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IX. Kapitel: Verwundungen des Unterarms und der Hand.
Band I1T. Spez. Theil.
LaufendeNo.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
Verlauf, spätere Zustünde u. s. w.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
385.
Absetzung im Ellenbogengelenk.
A. L., vom MagdeburgischenJäger-Bataillon No. 4, verwundetam 30. August 1870 bei Beaumont:Gewehrschussbruch der rechtenSpeiche.
Tägliche Wasserbäder. Am 13. September 1870: Entfernungvon Knochensplittern. Am 21. September: Entfernung eines zu-sammengedrückten Uniformknopfes aus der Wunde. Bis zum25. September mehrfache Schüttelfröste. Am 3. Oktober: bedeutendeBlutung aus der Wunde. Gefässunterbindung im infiltrirten Gewebenicht ausführbar: Eisenchloridlösung. Wiederholung der Blutung,daher am 4. Oktober Absetzung im Ellenbogengelenk. Am5. Oktober: Lösung eines Unterbindungsfadens an der Armschlagaderin Folge matscher Beschaffenheit der Gefässwandung. Kräftezustandhebt sich allmälig; Heilung. Am 16. März 1871 als invalide ent-lassen. (Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 83, No. 1.)
G 1 /:' Monate.
Absetzung am Unterarm.
386.
G. H., vom Sächsischen 2. Grena-dier - Regiment (Kaiser Wilhelm,König von Preusson) No. 101, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Zerschmetterung derrechten Speiche durch Gewehrschuss.Die Kugel ist in der Nähe der Ellezu fühlen.
Unmittelbar nach der Verletzung beträchtliche Blutung. WegenBrand wurde 14 Tage nach der Verwundung die Absetzungam Unterarm ausgeführt. Am 6. Oktober 1870: 2 1 a cm unter-halb des Ellenbogengelenks eine handtellergrosse Wunde, auswelcher die Elle 2 1 /? cm weit hervorragt. Gute Eiterung, gutesAussehen der Wunde. Am 18. und 19. Oktober stösst sich derhervorragende Theil der Elle ab. In Privatpflege entlassen.(Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 85, No. 14.)
2 Monate.
387.
H., Kanonier, verwundet am15. Dezember 1870 am Loir: Zer-reissung des linken Unterarmsdurch Granate.
Absetzung des Unterarms nahe dem Ellenbogengelenk.Geheilt. (Im V. Bande dieses Berichtes nicht aufgeführt.— Vergl. militärärztliche Zeitschrift, Jahrg. 1872, S. 516.)
388.
H. B., verwundet am 6. August1870 bei Spicheren: Gewehrschuss-bruch der rechten Hand.
Am 17. August 1870: Schmerzen im Arm und Spuren von Kinn-backenkrampf. Am 18. August: Kinnbaokenkrampf stärker. GrosseGaben von Morphium und Chloralhydrat; anhaltende Chloroform-betäubung. Am 19. August: Absetzung am Unterarm. Am20. August: tetanische Starre der Rumpfmuskeln. Am 28. August1870: Tod.
Sektion: Gehirnmasse stark ödematös, alle Höhlen massigmit Serum gefüllt. Verlängertes Mark und Rückenmark blutreich.In den unteren Lungenlappen Hypostase, im rechten Mittellappenfrische Infiltrationen. Leber zeigt an der Pforte starke GelbfärbungGewebe leicht fettig entartet. Milz, Nieren und Darmkanal biete:nichts Auffallendes. (Im V. Bande dieses Berichtes nicht augeführt.—Vergl. Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Bd. I, S. 556
Absetzung an Mittelhand und Fingern.
22 Tage.
389.
A. K., vom Sächsischen 7. In-fanterie - Regiment (Prinz Georg)No. 106, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Zerschmette-rung des rechten 4. Fingers und des4. Mittelhandknochens.
Gleich nach der Verwundung 2. und 3. Glied entfernt. StarkeSchwellung und Eiterung; da diese nicht abnahm, wurde am16. September 1870 der Stumpf des Fingers sammt seinemMittelhandknochen aus der Gelenkverbindung mit derHandwurzel ausgelöst. Am 21. März 1871 als invalide ent-lassen. Verdickung des 3. Mittelhandknochens; Handgelenk frei,Beweglichkeit des 3. und 5. Fingers beschränkt. (Vergl. V. Banddieses Berichtes, S. 119, No. 179.)
Mouate.