Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
1155
.to.
te.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
96.
E. W., vom Sächsischen 6. In-fanterie-Regiment No. 105, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Verletzung des rechtenSchien- und Wadenbeins im oberenDrittel durch Gewehrschuss. Ein-gangsöffnung vorn oben, Ausgangs-öffnung hinten unten.
Der Schusskanal verläuft 9 cm unter der Kniekehle durch dasSchienbein, ohne den Zusammenhang desselben aufzuheben. DasWadenbein ist ebenfalls verletzt. Der Wundverlauf ist gut, bisW. in der 3. Woche am Typhus erkrankt. Anfang der 5. Wochewird der Eiter missfarben, es entsteht in der Mitte der äusserenSchienbeinfläche ein Eiterherd, wenige Tage nachher Brand amäusseren Knöchel; gleichzeitig scheint sich das Schienbein um seineLängsaxe etwas gedreht zu haben. Am 35. Tage erliegt \V. unterreichlichen Durchfällen seinem Leiden.
35 Tage.
97.
M. W., vom Sächsischen 6. In-fanterie-Regiment No. 105, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Verletzung des linkenSchienbeins im oberen Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung innen, Ausgangsöffnungfehlt.
Die Kugel drang von innen her durch das Schienbein, verursachteweitreichende Splitterung, ohne den Knochen vollständig zu brechenund blieb in den Weichtheilen stecken. Der Unterschenkel zeigtausgedehnte blutige Durchtränkung und schwillt stark an. MehrereGewebsblutungen aus der Wunde verursachen grosse Blutleere.Am 17. Tage wird in Folge einer neuen (4.) Blutung die Schuss-öffnung erweitert, viele Splitter entfernt und nach Unterbindungeiner kleinen Schlagader die ganze Wunde tamponirt. Die Blutungkommt zum Stehen, doch ist W. derartig verfallen, dass er nachkaum 24 Stunden in Folge der Blutarmuth stirbt.
18 Tage.
98.
P. W., vom 2. Garde - Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August187C bei Gravelotte: Lochschussin die Schienbeinkante. AusserdemKopfwunde.
Das Schienbein ist an der vorderen Kante lochförmig aus-geschlagen. Anfangs guter Verlauf, später Fieber und Eiterunglängs der Vena saphena magna. Am 51. Tage tritt plötzlich Ver-fall ein und Tags darauf der tödtliche Ausgang. Embolie?
52 Tage.
99.
-
A. Z., vom Sächsischen 4. In-fanterie-Regiment No. 103, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Streifschuss am linkenSchienbein im oberen Drittel. Ein-gangsöffnung vorn, Ausgangsöffnunghinten.
Das Schienbein ist der Knochenhaut beraubt, aber nicht ge-splittert. Am 5. Tage Feststellung des stark geschwollenen Unter-schenkels im Gypsverbande. In den ersten 14 Tagen ist dieEiterung reichlich, das Befinden leidet durch starke Durchfälle.Als am Morgen des 18. Tages der Gypsverband abgenommen undder Unterschenkel in einer Blechschiene gelagert wurde, trat Nach-mittags ein Schüttelfrost auf, dem innerhalb 24 Stunden zweiweitere folgten. Von jetzt ab wird die Eiterabsonderung reichlichund der ziemlich abgeschwollene Unterschenkel beginnt wiederumbedeutend zu schwellen. 4 Tage später zeigt die Wunde einendicken, weissen Belag, der missfarbige Eiter ist dünn und übel-riechend, das Fieber sehr hoch. Z. verfällt und stirbt an Septicämienach 5 weiteren Tagen.
27 Tage.
100.
C. Knochenbrüche am Unterschenkel.
a.
K. B., vom 7. Ostpreussischen In-fanterie-Regiment No. 44, verwundetam 27. September 1870: Gewehr-schussbruch des linken Schien- undWadenbeins im mittleren Drittel.
I. Geheilte.
Schien- und Wadenbein.
Die Kugel drang an der Innenfläche des Schienbeins ein und vordem Schienbein wieder heraus. Die Ausgangsöffnung lag tiefer alsdie Eingangsöffnung. Der Knochen war zersplittert, ßonnet'scheDrahthose, einfache Lagerung. In den ersten Wochen öfters Ent-fernung und Ausstossung von Splittern. In Folge der bis zur
(Fortsetzung umstehend.)
14 2 A Monate.
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