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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.
Band III. Spez.Theil.
LaufendeNo.
19.
20.
21.
22.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
L. v. L., Major, verwundet am6. August 1870 bei Spicheren: Ge-wehrschuss in den rechten Unter-schenkel.
G. M., Grenadier vom 6. Branden-burgischen Infanterie - RegimentNo. 52, verwundet am 16. August1870 bei Mars la Tour: Granat-streifschuss an den linken Unter-schenkel.
A. N., vom 3. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 20, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Verletzung der linken Wadedurch Granatsplitter.
R. P., vom Pommerschen Füsilier-Regiment No. 34, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss in die Weichtheiledes rechten Unterschenkels imunteren Drittel.
Befund am 4. Juni 1885: Am rechten Bein findet man hintenin der Mitte des Unterschenkels eine runde, mit den darunter-liegenden Weichtheilen verwachsene und eingezogene Narbe vonlVsom Durchmesser, in gleicher Höhe an der inneren Seite desUnterschenkels eine runde, strahlige, verschiebbare, weisse Haut-narbe von 2 cm Durchmesser. Ausserdem an der rechten innerenSeite des Unterschenkels, 10cm tiefer, noch zwei runde, leichtverschiebbare, braungefärbte Narben. Die Ernährung des rechtenUnterschenkels hat nicht gelitten. Schmerzen in den Narben.
Befund am 19. April 1871: 5 cm lange und 2 cm breite, tiefeingezogene, strahlige, schwielige Narbe verläuft am innerenRande des Schienbeins, 5 cm oberhalb des inneren Knöchels, schrägnach unten zur Achillessehne und ist sowohl mit dem Knochen alsmit der Sehne verwachsen. Beweglichkeit im Fussgelenk, besondersRückenstreckung, gehemmt, anhaltendes Gehen unmöglich; daherzeitig ganzinvalide und theilweise erwerbsunfähig.
Befund am 17. September 1872: Narbe unverändert, Beweglichkeitdes Fusses gehindert, Wadenmuskulatur links wesentlich schlafferals rechts. Dauernd ganzinvalide, dauernd theilweise erwerbs-unfähig.
Befund am 24. Dezember 1886: deutlich ausgesprochene„spastische Spinalparalyse". M. kann nur mit Mühe einige Schritteohne Unterstützung gehen. Beide Beine erheblich abgemagert,das Gefühl überall erhalten. Das Leiden verschlimmerte sich inden folgenden 4 Wochen derart, dass der Kranke bald nicht mehrdas Bett verlassen konnte. Es stellten sich Zeichen allgemeinerSchwäche ein. Tod am 5. Februar 1887.
M. führte mit grosser Bestimmtheit sein Leiden auf die imFeldzug erhaltene Verwundung zurück; er habe nach der Schuss-verletzung am linken Fussgelenk stets im linken Bein Schmerzenverspürt. Nach und nach sei das linke Bein und später auch dasrechte abgemagert, so dass er nicht mehr habe gehen können.
Durch den Granatsplitter wurde ein Theil der Haut und derdarunter liegenden Muskulatur zerstört.
Befund am 26. Juli 1871: 17 1 /,; cm über der Ferse befindet sicheine querverlaufende, 8 cm lange, halbmondförmige, unregelmässigeNarbe, die mit den Muskeln der Wade fest verwachsen ist. DieGebrauchsfähigkeit des Beins ist beeinträchtigt. Dauernd g:invalide, dauernd theilweise erwerbsunfähig.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
Der quer verlaufende, 4 cm lange Schusskanal, an der inneren,hinteren Fläche des rechten Unterschenkels befindlich, sondert inder 3. Woche grosse Mengen bräunlichen, übelriechenden Eitersab. In der 6. Woche schmerzen die Wunden heftig und vergrösserisich rasch um das Doppelte; sie zeigen ausgezackte Ränder mitgerötheter Umgebung und graugelblichem Grund, der Eiter istdünnflüssig und missfarbig. Einige Tage später fliessen beideWunden zusammen, bedecken sich mit diphtherischem Belagund jauchen. Durch Aetzung und Anwendung von Dauerbäderntritt Besserung ein. Brandige Fascien und Sehnen werden entfernt.In der 8. Woche reinigen sich die Geschwüre und sind nach lang-wierigem Verlauf am 24. Februar 1871 vernarbt. Der Gang isthinkend.
6V5 Monate.