Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
1133
Laufende
No.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
13.
14.
15.
16.
17.
H. H., vom Sächsischen 6. In-fanterie-Regiment No. 105, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschuss in die Weich-theile des linken Unterschenkelsim oberen Drittel undHaarseilschussdurch die rechte Wade.
Die Kugel durchbohrte das linke Zwischenknochenband ohneVerletzung des Schien- und Wadenbeins von vorn nach hinten undverursachte dann einen 8 cm langen Schusskanal, welcher die rechteWade durchdrang. Schon am 10. November 1870 war vollständigeHeilung eingetreten.
G. II. , vom 4. Rheinischen In-fanterie - Regiment No. 30, ver-wundet am 1. Oktober 1870: Ge-wehrschuss in die Weichtheile desrechten Unterschenkels im unterenDrittel.
A. K., vom Sächsischen Schützen-(Füsilier-) Regiment No. 108, ver-wundet am 2. Dezember 1870 beiVilliers: Bajonettstich in den linkenUnterschenkel am mittleren Drittel.
K., Sekondlieutenant der Reserve,verwundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussver-letzung der linken Wade.
L. L., vom Sächsischen Schützen-(Füsilier-) Regiment No. 108, ver-wundet am 2. Dezember 1870 beiVilliers: Gewehrschuss in die Weich-theile des linken Unterschenkels imunteren Drittel.
18.
Chr. L., vom 2. Nassauischen In-fanterie-Regiment No. 88, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Verletzung beider Waden durchGewehrschuss.
Die Kugel drang zwischen den beiden Knochen und der Achilles-sehne von aussen nach innen durch die Weichtheile des Unter-schenkels, ohne die Knochen zu verletzen. Gute Granulationenund massige Eiterung führten in 3 Wochen zur Heilung (23. Sep-tember 1870), doch brachen die Narben später wieder auf. In-valide.
Nach aussen von der vorderen Schienbeinkante befindet sicheine bohnengrosse, dreieckige Wundöffnung, aus welcher am Tagenach der Verletzung eine heftige Blutung auftritt, welche durchDruck gestillt wird und nicht wiederkehrt. Der Stichkanal eitertwenig und vernarbt bis zum 30. Januar 1871, ohne nachtheiligeFolgen zu hinterlassen. Beweglichkeit und Gefühlsvermögen sindungestört.
Durch den Gewehrschuss wurde der Wadenmuskel an der Stellezerrissen, wo er sehnig zu werden beginnt.
Befund am 11. Januar 1871: die zerrissenen Theile haben sichnur unvollkommen vereinigt, so dass Zusammenziehungen desMuskels nur geringe Bewegung im Fussgelenk zur Folge haben.Schmerz beim Gehen, hinkender Gang. Dauernd ganzinvalide.
Die Kugel drang hinter dem Wadenbein von aussen ein undkam etwas oberhalb des Fersenbeins an der Innenseite des Unter-schenkels zum Vorschein. In der zweiten Woche nahm die Wundeein gutes Aussehen an, indem mehrere grosse, brandige Gewebs-fetzen sich abstiessen; am 23. Tage aber wurde die Wunde ohnenachweisbare Ursache trocken, bedeckte sich rasch mit einemdiphtherischen Belag und vergrösserte sich bis zu einem Um-fange von 10 cm. Das Allgemeinbefinden wurde dabei sehr schlecht.Nach energischer Aetzung trat Besserung ein; Ueberpflanzungenverkleinerten die grosse Wundfiäche. Heilung am 23. April 1871.Eine grosse, am Knochen haftende Narbe blieb zurück. Gangbehindert.
Eine Kugel durchbohrte beide Waden mit kleiner Hautverletzung,aber ausgedehnter Zerreissung der MM. gastrocnemius und soleus.In den ersten 8 Tagen traten wiederholt sehr starke Blutungenauf, welche durch Tamponade der gespaltenen Höhlen und durchDruckverband gestillt wurden. Nach Lagerung der Unterschenkelin Beinschienen und späterer Theden'scher Einwicklung waren EndeSeptember 1870 die Wunden fast ganz vernarbt.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
2 \ 3 Monate.
21 Tage.
2 Monate.
4 2 /s Monate.