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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Band III. Spez. Theil.

II. Schusskanäle. Verlauf, Ausgang und Behandlung.

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Störungen der Beweglichkeit können an den oberenGliedmaassen verursacht werden durch Hemmnisse, diesehr entfernt von dem eigentlich betroffenen Theile sichausbilden, da an der in Rede stehenden Körpergegend einweiter Weg zwischen dem krafterzeugenden Muskel und demAngriffspunkt, den Ansatzstellen der Sehnen, liegt. AlleGewebe, die bei der Uebertragung der Kraft irgendwie be-theiligt sind, können die Veranlassung zu Störungen geben.In der nachstehenden Kasuistik der zuwartend Be-handelten finden sich 17 mal Krümmung im Ellenbogenangeführt: 6 mal nach Schussbrüchen der Elle (No. 79, 111,122, 132, 210, 214), 1 mal nach solchem der Speiche(No. 140), 5 mal nach solchen beider Unterarmknochen(No. 81, 141, 168, 181, 252), 1 mal nach Verletzung derKnochen ohne Bruch (No. 39), 2 mal nach Weichtheil-schüssen in den Unterarm (No. 1, 16), und 1 mal nacheinem Schuss in die Handwurzel (No. 278).

Nachdem die allmälige Dehnung durch Anhängen undAufheben von Gewichten erfolglos geblieben, wurde bei B.(No. 81) die gewaltsame Streckung in der Betäubungvorgenommen und der Verwundete nach 5 Wochen geheiltentlassen mit Verkürzung der Strecker (?) und behinderterBewegungsfähigkeit der Finger. Bei H. (No. 140) kam dieKrümmung im Ellenbogen augenscheinlich durch Narben-zug zu Stande, nachdem 6 Monate nach der Verwundung(Sclmssbruch der linken Speiche) Wunddiphtherie grosseZerstörung der Weichtheile verursacht hatte.

Wahrscheinlich Narbenzug lag auch vor bei W.(No. 252); die Speiche war zerschmettert, die Elle ge-brochen durch eine Kugel, die durch Schnitt am Ellen-bogenfortsatz entfernt wurde. Nach 5 Monaten war dieHeilung der Wunde erfolgt.

Einmal (No. 181) blieb Steifheit des Ellenbogenshach 97s monatlicher Behandlung in Folge von Zer-schmetterung beider Unterarmknochen zurück, die nachvielfachen Abstossungen von Splittern eine druckempfind-liche Auftreibung der Elle zurückgelassen hatte.

Splitterung bis in das Ellenbogengelenk ist wohlanzunehmen bei H. (No. 141). Beide Knochen des linkenUnterarms waren nahe dem Ellenbogengelenk zersplittert.Man unternahm es, den Arm zu erhalten, weil man dasGelenk frei wähnte. Dies gelang zwar, doch blieb dasGelenk im rechten Winkel festgestellt und konnte späterniftte- gebeugt Hoch gestreckt, auch nicht ein- oder aus-wärts gedreht werden. Sein Umfang war in Folge vonKnochenauftreibungen um 2 cm dicker als rechts.

Nach Weichtheilschüssen verhinderte einmal (No. 1)eine Zusammenziehung des zweiköpfigen Oberarm-muskels die vollständige Streckung des Armes. Bei einemAnderen (No. 16) hatte die Kugel die Streckseite desUnterarms getroffen und wurde unterhalb des Ellenbogen-fortsatzes herausgeschnitten; das Ellenbogengelenk blieb inBeugung von etwa 120° stehen; selbst durch lange fort-

Sanitlts-Bericlit über die Deutschen Heere 1870/71. III Bd. Spez. Theil.

gesetzte Streckversuche konnte eine erhebliche Verbesserungder Beweglichkeit nicht erzielt werden.

Von Störungen der Beweglichkeit im Hand-gelenk finden sich angegeben:

Allgemeine Lähmung der Hand 6 mal, und zwar 3 malnach Schussbrüchen der Elle (No. 163, 185, 210), 1 malnach einem solchen der Speiche (No. 204), 1 mal nacheinem Schuss in den Zwischenknochenraum (No. 8), und

1 mal nach einem Schussbruch des 1. und 2. Mittelhand-knochens (No. 330).

Steifheit (Ankylose) des Handgelenks 15mal:3 mal nach Schussbrüchen der Elle (No. 87, 126, 172),

2 mal nach solchen der Speiche (No. 130, 232), 7 mal nachsolchen beider Unterarmknochen (No. 97, 113, 114, 148,176, 181, 208), 3 mal nach Schüssen in die Mittelhand(No. 310, 321, 330).

Die Drehung beider Unterarmknochen um einander(Pro- und Supination) für sich blieb nach den vorliegendenKrankengeschichten aufgehoben 8 mal, und zwar 5 malnach Schussbrüchen der Elle (No. 93, 111, 126, 172, 214),

1 mal nach Schussbruch der Speiche (No. 92), 2 mal nachsolchen beider Unterarmknochen (No. 102, 226). Nur alserschwert wird diese Bewegung angeführt 5 mal, darunter

2 mal nach Schussbrüchen der Speiche (No. 226, 251), 3 malnach solchen beider Unterarmknochen (No. 138, 153, 246).

Im Allgemeinen behindert (ohne nähere Bezeich-nung) blieb die Gebrauchsfähigkeit der Hand 28 mal,und zwar 4 mal nach Schussbrüchen der Elle (No. 105,154, 162, 178), 6 mal nach denen der Speiche (No. 91,136, 140, 166, 253, 254), 6 mal nach solchen beiderUnterarmknochen (No, 138, 162, 168, 173, 207, 226),1 mal nach Knochenstreifschuss (No. 27), 4 mal nach Weich-theilschüssen in den Unterarm (No. 1, 3, 7, 14), 3 mal nachSchüssen in die Handwurzel (No. 278, 282, 283), 3 malnach Schussbrüchen der Mittelhand (No. 307, 320, 334),1 mal nach Abreissung des Daumens mit dessen Mittel-handknochen, sowie des 2. und 3. Fingers an der Wurzel(No. 351).

Feststellung der Hand in Beugung, so dass völligeStreckung nicht möglich ist, wird bei W. (No. 66) alsFolge zunehmenden Narbenzugs angeführt, Feststellungin übermässiger Streckung bei W. (No. 243) nachSchussbruch der Elle mit angeblicher Lähmung des mittlerenArm- und des Speichen-Nerven.

Von Störungen der Beweglichkeit der Fingerfindet sich 34 mal Behinderung im Allgemeinen ohnenähere Erläuterung angegeben und zwar: 4 mal nach Schuss-brüchen der Elle (No. 158, 210, 220, 227), 4 mal nach denender Speiche (No. 103, 182, 251, 254), 11 mal nach denenbeider Unterarmknochen (No. 81, 148, 152, 155, 159, 181,184, 208, 226, 244, 252), 1 mal nach einem Schuss in denZwischenknochenraum (No. 8) , 9 mal nach Schussver-letzungen der Mittelhandknochen (No. 287, 290, 292, 298,

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