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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
981
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:ieil.

th-ung.

Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

981

Anhang.

Gliedabsetzungen.

[Nachträge zum V. Band dieses Berichtes. 1 )]

Laufende

No.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

Absetzung am Oberarm.

382.

383.

F. R., vom Sächsischen 6. Infan-terie-Regiment No. 105, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Bruch der rechten Speiche durchGewehrschuss. Schusskanal von deräussern Seite der Elle nach innenund aufwärts durch die Beuger.

K. Sp., vom 3. NiedersclilesischenInfanterie - Regiment No. 50, ver-wundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewehrschussbruch derlinken Speiche dicht unter demEllenbogengelenk.

A. W., vom 7. OstpreussischenInfanterie - Regiment No. 44, ver-undet am 19. Januar 1871 beit. '^iientin: Splitterbruch der rech-ten Elle.

Pappschienenverband, Kamillenumschläge. Bis zum 12. Sep-tember 1870 Verlauf gut. An diesem Tage plötzlich bedeutendeBlutung aus der Ausgangsöffnung der Wunde, wahrscheinlich ausder Zwischenknochen-Schlagader; Eisenchloridlösung, wonach dieBlutung steht. Am 13. September abermals starke Blutung, welchedurch Anlegung der Aderpresse gestillt wird. Am 15. Septembernochmals Blutung. Die Finger-Untersuchung lässt erkennen, dassdie Speiche, bedeutend zertrümmert, in einer apfelgrossen Schuss-kanalhöhle liegt, deren Umgebung zerstört ist, so dass vom Auf-suchen der Schlagader in der Wunde abgesehen werden muss.Da die Höhle sich bis in die Nähe des Gelenks erstreckt, auch eineUnterbindung der Armschlagader wegen starker Schwellung nichtmöglich ist, so wird am 15. September zur Absetzung amOberarm geschritten, die mit zweizeitigem Zirkelschnitt ausgeführtwird. Die Wundränder werden durch Nähte vereinigt. KeinSchüttelfrost, keine Nachblutung. Nach leichter, bald vorbeigehenderSchwellung des Arms wird R. am 19. Oktober 1870 nach Deutschlandbefördert. (Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 41, No. 210.)

Am 16., 17. und 18. August 1870: Schlagaderblutungen. DaFingerdruck und Eis dieselben nicht dauernd stillen konnten, hohesFieber und starke Infiltration bestand, wurde am 18. August dieAbsetzung des Oberarms im oberen Drittel vorgenommen.Nach verschiedenen Frostanfällen trat Besserung ein, so dass Sp.schon 5 Wochen nach der Verwundung in Genesung entlassenwerden konnte. (Vergl. v. Beck, Chirurgie, IL Bd., S. 793, undV. Band dieses Berichtes, S. 46, No. 248.)

I

5 Wochen.

Feststellende Verbände; Drainage, Dauerbad; starke Eiterung.Am 20. Februar 1871: Blutung aus der Ellenschlagader: Schüttel-fröste. Wegen starker Eiterung Abkneifen der von der Beinhautentblössten Bruchenden. Am 25. Februar: wegen beginnenderPyämie Absetzung am Oberarm dicht oberhalb derKnorren. Nach der Operation stellen sich Fieber und Schüttel-fröste ein. Am 11. März 1871: Tod.

Sektion: Eiterherde in der Leber und im rechten M. pyriformis.Embolische Infarkte und zahlreiche Entzündungsherde in beidenLungen. (Vergl. Zeitschrift für Chirurgie, Jahrg. 1873 und V.Banddieses Berichtes, S. 70, No. 166.)

51 Tage.

J ) Von den nachstehenden 12 Krankengeschichten berichten 6 über solche in Folge von Unterarm- oder Ilandwunden Operirte, welcheim V. Band dieses Berichtes nicht enthalten sind, die übrigen 6 liefern Zusätze zu den im V. Band mitgetheilten Angaben. Ausser denim V. Band und hier unter No. 389 bis 393 aufgeführten Absetzungen an Mittelhand und Fingern sind noch 33 derartige Operationen(sämmtlich mit günstigem Verlauf) bekannt geworden, von deren kasuistischer Wiedergabe wegen Mangels genauerer Angaben jedoch Abstandgenommen worden ist.