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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Band III. Spez. Theil.

III. Nebenverletzuugen und Komplikationen.

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gestört durch Wunddiphtherie; 6 Monate nach der Resek-tion war die Heilung beendet. Knochenneubildung warnicht eingetreten, die Muskulatur des Unterarms abgemagert.(Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 545, No. 7.)

Vier Aussägungen an den Knochen der Mittel-hand und der Finger (mit zwei Todesfällen) siehe imV. Band dieses Berichtes, S. 511.

Die vorgenommenen verstümmelnden Operationen 1 )sind in Tabelle V auf S. 911 zusammengestellt. Danachentfallen auf die Verwundungen am Unterarm 114 der-artige grössere Eingriffe (mit 40 Todesfällen) und zwar:

2 Absetzungen im Schultergelenk (mit 2 Todesfällen) 2 ),64 am Oberarm ( 24 ) 3 ),

2 im Ellenbogengelenk ( 1 Todesfall )*),

46 am Unterarm ( 13 Todesfällen) 5 )-

!) Weiteres darüber siehe im Allgemeinen Theil dieses Bandesunter »Grössere Operationen".

2 ) Siehe V. Band dieses Berichtes, S. 12, No. 29 und ebendas.8. 585, No. 10.

3 ) Hierher sind 63 im V. Bande dieses Berichtes unterAmpu-tation am Oberarm" mitgetheilte Operationen (mit 24 Todesfällen)gerechnet, ausserdem 1 (glücklich verlaufene) aus dem Nachtrage zumV. Bande (siehe S. 652, unter I. B. 1. a.).

4 ) Siehe V. Band dieses Berichtes, S. 83 unter 1. a. 1 und 1. b. 1.

5 ) 44 dieser Operationen (mit 13 Todesfällen) siehe im V. Banddieses Berichtes unterAmputation am Unterarm", ausserdem 1 (glück-

Verwundungen der Hand bezw. der Finger gabenzu 503 Gliedabsetzungen (mit 34 Todesfällen) Anlass undzwar zu:

2 Absetzungen am Oberarm (mit 2 Todesfällen)'),

11 am Unterarm ( 3 ) 2 ),

6 im 4Iandgeleuk ( ohne Todesfall ) 3 ),

484 von Fingern oder

Fingergliedern (mit 29 Todesfällen) 4 ).Wie viele dieser verstümmelnden Operationen wegenBlutungen nothwendig wurden, ist aus dem P'olgenden er-sichtlich.

lieh verlaufene) ebendas. S. 587, No. 9 und 1 (glücklich verlaufene)unter No. 387 der nachstehenden Kasuistik.

!) Siehe "V. Band dieses Berichtes, S. 52, No. 9 und ebendas.S. 67, No. 139.

2 ) Siehe V. Band dieses Berichtes unterAmputation am Unter-arm" No. 7, 17, 22, 28, 33, 38, 53 der Geheilten und No. 21 derGestorbenen, ausserdem 1 Geheilten und 1 Gestorbenen in den Nach-trägen zum V. Bande (S. 663 unter I. D.), endlich 1 Gestorbenenunter No. 388 der nachstehenden Kasuistik.

3 ) Siehe V. Band dieses Berichtes unterExartikulation imHandgelenk".

4 ) 434 Operationen dieser Art (mit 28 Todesfällen) siehe imV. Band dieses Berichtes unterAmputationen und Exartikulationenan Mittelhand und Fingern", 12 weitere (sämmtlich geheilte) im Nach-trage zum V. Bande (S. 663 unter I. F.), die übrigen (darunter 1 Todes-fall) im Anhang zur nachstehenden Kasuistik.

III. Nebenverletzungen und Komplikationen.

A. Blutungen.

Bei den Verletzungen des Unterarms und der Hand sindiph Ganzen 87 stärkere Blutungen aus Schlagadern be-richtet. Nähere Angaben über Blutader- und Gewebsblutungenliegen nicht vor. Von den Schlagaderblutungen warenin Folge von Verletzungen am Unterarm:

primärer Art............. 2,

sekundärer Art............ 57,

unbestimmten Charakters (mangelnde Zeitangabe) 9,in Folge von Verletzungen an der Hand:

primärer Art............. 2,

sekundärer Art............ 14,

unbestimmten Charakters (mangelnde Zeitangabe) 3,

Summe . . 87.Sie gaben am Unterarm Veranlassung:

zu Unterbindungen......44mal,

zu Gliedabsetzungen.....8

zurStillung durch Tamponade u.s.w. IGan der Hand:

zu Unterbindungen......8

zu Gliedabsetzungen.....4

zur Stillung durch Tamponade u.s.w. 7

Summe . . 87 mal.

Die Seltenheit primärer Blutungen nach Schuss-verletzungen wird durch obige Zahlen aufs Neue bewiesen,wobei jedoch nicht ausser Acht gelassen werden soll, dassdieselben sich nur auf die in Behandlung gekommenenVerwundeten beziehen. 1 )

Da in diesen 4 Fällen von primärer Blutung Unter-bindungen grösserer Arterienstämme (3 mal der Armschlag-ader, 1 mal der Speichen- und Ellen-Schlagader) entwederam Tage der Verwundung selbst oder am Tage nach der-selben nöthig wurden (vergl. V. Band dieses Berichtes,S. 586, E 3, S. 587, 8 und 9 und S. 597, No. 12), so darf manwohl annehmen, dass es sich um unmittelbare Schlagader-verletzungen gehandelt hat. Zu diesen 4 Verwundeten, diesämmtlich geheilt abgingen, gesellen sich laut nachstehenderKrankengeschichten noch 6 mit unmittelbarer Verletzungbezw. Zerreissung von Arterien. Bei diesen war 3mal dieZwischenknochen-, 2 mal die Speichen-Schlagader betroffen,1 mal die arteriellen Gefässe an der Hand, so dass also imGanzen wenn man die Blutungen ohne nähere Angaben

') Wegen dieser Verhältnisse bei den Gefallenen vergl. S. 2dieses Bandes. Nach der Uebersicht in der Anmerkung 2 auf S. 830befand sich übrigens unter derjenigen Hälfte aller Gefallenen, überwelche genauere Nachrichten vorliegen, kein an Vorderarm oder HandVerwundeter.