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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.

Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

A. Weichtheilverletzungen am Unterschenkel.

I. Geheilte.

LaufendeNo.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

H. A., vom Bayerischen Infan-terie-Leib-Regiment, verwundet am8. Dezember 1870 bei BeaugencyCravant: Haarseilschuss in dasobere Drittel der linken Wade.Eingangsöffnung innen, Ausgangs-öffnung aussen.

Der 6 cm lange Schusskanal wird gespalten. Danach rascherVerlauf. Am 13. Januar 1871 ist die Wunde vernarbt.

H. B., vom 6. Rheinischen Infan-terie-Regiment No. 68, verwundetam 23. Dezember 1870 an derHallue: Granatstreifschuss an dasobere Drittel des linken Unter-schenkels.

An der äusseren Fläche des Unterschenkels befindet sich eine8 qcm grosse Wunde, welche bis auf die Muskulatur reicht. DieKnochen sind nicht verletzt. Anfang des zweiten Monats wird dieweitere Ausbreitung einer Eitersenkung durch Spaltung der Hautverhindert, sodann durch ruhige Bettlage und Druckverband imMärz 1871 Heilung erzielt.

A. B., Lieutenant, verwundet am2. Dezember 1870 bei Loigny: Ver-letzung der rechten Wade durchGranatsplitter.

I

Der Granatsplitter hatte die Weichtheile der Wade im Umfangeiner Handfläche zerrissen, dabei die Sehnen der Wadenmuskeluund die Knochenhaut beider Knochen des rechten Unterschenkelsverletzt.

Befund am 30. März 1871: Die Verletzung ist geheilt, doch istschmerzhafte Spannung beim Gehen, auch Steifigkeit bei der Be-wegung des rechten Unterschenkels zurückgeblieben, so dass dasGehen nur unter grosser Anstrengung möglich ist. Dauernd ganz-invalide, dauernd grösstentheils erwerbsunfähig.

Befund am 4. April 1872: An der Hinterfläche der rechten Wadeeine 16 cm lange, 2 cm breite, blaurothe, schwielige, nicht ver-schiebbare, auf Berührung empfindliche Narbe von halbkreisförmiger,nach aussen gebogener Gestalt, welche die untere Hälfte der Wadeeinnimmt. Es ist Schwund der Wadenmuskulatur eingetreten, dieBeweglichkeit im Fussgelenk aufgehoben. Beim Versuche aufzu-treten, empfindet der Kranke lebhaften Schmerz im Bereich derleidenden Theile, so dass der Gang nur mit Hilfe zweier Krückenoder Stöcke möglich ist, wobei er sich fast nur auf diese und dengesunden Fuss stützt. Beim Sitzen schwillt der Fuss an, das Asehen der Narbe lässt ein Wiederaufbrechen derselben befürchtDauernd unbrauchbar, dauernd ganzinvalide, zeitig (auf 3 Jahre)einfach verstümmelt.

Befund am 29. April 1872: Elektrische Behandlung, obwohllängere Zeit hindurch fortgesetzt, hat keine wesentliche Besserunggebracht. Die Schmerzen in den Narben sind besonders beiWitterungswechsel bedeutend. Im vorigen Jahre wurden dieselbendurch eine Badekur in Teplitz günstig beeinftusst.

Befund am 8. März 1875: Der Umfang des rechten Beines istüberall um 2 cm kleiner als der des linken. Die Beweglichkeit desrechten Kniegelenks ist vollständig frei, die des rechten Fussgelenksin geringerem Grade beschränkt als früher. Der Kranke kann sicherauftreten und sich ohne Stütze fortbewegen. Diese bedeutendeBesserung wurde durch die in den letzten Jahren wiederholt an-gewandten Bäder in Teplitz erzielt.

Befund am 16. April 1877: Noch zeitweises Schmerzgefühl, be-sonders bei Witterungswechsel, und geringe Ausdauer beim Gehen.Wiederholter Besuch der Teplitzer Quellen. Seit 1879 ist B. imGrenzdienst thätig.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

l'/e Monat.

3 Monate.

4 Monate.