Band HI. Spez. Theil.
Kasuistik.
975
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
347.
A. D., vom Sächsischen 7. Infan-terie-Reginient(Prinz Georg) No. 106,verwundet am 30. November 1870bei Villiers: Zerschmetterung des1. Gliedes des linken Mittelfingersdurch Gewehrschuss.
Bedeutende Zerstörung der Weichtheile mit starker Schwellungder ganzen Hand und grossen Schmerzen. Täglich mehrmalsHandbäder mit Karbolsäure. Mit dem Eiter stossen sich grosseMengen zerquetschter Gewebstheile ab. Einschnitte. Vom 20. De-zember ab: Abnahme der Erscheinungen. Am 30. Januar 1871nach Deutschland übergeführt.
348.
A. D., vom 6. ThüringischenInfanterie-Regiment No. 95, ver-wundet am 5. Januar 1871 :Splitterung des Nagelgliedes desrechten Daumens durch Gewehr-schuss.
Verband mit Perubalsam. Reaktion massig. Wunden granulirengut und sind Ende Februar 1871 bereits geschlossen. Am 10. März1871 wird D. zur Truppe entlassen.
2 Monate.
349.
C. D., vom Anhaltischen In-fanterie-Regiment No. 93, ver-wundet am 30. August 1870bei Beaumont: Gewehrschussbruchzwischen dem Gelenk des 1. und2. Gliedes des linken 4. Fingers.
Karbolsäureverband und Handbäder. Entfernung von Knochen-stücken. Unter reichlicher Eiterung stossen sich abgestorbeneBindegewebsfetzen ab. Allmälige Heilung. Am 16. Dezember 1871nach Deutschland übergeführt.
350.
E. F., vom 4. Pommerschen Infan-terie-Regiment No. 21, verwundetam 30. November 1870 bei Villiers:Splitterbruch des 3. Gliedes deslinken Mittelfingers durch Gewehr-schuss.
Zerquetschung der Weichtheile, daher anfangs starke Eiterung.Handbäder am Tage, Nachts Oelverband, später Heftpflasterverband.Am 7. Dezember 1870: Entfernung von kleinen Knochensplittern.Vom 16. Dezember: Eiterung geringer. Am 15. Januar 1871:vollständige Vernarbung. Am 21. Januar 1871 geheilt zum Ersatz-bataillon entlassen.
l 2 /3 Monate.
351.
F. F., Unteroffizier vom Hanno-verschen Feld-Artillerie-RegimentNo. 10, verwundet am 16. August1870 bei Mars la Tour: Granatschussin die linke Hand. Abreissung desDaumens mit dem Mittelhand-knochen, sowie des 2. und 3. Fingersim Mittelhandgelenk.
Krankengeschichte fehlt.
Attest vom 1. Juni 1872: Dauernd ganzinvalide, dauernd gänzlicherwerbsunfähig und dauernd einfach verstümmelt. Der 4. und5. Finger vollkommen unbeweglich, in einem rechten Winkel ge-bogen. Beweglichkeit der Hand ganz aufgehoben.
|^ 352.
F. G., vom Bayerischen 3. Infanterie-Regiment ,(Prinz Karl von Bayern),verwundet am 2. Dezember 1870 bei■Tjoigny: Gewehrschussbruch des3. Gliedes des linken kleinen Fingers.
Heftpflasterverband. Nach Entfernung der Knochenstückchenam 15. Dezember 1870 wird die Eiterung geringer, Wunde schliesstsich. Am 21. Januar 1871 geht G. zum Ersatztruppentheil.
l 2 /3 Monate.
353.
G. H., vom BrandenburgischenFüsilier - Regiment No. 35, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Verlust des 3. Gliedesdes linken Mittelfingers durch Ge-wehrschuss. Ausserdem Gewehr-schusswunde am 1. Glied des linkenDaumens.
Am 17. Oktober 1870: Entfernung von Knochensplittern. Verlaufohne Störung. Am 11. November 1870 geheilt entlassen.
2 2 /3 Monate.