Druckschrift 
3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
977
Einzelbild herunterladen
 

teil.

Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

977

th-ung.

iate.

late.

oate.

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s, w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

361.

A. R., vom Sächsischen 4. In-fanterie-Regiment No. 103, ver-wundet am 29. August 1870 beiNouart: Abtrennung des Nagel-gliedes des rechten Zeigefingers bisauf eine kleine Hautbrücke durchGewehrschuss. Gleichzeitig Strei-fung des Mittelfingers.

Karbolsäureverband. Am 18. September 1870: Streifschusswundeam Mittelfinger vollständig vernarbt. Nagelglied des Zeigefingerswieder angeheilt. Am 10. Oktober 1870 zum Ersatztruppentheilentlassen.

1 1 /3 Monate.

362.

W. L., Sekondlieutenant der Re-serve, verwundet am 2. März 1871:Gewehrschuss in die rechte Hand;Zerschmetterung des 1. Gliedes desrechten Zeigefingers und Streifungdes 1. Gliedes des rechten Mittel-fingers.

Attest vom 2. Mai 1871: Zeige- und Mittelfinger der rechtenHand beträchtlich verdickt, in ihren Gliedergelenken aktiv gar-nicht, passiv in äusserst beschränktem Grade beweglich. Auch inseinein Gelenk mit dem Mittelhandknochen ist der rechte Fingerwenig beweglich. L. lebt noch 1887.

3 Monate.

363.

C. L., vom Sächsischen 5. In-fanterie-Regiment (Prinz FriedrichAugust) No. 104, verwundet am30. November 1870 bei Villiers:Gewehrschussbruch des 1. Gliedesdes linken Zeigefingers.

Gleich nach der Verwundung Entfernung von Knochenstückchen.Handbäder. Starke Schwellung und Röthung der Hohlhand machenEinschnitte nöthig. Eiterentleerung. Am 5. März 1871 nimmt dieEiterung ab, die Schnittwunden fangen an sich zu schliessen. Am8. Juli 1871: Rückkehr zur Truppe.

7 Monate.

364.

J. M., vom 8. Rheinischen In-fanterie-Regiment No. 70, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Zertrümmerung des2. Gliedes des linken Mittelfingers.

Handbäder. Nach reichlicher Abstosjjung von Knochensplitterngeht die anfänglich bestehende Schwellung und Schmerzhaftigkeitzurück. Am 9. September 1870 wird ein Eiterherd auf demFingerrücken eröffnet. Am 29. Oktober mit Steifheit der mittlerenGliedgelenke entlassen.

2'/2 Monate.

365.

F. M., vom 7. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 60, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Gewehrschussbruch des2. Gliedes des rechten Zeigefingers.

Heftpflasterverband. Am 23. Dezember 1870: Entfernung vonKnochensplittern. Heilung nahm ungestörten Verlauf. Am 21. Januar1871 zum Ersatztruppentheil entlassen.

5 Monate.

k ß. AL, vom Hannoverschen Füsi-lier-Regiment No. 73, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Splitterbruch des 2. und 3. Gliedesdes linken Zeigefingers durch Ge-wehrschuss. Ausserdem Streifungdes linken Daumens.

Handbäder. Am 3. September 1870 werden Knochensplitter ent-fernt. Am 7. Oktober: unter weiterer täglicher Anwendung vonHandbädern ist die Heilung günstig fortgeschritten. Am 10. No-vember 1870 entlassen.

3 Monate.

367.

K. Q., vom 1. WestpreussischenLandwehr - Regiment No. 6, ver-wundet am 7. Oktober 1870 beiBellevue: Gewehrschussbruch des1. Gliedes des rechten Mittelfingers.

Am 20. Oktober und 1. November 1870: Entfernung von Knochen-splittern. Handbäder. Wundverlauf ohne Störung. Am 24. Januar1871 als geheilt abgegangen.

3 2 /3 Monate.

Sanitak-Bericht Über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

123