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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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X. Kapitel: Verwundungen des Oberschenkels.

Band III. Spez. Theil.

LaufendeNo.

491.

492.

493.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

M., vom Grossherzoglich Hessi-schen Jäger - Bataillon No. 1, ver-wundet am 3. Dezember 1870 beiOrleans: Gewehrschussbruch desrechten Oberschenkels. Eingangs-öffnung oberhalb der Kniescheibe,Ausgangsöffnung fehlt.

0., vom 6. Westfälischen Infan-terie-Regiment No. 55, verwundetam 14. August 1870 bei ColombeyNouilly: Splitterbruch des linkenOberschenkels durch Gewehrschuss.Eingangsöffnung innen, Ausgangs-öffnung aussen. Ausserdem Bruchdes linken Schienbeins im unterenDrittel.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

Gypsverband; am 5. Tage Drahthose. Ende der 1. "Woche wardie Eiterung ausserordentlich stark geworden. In der Folgebildeten sich Eitersenkungen dem oberen Bruchstück entlang zubeiden Seiten desselben. Am 8. Tage Eröffnung einer grossenEitersenkung oberhalb der Eingangsöffnung. Am 13. Tage Streck-verband. Von der 3. Woche ab wurde das bis dahin gute Allge-meinbefinden durch hohes abendliches Fieber gestört. Am 23. Tagedoppeltgeneigte Ebene. Unter zunehmender jauchiger Eiterungmit hohem Fieber und Auftreten einer starken Blutung in dieJauchehöhlen hinein erfolgte der Tod am 2. Januar 1871 anPyämie.

Lagerung; Eis; am 8. Tage Drahthose; übermangansaures Kali;Bäder für den rechten Unterschenkel; Karbolsäure. Anfangs starkeSchwellung und Schmerzhaftigkeit, welche Anfang der 2. Wochezurückgingen. Am 14. Tage wurden mehrere Splitter heraus-geschnitten. Das Allgemeinbefinden blieb leidlich, bis sich am26. Tage Ruhr einstellte, die im Verein mit reichlicher Jauchungam 18. September 1870 zum Tode führte. Septicämie.

Sektion: Starke Abmagerung und Blutleere. Im Kniegelenkgeringer dünnflüssiger Erguss. Bruch quer über den Knorren;10 cm weit Splitterung und Caries des Oberschenkelknochens.Kein Kallus. Innerer Knöchel rechts abgesprengt.

P., vom 7. BrandenburgischenInfanterie-Regiment No. 60, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Splitterbruch des linkenOberschenkels im unteren Dritteldurch Gewehrschuss. Keine Aus-gangsöffnung.

494.

0., vom 1. Hanseatischen In-fanterie-Regiment No. 75, verwundetam 21. November 1870: Splitter-bruch des linken Oberschenkels imunteren Drittel durch Gewehrschuss.Eingangsöffnung aussen, Ausgangs-öffnung vorn innen über dem Knie.

495.

P., vom Grenadier - RegimentKronprinz (1. Ostpreussisches) No. 1,verwundet am 31. August 1870 beiNoisseville: Gewehrschuss-Splitter-bruch des rechten Oberschenkelsim unteren Drittel. Eingangs-öffnung vorn über dem Knie, Aus-gangsöffnung fehlt.

Sehr bedeutende Splitterung bis zum Knie hin. Schiefe Ebeneund Streckung wurden nicht ertragen, daher Seitenlage. Im Be-ginn der 2. Woche bestand starke Schwellung, reichliche Eiterung,sehr hohes Fieber; Durchfälle. Am 11. Tage wurde djaussen herausgeschnitten und Knochensplitter entfernt.In der 3. Woche trat Gelbfärbung auf. Schüttelfröste. ftfarbige Jauchung. Zuletzt linksseitiger Brustfellergj9. September 1870 an Pyämie.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

31 Tage.

23 Tage.

Pott'sche Seitenlage. Starke Schwellung und reichliche Eiterverbunden mit Fieber und hartnäckigen Durchfällen. Vom 16. Tageab traten öftere Schüttelfröste ein. Unter zunehmender jauchigerAbsonderung Tod am 13. Dezember 1870 an Pyämie.

Sektion: Beide Lungen verwachsen, mit metastatischen Herdendurchsetzt. Milz geschwollen. In der Oberschenkelschlagader einlanges zerfallenes Gerinnsel. Die angrenzenden Theile brandig,mit Knochensplittern durchsetzt. Starke Verschiebung der Bruch-enden in der Längsrichtung des Gliedes. Kniegelenk mit Eitergefüllt. Knochenmarkentzündung bis zu den Rollhügeln hinauf.Hüftgelenk frei. (Vergl. H. Fischer, S. 76.)

Drahtschiene; Karbolcharpie; Kälte. In der 2. Woche entstandeine bedeutende entzündliche Anschwellung des Oberschenkels;hohes Fieber und starke Eiterung führten zu schnellem Verfallder Kräfte. In der Folge trat eine Reihe von Eitersenkungen amKnie auf, aus denen sich in Folge Einschnitts am 21. Tage undin der 6. Woche übelriechender Eiter in grossen Massen undzahlreiche Splitter, sowie ein Kugelstück entleerten. Bei der Unter-suchung gelangte man in die vereiterte Markhöhle; der Knochenwar abgestorben. In der 10. Woche wurde wieder ein Kugelstückaus der Kniekehle entfernt, und ein Eiterherd vorn am Knie ge-öffnet. Unter Zunahme aller Erscheinungen und Auftreten vonSchüttelfrösten erfolgte der Tod am 11.Dezember 1870 an Pyämie.