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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
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Band III. Spez. Theil.

II. Quetschungen (ohne offene Wunde) und Weichtheilverletzungen.

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Schmerzen; den Urin Hess H. ins Bett gehen. Trotz dargereichtenMorphiums grosse Unruhe, besonders während der Nachtzeit.Am 25. September wurde das verwundete Bein um 2 cm ver-kürzt angetroffen, der Unterschenkel nach aussen gerollt, derOberschenkel fast rechtwinklig geknickt. Nach Abnahme desunbrauchbar gewordenen Verbandes zeigte sich der Oberschenkelin seiner Mitte sehr stark geschwollen, geröthet, sehr schmerz-haft; an einer Stelle eine seichte Hautwunde. Lagerung inDrahthose nach möglichster Geradestreckung; Darreichung vonLiqueur und Morphiumeinspritzung wegen gewohnheitsmässigenAlkoholgenusses. Am 29. September, bis zu welcher Zeit derZustand des H. ziemlich unverändert blieb, wurde ein Gyps-verband angelegt, welcher die unteren Gliedinaassen und dasBecken feststellte. Der Zustand besserte sich nicht; am 1. Ok-tober kam der Kranke fast garniehfc mehr zur Besinnung, nurstöhnte er zuweilen und schrie laut auf. Die Kiefer warenfest aufeinander gepresst, die Augen geschlossen, die Pupillenbewegten sich nicht. Stuhl und Urin wurden ins Bett gelassen;die Gliedmaassen kühl, der Leib eingezogen. 160 Pulsschlägebei 39° Temperatur, dabei grosse körperliche Unruhe, so dassH., wie schon seit einigen Tagen, festgebunden bleiben musste.Die Wunde am Arm entleerte aus zwei Gängen, von denen einerbis zum Unterarm reichte, der andere bis zur Beinhaut des

Oberarmknochens führte, übelriechenden Eiter. Am folgendenTage Tod.

Sektion: Ausgebreitete Blutunterlaufungen am starkgeschwolleneu linken Oberschenkel, in dessen Mitte abnormeBeweglichkeit. Die Muskulatur und die Bruchstelle von starkenBlutherden durchsetzt, an vielen Stellen durch die scharfenKnochenbruchstücke zerrissen; viele noch mit der Beinhautzusammenhängende Splitter. Die Beinhaut selbst geschwellt,leicht löslich, in geringem Umfange vom Knochen abgelöst.Am inneren Umfange des oberen Bruchendes eine 5 cm langeSpalte; eine zweite, etwas längere, an der Aussenseite. DieMarkhöhle mit Blutgerinnsel durchsetzt; auch am äusserenund hinteren Umfange des unteren Bruchendes eine Spalte.Zwischen beiden Bruchenden drei grössere und viele kleinereabgebrochene Stücke. Im Kniegelenk Bluterguss, wässerigerErguss im Schleimbeutel der Streckmuskeln. Der linke Ober-armknochen in der Ausdehnung von 2'/3 cm der Beinhautberaubt; letztere in der Umgebung der beschädigten Stelle ge-schwellt, leicht löslich, in Vereiterung begriffen. (Periostitispurulenta septica.) Die weiche Hirnhaut blutreich, an vielenStellen getrübt; im Subarachnoidealraume starke Ansammlungvon Serum. Die Gehirnmasse stark ödematös, eher blutarm alsblutüberfüllt; der Schädel abnorm dünn. Die Lungen stellen-

I. Uebersiclit über die Häufigkeit und Tödtliclikeit der Weichtlieilverletzungen') an den Gliedmaassen

bei Deutschen 1870/71.

Laufende

Verletzte Körpergegend.

Behandelt.

Gestorben:

No.

absolute Zahl.

auf hundertBehandelte.

1

2

3

4

5

1.2.3.4.

r nachgewiesen......

1 muthmaasslich......

l luutlimaasslich......

831

4 488

7113110

4 89613252

162110123

101510077

2 5869 905

6969

4040

86

86

226349

145234

143165

8.31.5

5.61.3

1.80.65

10.43.4

14.32.3

5.9

1.7

Fsuiiime für die oberen Gliedmaassen { '

6 43820 850

195195

3.o

0.9

bumme für die unteren Gliedmaassen <

5 22230105

514

748

9.82.15

1166050955

709943

6.1

1.8

*) Einschliesslich der hinsichtlich der betroffenen Gewebe zweifelhaften Wunden, sowie derjenigen ohne nähere Angabe.

124*