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XI. Kapitel: Verwundungen des Unterschenkels und des Fusses.
Bandlll. Spez. Theil.
11 (sämmtlich geheilt) auf Knochenverletzungen ohne Auf-hebung des Zusammenhanges. Mittheilungen über die Art derAusführung finden sich in den Krankengeschichten No. 140,142 und 150. Die Zeit, zu welcher diese Eingriffe vor-genommen wurden, gehört der Natur der Sache nach denspäteren Perioden des Wundverlaufes an; am frühesten(6 Wochen nach der Verwundung) erfolgte eine Nekrotomiebei Seh. (No. 140), nach 2 1 /« Jahren bei W. (No. 202),endlich gar erst nach 16 Jahren bei L. (No. 66).
Unter den 55 Operationen, welche nach Spalte 14 derTabelle V bei 1.6 $ aller erhaltend behandelten Knochen-verletzungen am Fuss zur Ausführung gekommen sind, be-finden sich 47 Splitterentfernungen (mit 8 Todesfällen)und 4 Nekrotomien. 42 solcher Eingriffe (mit 5 Todes-fällen) werden nach Splitterbrüchen, 7 (mit 3 Todesfällen)nach einfachen Brüchen, 6 nach Knochenverletzungen ohneAufhebung des Zusammenhanges berichtet.
Hieran schliessen sich die vollständigen oder theil-weisen Aussägungen 1 ) im Verlaufe des Schaftes derUnterschenkelknochen oder von Knochen bezw. kleinenGelenken am Fuss. Erheblichere Eingriffe solcher Artsind bei 26 am Unterschenkel, 2 ) bei 9 am Fuss 3 ) Ver-wundeten mitgetheilt. Von Ersteren starben 12, vonLetzteren 1. Ausserdem befanden sich unter den „anderenoperativen Eingriffen" in Spalte 15 der Tabelle V aufS. 1121 noch 18 ähnliche, aber geringfügigere Operationen(mit 4 Todesfällen) nach Unterschenkelwunden, bei denenes sich nur um Abkneifen eines vorstehenden Bruchstückes,Entfernung einer eingedrückten oder zersplitterten Knochen-wand, Auslöffelung und Glättung der gesplitterten oder ab-gestorbenen Knochenenden, kurz um Eingriffe mittels derZange oder des Meisseis mit Schonung des Knochenmarkeshandelt. Auch zu diesen gaben natürlich hauptsächlich dieSplitterbrüche (12 mal) Veranlassung.
Bei den 42 Verwundungen (mit 26 Todesfällen) amUnterschenkel, welche zu Schlagader-Unterbindungen, 4 )im Verlaufe der erhaltenden Behandlung oder vor derGliedabsetzung Veranlassung gaben, erfolgte die Unter-bindung3 mal (mit 2 Todesfällen) an der vorderen Schienbeinarterie,3 mal (mit 1 Todesfall) an der hinteren Schienbeinarterie,31 mal (mit 22 Todesfällen) an der Schenkelarterie,1 mal (tödtlich verlaufen) an der äusseren Darmbeinarterie,1 mal (geheilt) an der vorderen und hinteren Schienbein-arterie,
1 ) Weiteres hierüber siehe im Kapitel „Grössere Operationen''im Allgemeinen Theil dieses Bandes.
2 ) Diese Fälle sind mitgetheilt im V. Bande dieses Berichtes,S. 545 ff.
3 ) 8 dieser Fälle siehe im V. Bande, S. 543/44; ausserdem 1 beiden „Verwundungen des Unterarms" auf S. 944 dieses (III.) Bandesunter No. 138.
4 ) Einschliesslich der 2 Unterbindungen wegen primärerBlutungen (vergl. S. 1126 und 1127).
2 mal (geheilt) an der vorderen Schienbein- und an der
Schenkelarterie,1 mal (geheilt) an der hinteren Schienbein- und an der
Schenkelarterie.
Schon hieraus ist ersichtlich, dass die Unterbindungweit ab vom Orte der Verletzung am beliebtesten war,während der Gefässverschluss in der Wunde selbst oderauch nur in der Nähe derselben wenig zur Anwendung kam.
Nachblutungen nach Unterbindungen wegen Unter-schenkelwunden sind 15 mal erwähnt. Bei 6 dieser Ver-wundeten führte man erneute Unterbindung theils an höhergelegener Stelle, theils näher an der Wunde aus. So wurdebei Seh. (Gewehrschuss mit Zerreissung der vorderenSchienbeinarterie) wegen Nachblutung aus der Unter-bindungsstelle an der Schenkelschlagader dasselbe Gefässnoch einmal umschnürt, ohne dass es dadurch gelang, er-neute Blutung zu verhindern, an welcher (in Verbindungmit Brand) der Verwundete zu Grunde ging. 1 ) Ebensowenighatte bei dem Amputirten K. 2 ) die Unterbindung der Darm-beinschlagader Erfolg, welche man auf die Unterbindung imVerlaufe der Schenkelarterie folgen liess. Glücklicher ge-staltete sich der Verlauf bei F., 3 ) bei welchem eine Um-schnürung eines blutenden Gefässes in der Wunde, ebensodie entfernte Unterbindung der vorderen Schienbein-schlagader nutzlos blieb, die bald danach ausgeführteUnterbindung der hinteren Schienbeinschlagader aberdauernd die Blutung stillte. Ebenso konnten diejenigen3 Verwundeten 4 ) geheilt entlassen werden, bei welchen aufanfängliche Unterbindung der Oberschenkelärterie_di<einer Unterschenkelschlagader folgte.
Von den 9 Gliedabsetzungen nach vorausgegangenerGefässunterbindung wegen Unterschenkelwunden wurden 4ebenfalls durch Nachblutung nothwendig, 4 andere durchBrand; 1 mal fehlt die Angabe des Grundes.
Als Todesursache ist bei den nach Unterbindungwegen Unterschenkel wunden Gestorbenen:
8 mal Brand,
6 mal Blutung,
7 mal Erschöpfung,10 mal Pyäinie,
1 mal Wundstarrkrampf,1 mal Ruhr
angegeben; bei den Uebrigen findet sich keine nähere Mit-theilung.
Nach Fusswunden sind Unterbindungen bci_6_Mann(davon 3 gestorben) bekannt geworden und zwar handeltees sich 2 mal (mit 2 Todesfällen) um Unterbindung der
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1) Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 619, No. 111.
2 ) Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 214, No. 287 und S. 599,No. 5,
3 ) Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 632, No. 3.
4 ) Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 632, No. 5 und S. 633,No. 6 und 10.