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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
1147
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

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LaufendeNo.

64

(Fortsetzung.)

65.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

Schenkel soll öfters bis ans Knie anschwellen mit bedeutenderSchmerzhaftigkeit, welche den Kranken zwingt, das Bett zu hüten.

Befund am 3. Juni 1875: Umfang der Wade beiderseits 36 cm,Umfang des linken Beins dicht über den Knöcheln gemessenSOVäcm, rechts 27 cm. Der innere Knöchel des linken Unter-schenkels geschwollen; an demselben befindet sich unten vorn einefeine, beinahe 3 cm tiefe Fistelöffnung; bei Sondirung trifft manauf Granulationen, wodurch eine geringe Blutung hervorgebrachtwird. Eiterabsonderung sehr gering. Die seitliche Bewegung deslinken Fusses ist aktiv gar nicht, passiv nur in geringem Grade,die Bewegung nach oben und unten auch passiv nicht möglich.Die Zehen sind aktiv vollkommen beweglich. Das Gehen ohneStock sehr erschwert. Gebrauchsfähigkeit des Fusses also sehrbeschränkt, doch nicht mehr dem Verluste des Gliedes gleich-zuachten.

Befund am 18. April 1876: Muskulatur des linken Unterschenkelsschlaff und welk, Umfang der Wade links um 3 cm geringer alsrechts. In dem 4}/2 cm tiefen Fistelgang stösst man mit der Sondeauf einen rauhen, harten Gegenstand, von dem sich zur Zeit nichtgenau feststellen lässt, ob er der Rest eines Geschosses oder ab-gestorbene Knochenmasse ist. Sonst Befund wie am 3. Juni 1875.

Befund am 17. Oktober 1878: Ebenso.

Am 17. März 1881 wurde die Kugel in Königsberg entfernt.Darauf Heilung der Wunde, v. K. kann wieder im Hause und aufebenem Boden ohne Stock schmerzfrei gehen, nur bei Fehltrittenauf unebenem Boden Ermüdung und Schmerzempfindungen imkranken Fusse.

Befund am 4. Juli 1882: Umfang der linken Wade nicht ganz1 cm geringer als rechts; der linke innere Knöchel stark verdickt,die Haut über demselben und in weiterer Ausdehnung nach vorn,wo eine tief eingezogene Narbe sichtbar ist, mit dem Knochen ver-wachsen. Umfang des völlig unbeweglichen Sprunggelenks 2 cmdicker als rechts. Linker Plattfuss. Umfang dicht vor dem Spann1 bis l'/s cm grösser, dicht hinter den Zehen 1 /v cm geringer alsrechts. Das Gehen nicht mehr erschwert.

R. L., Lieutenant der Reserve,v.'wundet^m 7. Oktober 1870 bei^SJUk rGewehrschuss Verletzung; Techten Unterschenkels, 9 cmüber dem Fussgelenk. Verletzungdex- Sehnenscheide des Zehen-streckers und der Schienbeinkante.

Langsame Vernarbung der Wunde bei reichlicher Eiterung. Derzurückgebliebenen Schwäche des Gliedes wegen, die sich bei ge-ringen Anstrengungen zu lebhaften Schmerzen steigerte, wurden6 '/a Wochenlang sehr regelmässig die warmen Bäder von Wiesbadenund darauf 6 Wochen Seebäder gebraucht, ohne wirklichen Erfolg.

Befund am 21. September 1871: An der vorderen Seite des rechtenUnterschenkels, 9 cm über dem Fussgelenk, eine fünfpfennigstück-grosse, braungefärbte Narbe, über dem Knochen und der unter-liegenden Strecksehne verschiebbar. Die Kante des Schienbeinszeigt einen scharfrandigen, rinnenförmigen Eindruck, die Streck-sehne der Zehen ist von der Narbe an bis über das Sprunggelenkhinaus deutlich angeschwollen und gegen Druck empfindlich. DieStellung des Fussgelenks ist regelwidrig, indem das untere Gelenk-ende des Schienbeins Neigung hat, nach innen auszuweichen. DieMuskulatur des rechten Beins ist schlaff, dasselbe zeigt durchwegein Mindermaass von % bis 5 A cm gegenüber dem linken.

Das Gehen ohne Stock ist nur einige Schritte weit möglich; wirdes versucht, so ist der Gang schwankend und unsicher, das verletzteBein wird nachgezogen und in einem Bogen herumgeworfen. DerKranke trägt zur Sicherstellung des Fussgelenks einen Scarpa'schenSchuh. Das Gehen ohne Maschine findet ganz auf dem innerenFussrande statt. Dauernd ganzinvalide.

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