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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.

Bandlll. Spez. Theil.

Laufende

No.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

!).

10.

11.

G. H., vom Bayerischen 1. In-fanterie - Regiment (König), ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschuss in die Weich-theile des linken Unterschenkelsam mittleren Drittel.

L. H., vom 5. Brandenburgischen

Landwehr - Regiment No. 48, ver-wundet am 10. August 1870 vorPfalzburg: Hiebwunde am rechtenUnterschenkel im mittleren Dritteldurch Seitengewehr.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

3

Der Schusskanal verläuft von vorn nach hinten durch dasZwischenknochenband, ohne die beiden Knochen zu berühren.Nach normalem Wundverlauf wird H. am 7. Dezember 1870 alsgeheilt entlassen. Die Streckung im Fussgelenk ist behindert, sodass längeres Gehen noch nicht möglich ist.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

3 '/i Monate.

Hart an der inneren Kante des Schienbeins befindet sich eine5 cm lange Wunde mit scharfen, glatten Rändern. Eine darauserfolgende Schlagaderblutung wird durch örtlichen Druck undEinwicklung des Beines dauernd gestillt. Am 17. Tage ent-wickelt sich in der Wade, dem unteren Wundwinkel entsprechend,eine ovale, weiche Geschwulst, welche allmälig wallnussgross wirdund pulsirt. Bei Druck auf die Schlagader, nahe der Geschwulst,hört die Pulsation auf. Durch Hochlagerung des Beines und An-legung eines Druckverbandes mit graduirten Kompressen wird diePulsation langsam undeutlicher. Die Geschwulst fühlt sich härteran, so dass eine Anfüllung des aneurysmatischen Sackes mit Ge-rinnseln angenommen werden muss. Am 17. September 1870 istdie Geschwulst sehr verkleinert, die Wunde geheilt, so dass H.geheilt entlassen werden kann. Felddienstunfähig.

L. H., vom 2. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschussin die Weichtheile des rechtenUnterschenkels im mittleren Drittel.Eintrittsöffnung vorn, Austritts-öffnung hinten.

12.

M. H., Premierlieutenant, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Verletzung desrechten Unterschenkels durch Ge-wehrschuss.

Die Kugel durchbohrte schräg von unten nach oben dasZwischenknochenband. Die Wunden sind am Ende des 4. Monatsverheilt, doch bestehen noch neuralgische Schmerzen, besondersunter der Fusssohle. Da eine nennenswerthe Besserung innerhalbder nächsten 4 Monate nicht eintritt, wird II. am 15. April 1871entlassen. Das Gehen ist schmerzhaft.

Die Kugel trat 17 cm über dem inneren Knöchel hart am Randeder inneren Schienbeinkante ein und 2 cm tiefer, nach Durchbohrungder Wadenmuskulatur, in der Mittellinie der Wade aus, so dass dieAustrittsnarbe gerade dem Anfangspunkt der Achillessehne entspricht.

Mitte Februar 1871 schlössen sich die Wunden, doch blieblähmungsartige Schwäche, verbunden mit krampfhaften Zuckungenim rechten Bein, zurück. 1871 und 1873: Besuch eines Ostsee-bades, wodurch H. im Allgemeinen gekräftigt, das leidende Beinaber nicht gebessert wurde.

Befund am 20. Februar 1874: Rechtes Bein nicht abgema &beide Narben nicht frei beweglich, bei massigem Fingerdruckin hohem Grade empfindlich. Bei Bewegungen des Fusses siehtund fühlt man, dass einige Sehnen mit der Eingangs- und Aus-gangsnarbe verwachsen sind, was besonders bei ersterer deutlichzu Tage tritt. Berührt man die Wadenmuskulatur etwas kräftig, sostellen sich sofort starke reflektorische, sehr schmerzhafte Zuckungenin der Muskulatur ein. In Folge dessen ist das Bein schwach undermüdet nach geringen körperlichen Anstrengungen. Beim ruhigenSitzen wird bisweilen das rechte Bein durch eine krampfhafteMuskelzusammenziehung in die Höhe geschleudert, ohne dass derWille dies zu verhüten vermag, wohl in Folge der Reizung einesNerven durch die Schusskanalsnarbe. Beim Gehen knickt derFuss leicht ein.

1 '/4 Monate.

8 Monate.

6 Monate.