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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Bandlll. Spez. Theil.

III. Nebenverletzungen und Komplikationen.

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Meist erst, wenn diese minder eingreifenden Mittelvergeblich zur Anwendung gelangt waren, schritt man zurUnterbindung der Gefässe. Ganz folgerichtig zog man esallgemein vor, diese unter den erschwerten Umständen,welche die vorangegangenen Versuche geschaifen hatten,nicht in der Wunde selbst vorzunehmen, sondern manhielt es für vorteilhafter und auch wohl für sicherer,das Gefäss oberhalb der verletzten Stelle zu unterbinden.Man scheute sich weniger, eine reine neue Wunde zusetzen, als die ursprüngliche zu erweitern, eine Ansicht,die von hervorragenden Chirurgen (Neudörfer, Kriegs-chirurgie, S. 210; Billroth, Chirurgische Briefe, S. 138),getheilt und wohl durch die ausserordentlich grosse Sterb-lichkeit hervorgerufen wurde, welche nach Vornahme vonlängeren und tieferen Eingriffen an der Wunde überhaupt,insbesondere auch nach Unterbindungen in derselben fest-gestellt und bei der nicht antiseptischen Vornahme wohlerklärlich war.

So finden sich nur 42 Fälle, in denen bei Nach-blutungen an Unterarm wunden die Unterbindung gemachtworden ist und zwar an der

Zwischenknochenschlagader . 8 malSpeichenschlagader . . . . G

Ellenschlagader.....2

Ellen- und Speichenschlagader 2

Armschlagader.....20

tiefen Armschlagader . . . 1

Achselschlagader.....6

Schlüsselbeinschlagader. . . 2

zusammen 42mal.Wegen Nachblutungen, die nach Schussverletzungender Haft« eintraten, wurden G Unterbindungen ausgeführt,und -'zwar

des Handbogens.....lmal

der Speichenschlagader. . . 3der Ellenschlagader .... 1der Armschlagader .... 1

zusammen 6 mal.Zu diesen 48 wegen Nachblutung ausgeführten Unter-bindungen kommen noch je 2, die wegen primärer Blutungam Unterarm und an der Hand, endlich eine, die zurSicherheit bei einem Schrotschuss in den Unterarm vor-j?enomnifi c wtff^e, dass ihre Gesammtzahl (wie obenangegeben) 53 beträgt.

Von diesen 53 Unterbindungen wurden ausgeführt:G in der Wunde selbst,47 an dem Gefässstamm oberhalb der Wunde.Was die Art der Unterbindungen am Gefässstammbetrifft, so wird einmal ausdrücklich angegeben, dassdas Gefässrohr der Achselschlagader erst doppelt unter-bunden und dann zwischen den beiden Fäden durchschnittenwurde. Trotzdem trat am 8. Tage erneute Blutung ausder Unterbindungsstelle auf, welche die Auslösung des

Oberarms aus dem Gelenk erforderte. (Vergl. V. Banddieses Berichtes, S. 590, No. 33.)

Blieb die Unterbindung des Gefässstammes oberhall>der Wunde ohne Erfolg und trat eine erneute Blutung auf wie in 10 Fällen geschehen, so gab es drei Wege,zwischen denen man zu wählen hatte: die Unterbindung nochhöher oben, mehr nach dem Herzen zu, möglichst oberhalballer Seitenäste, die zu der Blutung Veranlassung gebenkonnten, oder doch die gefürchtete Unterbindung in derWunde selbst, oder endlich die Absetzung des Gliedes. Diewiederholte Unterbindung noch höher aufwärts hatte 2 malden Erfolg, die Blutung endgiltig zum Stehen zu bringen(siehe den Jäger L. im V. Band dieses Berichtes, S. 583,No. 3, und R. ebendaselbst, S. 578, No. 3). Andere Maledagegen blieb sie vergeblich. Der Füsilier P. (siehe V. Banddieses Berichtes, S. 580) bekam am 24. Tage nach der Ver-letzung eine Blutung, die durch Unterbindung der Armschlag-ader gestillt wurde. In Folge neu auftretender Blutungenmusste 10 Tage später die tiefe Armschlagader unterbundenwerden. Auch dieses Verfahren hatte jedoch keinen end-giltigen Erfolg, vielmehr wiederholte sich nach 9 Tagen dieBlutung, welche zur Operation an der Schlüsselbeinarterieveranlasste. Als am 5G. Tage die Blutung noch einmal auf-trat, führte der zunehmende Blutverlust den Tod herbei.Ebensowenig genügte bei dem Unteroffizier R. (siehe V. Banddieses Berichtes, S. 583, No. 6) die Unterbindung der Achsel-arterie, nachdem die der Armschlagader vorausgegangen unddie Aufsuchung der blutenden Gefässenden in der Wundeselbst vergeblich versucht worden war. Erst die Absetzungam Oberarm führte zum Ziel und zur Heilung.

Zur Aufsuchung der blutenden Gefässe in der Wundeselbst veranlasste die nach der Unterbindung des Gefäss-stammes sich erneuernde Blutung bei dem Einjährig-Frei-willigen H. (vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 587, No. 11,und Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, V. Band, S. 30).Derselbe hatte einen Fleischschuss in den rechten Unterarmin der Richtung von der Beuge- zur Streckseite erhalten,welcher eine starke Blutung aus der Speichenschlagaderhervorrief. Am 15. Tage wird die Armarterie unterbunden,doch wiederholt sich die Blutung nach 10 Stunden. Eisen-sesquichlorid, Tamponade, sowie Eisbeutel sind von vor-übergehendem Erfolge, drei Tage danach tritt nochmaligeBlutung auf, welche durch die Unterbindung der Speichen-schlagader in der Wunde selbst endgiltig gestillt wird.Hierher gehörende Fälle siehe ferner im V. Band diesesBerichtes, S. 587, No. 8, S. 590, No. 33, und S. 59G, No. 9.Bei dem zuletzt bezeichneten Verwundeten wurde derHandbogen in der Wunde der Hand selbst unterbunden.Vergeblich versucht wurde die Maassregel bei dem schonerwähnten Unteroffizier R. (V. Band dieses Berichtes,

S. 583, No. 6).

Erklärlich ist esKrankengeschichten nurbindung in der Wunde

danach, dass die vorliegendenselten über sofortige Unter-selbst berichten. Nach einem