittern schliessen lassen. Es entsteht Ver-kürzung und Verkrümmung des Unterschenkels. Schienbein starknach aussen gekrümmt, Bruchstelle erheblich aufgetrieben. Gehennur mit Stöcken möglich.
11 'AMonate.
149.
Th. W., vom 3. WestfälischenInfanterie-Regiment No. 16: Ge-wehrschuss-Splitterbruch im mitt-leren Drittel des rechten Schien-und Wadenbeins. Eingangsöffnunginnen, Ausgangsöffnung hinten 8 cmhöher.
6 Tage nach der Verwundung wird eine grössere Anzahl vonKnochensplittern entfernt und der Unterschenkel in Drahthose ge-lagert. Die Verwachsung kommt unter langwieriger Eiterung,Bildung und Spaltung von Abszessen zu Stande; doch muss im11. Monat der befestigte Unterschenkel wieder gebrochen werden,da das untere Bruchende stark nach innen gekrümmt ist. 4 Wochenspäter ist der Bruch in gerader Richtung vereinigt, die Befestigungwird eine gute; am 2. Dezember 1871 ist die Heilung beendet.Fussgelenk völlig steif, Fuss in Sohlenbeugung.
lö'/iMonate.
150.
A.W., Unteroffizier vom 1. Garde-Regiment zu Fuss, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussbruch im mittlerenDrittel des rechten Schien- undWadenbeins. Schien- und Waden-bein sind 6 cm weit gesplittert.
In den ersten 14 Tagen werden zahlreiche Splitter entfernt, am12. Tage ein dünnes, 1.5 cm langes Bleistückchen. Vom 6. Tagebis zur 11. Woche wird der Gypsverband trotz reichlicher Eiterunggut vertragen, dann aber wegen starker Jauchung mit Drahthosevertauscht. In der 13. Woche Herausnahme von Sequestern mittelsMeissel und Hammer aus beiden Knochen, ebenso 9 Wochen später.Vom 9. Monat an guter Verlauf.
151.
152.
H. A., vom 3. MagdeburgischenInfanterie - Regiment No. 66, ver-wundet am 30. August 1870 beiBeaumont: Gewehrschussbruch deslinken Schienbeins im oberen Drittel.Eingangsöffnung 9 cm unter demKnie, Ausgangsöffnung dicht vordem äusseren Knöchel.
b. Schienbein.
Die Bruchenden des nur wenig gesplitterten Schienbeins sindEnde der 7. Woche unter einem Gypsverband verwachsen, dochzieht sich A. durch Fall in der 9. Woche einen neuen Bruch ander alten Bruchstelle zu. Nachdem zwei neue Gypsverbände an-gelegt waren, konnte A. am 2. Dezember 1870 geheilt entlassenwerden. Das Gehen ist wenig behindert.
3 Monate.
Ch. A., vom 3. Hessischen Infan-terie-Regiment No. 83, verwundetam 2. Dezember 1870 bei Loigny:Gewehrschussbruch des linkenSchienbeins im mittleren Drittel.
Der regelrechte Verlauf wird im 3. Monat durch hinzutretendenHospitalbrand unterbrochen, wodurch die Muskeln an der Innen-seite des Unterschenkels blossgelegt werden; grosse abgestorl-.neFetzen stossen sich ab, das Allgemeinbefinden verschlechtertsich erheblich. Durch Anwendung von Glüheisen und Chlorzinkwird dem Fortschreiten des Brandes Einhalt gethan. Ende des8. Monats haben sich die Wunden bis auf eine kleine Geschwürs-fläche geschlossen und sind am 15. September 1871 vollständigvernarbt. Gehen nur mit Stock und Krücke möglich.
9 l /i Monate.