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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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IX. Kapitel: Verwundungen des Unterarms und der Hand.

BandHI. Spez. Theil.

I

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

378.

E. R., vom MagdeburgischenJäger-Bataillon No. 4, verwundetam 14. Dezember 1870 vor Paris:Zerschmetterung der linken Mittel-handknochen durch Gewehrschuss.

Ausspritzungen der Wunde mit warmem Wasser, Karbolöl. Diezerschmetterten Mittelhandknochen werden entfernt. Am 22. De-zember 1870 in Deutschland angelangt mit übelriechender undstark eiternder Wunde. Schüttelfröste. Am 19. Dezember: Nach-blutung, welche durch Unterbindung der Speichenschlagader ge-stillt wird. Die Schüttelfröste wiederholen sich, fortwährendesFieber; Wunden sondern jauchigen Eiter ab. Rechts hinten untenDämpfung, Athemnoth. Am 3. Januar 1871: Tod an Pyämie.

20 Tage.

379.

Seh., Kanonier, verwundet am2. Dezember 1870 bei Villiers:Splitterung des rechten 5. Mittel-handknochens durch Gewehrschuss.

Am 10. Dezember 1870: Reissen in den Gliedern; Kinnbacken-krampf; sofort Herausnahme eines spitzen Steinstückes aus derHaut des Kinns und Absetzung des Mittelhandknochens. Fort-gesetzte Chloroformbehandlung. Am 11. Dezember 1870: Tod.(Vergl. militärärztliche Zeitschrift, 1874, S. 224.)

9 Tage.

380.

G. Seh., vom Sächsischen Schützen-(Füsilier-) Regiment No. 108, ver-wundet am 2. Dezember 1870 beiVilliers: Zerschmetterung des linken4. Mittelhandknochens.

Pappschienenverband, Handbäder. Am 9. Dezember 1870: Ent-fernung von Knochensplittern; starke Geschwulst an der Hand.Am 11. Dezember: Mund kann nicht selbstständig geöffnet werden.Vom 15. Dezember an: Kinnbackenkrampf vollständig entwickelt,krampfhafte Zusammenziehungen der Nacken- und Rücken-muskulatm - . Da der Ellennerv in seinem Verlaufe schmerzhaft ist,wird ein l^äcm langes Stück desselben herausgeschnitten. An-fänglich Nachlass der Krankheitserscheinungen, am 15. Dezemberjedoch vermehrte tetanische Krämpfe. Vom 16. Dezember abwenig krampffreie Zwischenräume, Bauchmuskeln brettartig hart,Athemnoth. Am 17. Dezember 1870: Tod unter den Erscheinungendes Lungenödems.

Sektion: Köpfchen des 4. Mittelhandknochens zerschmettert, aufdem Boden der Wunde liegend; ausserdem noch etwa vier kleinefreie Knochensplitter und ein grösserer, durch die Sehne des Streck-muskels festgehaltener Splitter. Eitersenkung etwa 4 cm tief indie Sehnenscheide des gemeinsamen Fingerstreckers. Lungen ander Basis verwachsen, blutreich, Oedem; Milz und Nieren bietennichts Besonderes.

15 Tage.

r

381.

J. W., vom 3. Pommerschen Infan-terie-Regiment No. 14, verwundetam 3. Dezember 1870 vor Paris:Zertrümmerung des Grundgelenksdes linken dritten Pingers.

Krankengeschichte fehlt. Am 15. Dezember 1870: Tod anWundstarrkrampf.

Sektion: Schusskanal verläuft mitten durch das Mittelhand-Fingergelenk und hat die entsprechenden Knochen zertrümmert.In der Tiefe des Handtellers Eiterung längs der Sehnen derFingerbeuger bis zur Handwurzel; am Handrücken ist die Eiterungnur gering; dagegen besteht hier blutige Infiltration der StrecMsehnen bis ebenfalls zur Handwurzel. Am Brustfell alte Ver*wachsungen, Lungen lufthaltig, Milz, Nieren, Harn- und Geschlechts-organe bieten nichts Besonderes. Gehirnmasse innerhalb derRindenschicht überall blutreich; an der weissen Substanz tretennur wenige Blutpunkte hervor. Konsistenz des Gehirns fest,Feuchtigkeit gering. (Sektionsprotokoll aus dem Barackenlazarethauf dem Tempelhofer Felde bei Berlin. Vergl. IV. Band diesesBerichtes, S. 85.)

12 Tage

4