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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
905
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Band III. Spez. Theil

Kasuistik.

905

te.

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

291.

P. K., vom Grossherzoglich Hessi-schen 2. Reiter - Regiment, ver-wundet am 25. November 1870:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Eingang vorn, Ausganghinten.

In Französischen Lazarethen behandelt. Am 18. Februar 1871im Gypsverbande entlassen; reichlich eiternde Fisteln, Bruchendenbeweglich. 21. Februar in Dijon: Verband entfernt, Eitersenkungin der rechten Achselhöhle eröffnet, Verbindung mit den Fistelnhergestellt, Ausspritzungen mit Kali hypermangan. 27. Februar:Ueberführung nach Deutschland; Pappschienen; wegen Transport-unfähigkeit am 1. März in Chaumont aufgenommen, hohes Fieber,starke Eiterung. Ausgedehnte Einschnitte, 5 grössere Knochen-stücke entfernt, Lagerung in einer innen offenen Gypsschale.2. März: Fieber massig, Eiterung reichlich. 4. März: Eitersenkungnach dem Schulterblatt, Husten, Schüttelfrost. 6. März: Dämpfunglinks hinten; Eiterung geringer, übelriechend, Granulationen vonschmutzigem Aussehen. 10. März: Gelbfärbung. Am 13. März rechtesSchulter- und linkes Fussgelenk geschwollen. Am 17. März: Tod.

3 V2 Monate.

292.

H. P., vom 3. Westfälischen In-fanterie-Regiment No. 16, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Splitterbruch des lin-ken Oberarms durch Gewehrschuss.Kein Ausgang. Ausserdem Schuss-bruch des rechten Vorderarms undStreifschuss an die rechte Schultermit Quetschung des Schulterblattes.

Gefensterte Gypsverbande. Kugel am 18. August 1870 aus-geschnitten. Mehrfache Entfernung von Splittern, Befinden gutbis zum 22. Oktober, Schulterwunde verheilt, beide Brüche festvereinigt, Eiterung gering. . 23. Oktober: heftiger Schüttelfrost,sehr hohes Fieber. 26. Oktober: Schüttelfröste, massenhafte Durch-fälle, Ränder der Fisteln geschwollen, Eiterung vermehrt undübelriechend. 28. Oktober: Gelbfärbung, gleichmässiges Fieber.31. Oktober: Tod.

2V2 Monate.

293.

R., Füsilier vom 2. Magdebur-gischen Infanterie-Regiment No. 27,verwundet am 30. August 1870 beiBeaumont: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang innen5cm über dem Knorren, keinAusgang.Kugel über dem Ilakenfortsatz unterder Haut zu fühlen. Splitterbruch.

Ausschneiden der Kugel und Entfernung zahlreicher Knochen-splitter am Tage der Verwundung, Drahtschiene, später Gypsverband.Allgemeinbefinden leidlich, Eiterung massig, Ueberführung nachLeipzig. Ende September 1870: Typhus. Am 17. Oktober: Tod.

Sektion: Bruch fest verheilt, Kallus massig stark, ausserordentlichbrüchig, mit einem eingeheilten Bleistück. Ellenbogengelenk frei.Typhus.

l'/i Monate.

294.

H. R., vom 1. Hanseatischen In-fanterie-RegimentNo. 75, verwundetam 9. Dezember 1870: Gewehr-schussbruch des rechten Oberarms.Eingang vorn aussen, Ausganghinten. Splitterung.

Entfernung der losen Splitter. Am 12. Dezember 1870: sehrstarke Schwellung und jauchige Eiterung, im Eiter viele kleineKnochenstücke und Tuchfetzen; Lagerung auf Kissen. Am 18. De-zember : Entfernung eines 4 cm langen Splitters; Schwellung undEiterung nehmen ab. Seit 19. Dezember: Schüttelfröste, Chinin.Am 25. Dezember: Durchfälle, hohes Fieber, Irrereden. Am 31. De-zember 1870: Tod.

3 Wochen.

295.

K. Seh., vom Sächsischen 2. Grena-dier-Regiment (Kaiser Wilhelm,König von Preussen) No. 101, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Splitterbruch des rechtenOberarms durch Gewehrschuss. Zu-gleich Streifschuss an die rechteBrusthälfte.

Schwellung und Eiterung erheblich, grosse Schmerzen. Karbol-charpie, Pappschienen. Am 31. August 1870: Allgemeinbefindengut, Eiterung massig, gefensterter Gypsverband und Ueberführung.Auf dem Transport plötzlich starke Schlagaderblutung, nach an-haltend durchgeführtem Druck auf die Achselschlagader zum Stehengebracht. In der Nacht: Tod an den Folgen des Blutverlustes.

12 Tage.

Sanitäts-Bericht Ubev die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.

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