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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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X. Kapitel: Verwundungen des Oberschenkels.

Band III. Spez. Theil.

weise verwachsen, ödematös, die unteren Lappen im Zustandebeginnender Hypostase. Das Herz auffallend klein, der Herz-beutel trübe. An der inneren Haut der Aorta, besonders auchan einer Kranzarterie, Entzündungsvorgänge. (Vergl. v. Beck,Schussverletzungen, S. 713.)

Wie aus Vorstehendem ersichtlich, kam bei H. Deliriumtremens hinzu, um den wohl ohnehin drohenden Tod zubeschleunigen. Es könnte auch nicht Wunder nehmen,wenn unter solchen Umständen, bei denen der zer-schmetterte Knochen gewaltsam hin- und hergeworfenwird, Fett aus dem Knochenmark in den Kreislauf auf-genommen würde und denselben an lebenswichtiger Stelleunterbräche.

Ueber 1260 Weichtheilverletzungen am Ober-schenkel (mit 145 Todesfällen) enthalten die Tabellen I bis IIIauf Seite 986/6 nähere statistische Angaben. Kechnet manauch die ebendaselbst aufgeführten 361 hinsichtlich derbetroffenen Gewebe zweifelhaften Wunden zu den Weich-theilverletzungen, desgleichen (mit Bücksicht auf An-merkung 5 zu Seite 984, sowie auf die in Anmerkung 5zu Seite 829 dargelegten Umstände) alle in den Tabellenüberhaupt nicht berücksichtigten Wunden, so ergiebt sichals wahrscheinliche ungefähre Summe der Weichtheil-verletzungen am Oberschenkel die Zahl 10 123. Darunterbefinden sich 349 tödtlich verlaufene Wunden, wonach dieSterblichkeit in Folge von Weichtheilverletzungen amOberschenkel sich auf 3.4 $ der Behandelten belaufenwürde. Eine Zusammenstellung der entsprechenden Ver-hältnisse an anderen Theilen der Gliedmaassen (siehe vor-stehende Uebersicht I) zeigt, dass unter allen Weichtheil-wunden an den Gliedmaassen diejenigen am Oberschenkeldie höchste Sterblichkeitsziffer aufweisen.

Des unmittelbaren Vergleiches halber sind in neben-stehender Uebersicht II die Zahlen der sicheren Knochen-verletzungen ') an den Gliedmaassen in derselben Anordnungaufgeführt.

Zu Uebersicht I ist zu bemerken, dass das aus denZahlen der Nachgewiesenen berechnete Sterblichkeits-verhältniss offenbar (mit Bücksicht auf Anmerkung 5 zuSeite 829) das wirkliche weit übersteigen muss, währenddie muthmaasslichen Zahlen und die darauf fussendenVerhältnisswerthe der Wahrheit jedenfalls bei Weitemnäher kommen. Auch die aus den muthmaasslichen Zahlensich ergebende Sterblichkeitsziffer ist allerdings noch etwashöher, als den reinen Weichtheilwunden in Wirklichkeitzukommt, da als sicher angenommen werden kann, dassunter den zweifelhaften oder nicht näher bezeichnetenWunden (welche in der Uebersicht sämmtlich den Weich-theilverletzungen beigezählt sind) sich nicht wenige mitleichter Knochenbeschädigung verbundene Verletzungen

J ) Vergl. hierzu betreffs der einzelnen Arten der Knochen-verletzungen (Knochenverletzungen ohne Aufhebung des Zusammen-hangs einerseits, Knochenbrüche andererseits) die Uebersichten IIIund IV auf Seite 991 und 996.

II. Uebersicht über die Häufigkeit und Tödtlicbkeit der

Knochenverletzungen überhaupt (Knochenverletzungen

ohne Aufhebung des Zusammenhanges und Knochenbrüche)

an den Gliedmaassen') bei Deutschen 1870/71.

Verletzte Körpergegend.

Be-handelt.

Gestorben:

3

absoluteZahl.

aufhundert

Be-handelte.

l

2

3

4

5

1

2 21013462 213

2 552

3 413991

421

157

100

1190

881118

19.5

2.'S

Hand....... ...

11.745

4.5.6.

46.G

25.8

11.9

Summe für die oberen Gliedmaassen

5 769

678

11.8

Summe für die unteren Gliedmaassen

6 956

2189

31.4

Summe der sicheren Knochenverletzun-gen (Knochenverletzungen ohne Auf-hebung des Zusammenhanges undKnochenbrüche) an den Glied-maassen überhaupt ......

12 725

2867

22.6

befunden haben (vergl. S. 991). Die aus der Uebersicht her-vorgehende grössere Sterblichkeit nach Weichtheilwunden desOberschenkels als nach solchen an anderen Theilen der Glied-maassen aber wird dadurch nicht zweifelhaft, weil dienämliche Ungenauigkeit bei allen Theilen der Gliedmaassenobwaltet, erklärt sich überdies leicht aus der gewaltigenFleischmasse des Oberschenkels mit ihrem vielschichtigen,vielfächerigen Bau, ihren verschieden gerichteten Muskel-zügen, ihren straffen und ausgedehnten Fascien, ihrenmächtigen und zahlreichen Gefässen, Nerven und Sehnen,wodurch zu ausserordentlich tiefen, geknickten, oft gewun-denen und verlegten Schusskanälen, Fremdkörper- und Eiter-verhaltungen, Eitersenkungen, Fortkriechen des Eiteulängs der vorhandenen Gebilde und damit zu Zellgejentzündungen, zu Kreislaufstörungen (Blutungeleichterter Allgemeininfektion Veranlassung \Weichtheilverletzungen am Oberschenkelvon vornherein nicht zu den leichten V«rrechnet werden. In der That haben die sicher!Verletzungen allein 15 mal, die zweifelhaften46 mal (zusammen 61 mal mit 41 Todesfällen) zur^absetzung geführt (vergl. Tabelle III auf Seite 986), undzwar geht die Sterblichkeit nach Amputationen in Folgevon sicheren Weichtheilverletzungen (von 15 Operirtenstarben 12 == 80.o§) noch erheblich über die Sterblichkeitnach verstümmelnden Operationen wegen Oberschenkel-Knochenwunden hinaus, offenbar deshalb, weil nach Weich-

J ) Ohne die Gelenkwunden.