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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.
BandlTI. Spez. Theil.
LaufendeNo.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
62.
63.
H. K., vom Sächsischen 3. Reiter-Regiment, verwundet am 27. August1870: Absplitterung des rechtenSchienbeins im unteren Drittel durchGewehrschuss. Eingangsöffnung
hinten über dem inneren Knöchel,Ausgangsöffnung aussen in gleicherHöhe. Ausserdem Revolverschussdurch den 1. und 2. rechten Mittel-fussknochen.
J. K., Kanonier vom Garde-Feld-Artillerie-Regiment, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussverletzung des rechtenUnterschenkels.
An der hinteren Fläche ist das Schienbein gesplittert, das Waden-bein aber unverletzt. Es wird ein Gypsverband angelegt. DerVerlauf ist langsam; 10 Splitter werden theils ausgestossen, theilsentfernt. Am 28. April 1871 wird K. geheilt entlassen. DerFuss schwillt beim Gehen noch an. Eine mit der Achillessehneverwachsene Narbe und Ueberstreckung der rechten grossen Zehebleiben zurück. Gang behindert.
Befund am 5. Januar 1882: Dicht unterhalb des rechten Knie-gelenks an der Innenseite des Beins eine 6 cm lange, schräge, tiefeingezogene, mit dem Schienbeine fest verwachsene und in diesenKnochen eindringende Narbe. In gleicher Höhe in der Mitte derHinterseite des rechten Unterschenkels eine zweite Narbe, welchedie Grösse eines Markstücks hat und mit den Weichtheilen ver-wachsen ist. Eine von einem Einschnitt herrührende oberflächlicheHautnarbe in der Mitte zwischen den beiden oben genannten. Dasrechte Kniegelenk kann völlig gestreckt und gebeugt werden, auchkann K. fest auftreten. Der rechte Unterschenkel ist um V* cmdünner als der linke. Muskulatur beiderseits gleich straff und derb.Dauernd ganzinvalide und dauernd theilweise erwerbsunfähig.
8 Monate.
64.
v. K., Sekondlieutenant, verwun-det am 16. August 1870 bei Marsla Tour: Gewehrschussverletzungdes linken Unterschenkels.
Befund im Jahre 1871: Umfang des linken Fussgelenks 28'/2 crn,des rechten 23'/2cm. Links bedeutende Auftreibung des mcerenKnöchels, an dessen vorderem Rande sich eine leicht blutende, mitschwammigen Granulationen besetzte Geschwürsöffnung befindet.Eine in dieselbe eingeführte Sonde gelangt durch einen engenKanal auf rauhen Knochen. Der äussere Knöchel, über welchemsich eine theilweise mit dem Knochen verwachsene, von einemSchnitt herrührende, 3 /4 cm lange Narbe befindet, ist verbreitertund abgeflacht; die Vertiefungen zu beiden Seiten der Achillessehneam linken Fussgelenk sind grösstentheils verstrichen. Das Gelenkist ganz unbeweglich; leichte Plattfussstellung des linken Fusses.Letzterer sowohl als der linke Unterschenkel erscheint dem Gefühlnach kälter als der rechte. Empfindung links nicht 3,bgescrr«öüht.Ganzinvalide.
Befund am 4. April 1872: Die Muskulatur des verletztenschenkeis ist schlaff, Umfang der Wade um 3 cm geringer als recpfsUmgebung des linken Fussgelenks massig geröthet und geschwollen,der Umfang desselben 2.5 cm grösser als rechts. Am Rande desSprungbeins, dicht unter dem inneren Knöchel Fistelöffnung, welchedünnen Eiter absondert und durch einen Kanal von reichlich 3 cmLänge auf rauhen Knochen führt. Fussgelenk unbeweglich. LeichtePlattfussstellung links. — v. K. kann auf ebenem Boden eine kurzeStrecke ziemlich gut gehen, dann fängt der Fuss an schmerzhaftzu werden, so dass v. K. sich nun zweier Stöcke bedienen muss.Beim Gehen tritt er mit der Hacke auf. Bei Witterungswechselist der Fuss schmerzhaft, und in der Kälte schwillt die ganzeUmgebung der verletzten Theile an. Die gegenwärtige Bewegungs-störung des linkes Fusses muss dem Verluste desselben gleich-geachtet werden.
Befund am 25. April 1873: Derselbe wie am 4. April 1872. Amlinken Unterschenkel geringe ödematöse Anschwellung. Der Unter-
(Fortsetzung umstehend.)