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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Pusses.
Band III. Spez. Theil.
LaufendeNo.
47.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
A. B., vom 1. "WestpreussischenGrenadier - Regiment No. 6 , ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Verletzung des linkenSchienbeins durch Gewehrschuss.
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
In das nicht vollständig gebrochene Schienbein führt ein blinderSchusskanal, doch ist die Kugel nicht nachzuweisen. Der Verlaufist befriedigend, die Wunde heilt bis auf eine Fistel zu und er-möglicht, dass B. von der 12. bis 20. Woche herumgeht. Eine inder 22. Woche eingetretene Verschlimmerung forderte zum Suchennach der Kugel auf, welche wahrscheinlich die fistulöse Eiterungunterhielt; es wurde hierzu die Liebreich'sche Kugelsonde benutzt.Letztere wies auch vermeintlich das Geschoss nach, doch wurdenach Ausmeisslung eines nahezu 2 cm Durchmesser haltendenKanales, dessen Richtung durch die Fistel vorgezeichnet war, nurein kleines Bleistückchen gefunden und herausgenommen. 8 Tagespäter fühlte der in den Kanal eingeführte Finger in der Tiefeeinen harten, zackigen Körper, welchen die Sonde wiederum alsMetall erkennen lässt und die sofort an die Untersuchung an-geschlossene Entfernung. als die fest in den Knochen eingekeilteKugel ergiebt. Ohne jegliche Reizerscheinung erfolgt am 16. Mai1871 Heilung. Invalide.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
9 '/s Monate.
48.
49.
A. B., vom 3. MagdeburgischenInfanterie - Regiment No. 66, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Streifschuss an das rechteSchienbein im oberen Drittel. Ein-gangsöffnung aussen, Ausgangs-öffnung vorn.
Der Schusskanal verläuft von unten aussen nach oben innen;die Schienbeinkante ist verletzt. In der 8. bis 12. Woche werdenöfters Abszesse eingeschnitten und mehrfach Knochensplitter ent-fernt. Ende der 7. Woche besteht noch fistulöse Eiterung. EineLymphgefässentzündung giebt zu Zellgewebsentzündung und Ver-grösserung der Wunde Veranlassung, bis endlich am 11. Juli 1871Heilung eintritt.
A. B., vom Grenadier-RegimentPrinz Carl vonPreussen (2.Branden-burgisches) No. 12, verwundet am16. August 1870 bei Mars la Tour:Schussverletzung des rechten Unter-schenkels.
29. August 1881: B. klagt über Schwäche im rechten Bein undüber reissende Schmerzen im rechten Unterschenkel. Am rechtenUnterschenkel, an dessen Innenseite dicht unter dem Kniegelenk,befindet sich eine markstückgrosse, rundliche Narbe und unterdieser am inneren Gelenkknorren des Schienbeins ein deutlich fühl-barer Gewebsverlust an dem genannten Knochen. Diese Gegenddes Knochens von selbst und auf Druck schmerzhaft. Das ganze .bellteBein ist in seiner Muskulatur schwächer und schlaffer als das Hnv:.Umfang des Oberschenkels oberhalb der Mitte links 51 cm, rechts49 cm, Umfang der Waden oberhalb der Mitte links 39 cm, rechts36 cm. Dauernd ganzinvalide, dauernd theilweise erwerbsunfähig.
10'AMonate.
50.
H. D., Sergeant vom Nieder-schlesischen Feld-Artillerie-Regi-ment No. 5, verwundet am 16. August1870 bei Mars la Tour: Gewehr-schuss durch den rechten Unter-schenkel, welcher das Glied in derRichtung von oben innen nach untenaussen durchsetzte und zwar in demoberen hinteren Abschnitte. Nachdem Kraukenjournal: „Wahrschein-lich Streifung des Knochens."
D. wurde am 1. November 1870 dem Ersatzbataillon übtsrwiejerund diente später ununterbrochen weiter.
Befund am 12. November 1879: 4 cm unterhalb des recnreninneren Schienbeinknorrens eine runde, oberflächliche, nirgendsverwachsene Hautnarbe von der Grösse eines Zwanzigpfennigstücks.Eine zweite, doppelt so grosse, an der äusseren hinteren Seite derWade, 8 cm unterhalb des Knies. Die letztere ist an einer Stellemit der unterliegenden Muskelfascie verwachsen, sonst strahligund glatt. Keine Gewebsverluste an Knochen. Keine Maass-unterschiede. Keine Störungen in den völlig freien Gelenken.Gesund und felddienstfähig.
51.
E. D., vom 4. MagdeburgischenInfanterie-Regiment No. 67, ver-wundet am 22. Januar 1871: Schuss-verletzung des rechten Schienbeinsim oberen Drittel. Eingangsöffnungvorn innen, Ausgangsöffnung aussen.
An der Vorderfläche des Unterschenkels handbreit unter demKniegelenk ist das Schienbein an einer kleinen Stelle verletzt. Inder 3. und 4. Woche vergrössert sich die Wunde durch Zerfallderartig, dass das Schienbein in einer Ausdehnung von 5 cm frei-gelegt wird und eine beschränkte Nekrose zu Stande kommt. Trotz-dem in der 10. Woche ein 3 cm langes abgestorbenes Knochenstückentfernt wird, zieht sich der Wundverlauf noch 10 Wochen langhin, bis D. seine ersten Gehversuche machen und am 14. August1871 mit fast vernarbten Wunden entlassen werden kann.
6 :i A Monate.