Band III. Spez.Theil.
Kasuistik.
973
b-ng.
aat.
te.
ate.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
332.
K. Seh., vom Bayerischen 1. Infan-terie-Regiment (König), verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Zersplitterung des linken 1. Mittel-handknochens durch Gewehrschuss.
Bäder von Kamillenthee, Karbolverband. Während des "Wund-verlaufes ab und zu durch Lösung von Knochensplittern bedingteAnschwellungen. Am 21. Januar 1871 geheilt.
4 2 /3 Monate.
333.
F. Seh., vom 3. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Bruch deslinken 4. und 5. Mittelhandknochensdurch Gewehrschuss.
Handbäder, Lister'scher Verband. Am 26. August 1870: Ankunftin Berlin. Hand sehr schmerzhaft, stark geschwollen. Von AnfangSeptember ab: Abnahme der Schwellung, Beginn der Heilung. Am28. Mai 1871 entlassen.
9'/-' Monate.
334.
R. St., vom 3. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 20, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Bruch der linken Mittel-handknochen und Streifung derlinken Backe durch Gewehrschuss.
Handbäder. Bis zum 6. September 1870: Ununterbrochen guterVerlauf; dann Schwellung und vermehrte Eiterung, bis sichHolzstücke und Knochensplitter aus der Wunde abstossen. Am28. Oktober 1870 geheilt entlassen. Hand unbrauchbar.
2 7s Monate.
335.
IL, vom 6. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 52, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Zerschmetterung desrechten 2.Mittelhandknochens durchGewehrschuss.
Nekrotomie an der rechten Hand. Am 6. Oktober 1870 geheilt.
l 2 /s Monate.
336.
W. W., vom BraunschweigischenInfanterie - Regiment No. 92, ver-wundet am 8. Oktober 1870: Zer-schmetterung der rechten Mittel-hand durch Gewehrschuss. (Handlag auf der Gewehrmündung.)
Weichtheile der Hand in grosser Ausdehnung zerrissen. Nachwenigen Tagen stellte sich Kinnbackenkrampf, später allgemeinerStarrkrampf ein; besonders waren die Schlingmuskeln ergriffen,so dass es nur mit grosser Mühe gelang, dem Verwundeten Flüssig-keiten beizubringen. Opium, warme Bäder und Curare erfolglos;erst nachdem mit der Anwendung der Elektrizität — anfangsunterbrochener, später konstanter Strom — begonnen wurde, zeigtesich allmälige Besserung; nach 14tägiger Behandlung war dieMuskelstarre vollständig geschwunden. Am 28. November 1871geheilt entlassen.
l 2 /3 Monate.
I
Hr-fr., vom 3. NiederschlesischenInfanterie-Regiment No. 50, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Bruch des linken 1. Daumen-gliedes durch Gewehrschuss.
late
A. B., vom 3. Hessischen Infan-terie-Regiment No. 83, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Zersplitterung des 1. und 2. Gliedesdes rechten Mittelfingers durchGewehrschuss.
c. Finger.
Zweimal täglich Verband mit Karbolsäure. Ausspritzen derWunde mit Kreosotwasser. Handbäder. Am 10. September 1870:Allgemeinbefinden gut. Wunde macht wenig Beschwerden. Heilungnimmt ohne Zwischenfälle einen regelmässigen Verlauf, bis B. am27. Oktober an Typhus erkrankt. Am 18. März 1871 geheiltentlassen. 1. Daumenglied steif.
Heftpflasterverband. Am 12. September 1870: Entfernung vonKnochensplittern. Wunde sondert wenig ab; Heilungsverlauf ohneBeschwerden für den Verwundeten. Am 2. Oktober 1870 inPrivatpflege entlassen.
67a Monate.
1 Monat.