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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
965
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

965

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

277.

W. V. , vom 3. Brandenburgi-schen Infanterie - Regiment No. 20,verwundet am 4. Dezember 1870bei Orleans: Schussbruch desrechten Unterarms. Eingaugsöff nungin der Mitte der Beugeseite, Aus-gangsöffnung auf der Streckseiteam Beginn des unteren Drittels.

Verband mit Zinc. sulf. carbol. ( x /a prozentig). Am 6. Dezember1870: Entfernung loser Splitter; starke Schwellung, die bis 9. De-zember nachlässt. Kinnbackenkrampf. In der Nacht vom 10. zum11. Dezember stellt sich allgemeiner Starrkrampf ein, hohe Tempe-ratur, starker Schweiss. Tod am 11. Dezember 1870.

7 Tage.

F. Knochenbrüehe an Handwurzel, Mittelhand und Fingern.

I. Geheilte,a. Handwurzel.

278.

279.

281.

II. D., Lieutenant, verwundet am18. Januar 1871: Gewehrschuss inden linken Unterarm. Eingang amunteren Ende der Elle, 2 Fingerbreit vom Handgelenk, Ausgangauf der Mitte des Kückens des2.Mittelhandknochens. Handwurzel-knochen durchbohrt.

J. K., vom Bayerischen 1. In-fanterie - Regiment (König), ver-wundet am 2. Dezember 1870 beiLoigny: Gewehrkugel quer durchdie linke Handwurzel.

A. N., vom Reserve - Landwehr-Bataillon (Berlin) No. 35, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschuss durch die linkeHand. Eingang an der innerenFläche zwischen Mittelhandknochendes Daumens und Zeigefingers, Aus-gang über der Handwurzel. Mittel-handknochen gestreift, das Os tri-quetrum zertrümmert. AusserdemGewehrschussbruch des Nagelgliedesdes linken Daumens.

F. R., vom 2. Hessischen Infanterie-Regiment No. 82, verwundet am6. August 1870 bei Wörth: Zer-schmetterung der linken Handwurzel.

Am 25. Dezember 1873: Die ganze linke Hand ist abgemagert,am wenigsten der Daumen. Der Umfang der dicksten Stelle desUnterarms beträgt links 2 cm weniger als rechts. Pro- undSupination fast aufgehoben. Handgelenk beinahe ganz steif, nurwenig nach der Beugefläche hin beweglich. Der 2. bis 5. Fingerstehen in leichter Beugestellung und können nur in geringem Gradebewegt werden. Der Daumen etwas freier. Mittelhandknochen desZeigefingers ist verunstaltet, Knochenauftreibung an der Grenze derHandwurzelknochen und dem Mittelhandknochen des Mittelfingers.Mit dem Knochen verwachsene Narbe auf dem Rücken des ver-unstalteten linken Mittelhandknochens des Zeigefingers. Gebrauchs-fähigkeit der linken Hand aufgehoben; Fassen und Festhalten istunmöglich, zum An- und Auskleiden bedarf er fremder Hilfe.D. lebt noch 1887.

Handbäder, später Handschiene. Wegen heftiger Zellgewebs-entzündung wurden öfters Einschnitte nöthig. Nach Entfernungvon Knochensplittern glatte Heilung.

Schmerzhafte Empfindungen im linken Arm. Völlige Gebrauchs-fähigkeit der Hand und aller Finger.

Herausnahme sehr zahlreicher Knochensplitter. Eiterung reichlich.Am 15. Oktober 1870: Blutung aus einer kleinen Schlagader, durchUnterbindung gestillt. Am 20. Dezember 1870 wird R. nachDeutschland übergeführt.