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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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IX. Kapitel: Verwundungen des Unterarms und der Hand.

Band III. Spez. Theil.

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

269.

II. B., vom Westfälischen Füsilier-Eegiment No. 37, verwundet am19. Januar 1871 am Mont Valerien:Schussbruch der linken Elle.

Am 20. Januar 1871: Gypsverband in rechtwinkliger Beugungdes Arms; Eis. Das obere Bruchende nach aussen, das untere nachinnen gerichtet. Ende Januar: Fieber und starke Eiterung. Am8. Februar: Frost, der sich täglich wiederholt. Irrereden. Todam 14. Februar 1871.

Sektion: Serös-eitrige Brustfell- und frische Lungenentzündunglinks; Lungeninfarkte. Metastatischer Leberabszess.

26 Tage.

270.

E. R., vom 2. NiederschlesischenInfanterie - Regiment No. 47, ver-wundet am 19. Januar 1871 amMont Valerien: Schussbruch derlinken Speiche.

Starke entzündliche Schwellung des Arms, die bis Anfang Februar1871 zurückgeht. Am 7. Februar: nach heftigem SchüttelfrostLungenentzündung, starke Athemnoth, Durchfall, Gelbfärbung.Tod am 8. Februar 1871.

20 Tage.

271.

S., vom 7. Ostpreussischen Infan-terie-Regiment No. 44, verwundetam 27. September 1870: Splitterungder linken Elle.

, Kugel an der Speiche herausgeschnitten. Am 29. September 1870mit schlecht liegendem Gypsverband Ankunft in Ottweiler: Unter-arm geschwollen und geröthet. Am 14. Oktober: leise Schmerzenin den Kiefern. Am 16. Oktober: Kieferklemme. Am 18. Oktober:Muskeln des Rückens und Bauches von der Starre befallen. BeiBerührungen, Geräuschen u. s. w. Krämpfe. Am 19. Oktober: unterChloroformbetäubung Entfernung eines scharfen Knochensplittersder Elle; danach Nachlassen der Erscheinungen; doch erreichtensie am 20. Oktober wieder die alte Höhe. Chinin, Chloralhydrat.Am 21. Oktober: Gliedmaassen von den Krämpfen ergriffen. Todam 28. Oktober 1870. (Vergl. auch H. Fischer, KriegschirurgischeErfahrungen, S. 57/58.)

31 Tage.

272.

Seh., vom Bayerischen 10. In-fanterie-Regiment (rrinz Ludwig),verwundet am 30. August 1870:Splitterung der linken Elle.

Die halbe Elle in Splittern herausgezogen. Starke Eiterung undhochgradige Reaktion. Seh. bekam Ruhr. Tod am 25.September 1870.

26 Tage.

273.

C. S., vom 6. Pommerschen In-fanterie-Regiment No. 49, verwundetam 2. Dezember 1870 bei Villiers:Splitterung der linken Speiche,Bruch der Elle.

Am 9. Dezember 1870: Gypsverband; starke Eiterung. Rose mitbedeutendem Oedem, deshalb am 14. Dezember Gypsverband ent-fernt. Hohes Fieber. Am 28. Dezember: linksseitige Brustschmerzen;mehrere starke Schüttelfröste. Am 31. Dezember unter Steigerungder Erscheinungen: Tod an Lungenödem.

29 Tage.

274.

St.: Schussbruch der linken Elle.

Am 15. Oktober 1870: Hospitalbrand. Tod am 3. November 1870.Sektion: Osteomyelitis der Elle. Eiterherde in der Lunge.(Vergl. Lücke, Kriegschirurgische Bemerkungen, S. 79.)

275.

W. Th., vom Grenadier-RegimentPrinz Carl vonPreusseu (2. Branden-burgisches) No. 12, verwundet am6. August 1870 bei Spicheren:Schussbruch der linken Speiche.Ausserdem Schussbruch des rechtenSchienbeins.

Ankunft in Berlin am 22. August 1870: An der Innenseite desUnterarms ist die Ausgangsöffnung 5 cm im Durchmesser gross;sehr hohes Fieber. Am 27. August: Schüttelfröste. Am 17. Sep-tember 1870: Tod an Pyämie.

Sektion: Pyämie, Venenentzündung. Splitterung des Schien-beins bis in das Knie.

M

276.

J. V., vom 3. Badischen Infanterie-Regiment No. 111, verwundet am6. Oktober 1870 bei La Bourgonce:Schussbruch der rechten Elle; 5 cmlanger Schusskanal.

Entfernung von Splittern und Tuchstücken aus der Wunde. Bis25. Oktober 1870: leidliches Befinden. Am 26. Oktober, bei Ein-tritt grosser Kälte, bemächtigt sich V. eines wollenen Hemdes, daseinem stark schwitzenden sterbenden Pyämischen ausgezogen war;am Tage darauf Schüttelfrost. Nach 8 Schüttelfrösten: Tod am13. Tage nach der Ansteckung. (Vergl. Socin, KriegschirurgischeErfahrungen, S. 30.)

33 Tage.