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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.

Band III. Spez. Theil.

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

286.

G. W., vom 6. OstpreussischenLandwehr-Regiment No. 43, ver-wundet am 15. Januar 1871: Zer-schmetterung des rechten Ober*-arms, angeblich durchExplosions-kugel" (V) Eingangsöffnung von derGrösse eines Zweithalerstückes ander Aussenseite, Ausgang hinten.

Entfernung von Splittern, Schienen. Eiterung und Fieber er-heblich, Eitersenkung an der Innenseite, Einschnitt, häufig Ab-stossung von Splittern. Im März 1871 Ueberführung nach rückwärts.Bis Mai werden 24 Splitter verschiedener Grösse entfernt. Am 18. Maiwird ein Bleistück ausgezogen, welches aussen glatt, innen rauhund mit einer gelblichen zerschmolzenen Masse bedeckt ist. Bruch-enden noch beweglich. Am 22. Juni weitere Ueberführung. Bruch-enden beweglich. Eiternde Fisteln.

5 Monate.

287.

J. Z., vom 4. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des linken Oberarms. GeringeSplitterung. Kein Ausschuss.

25. August 1870: Ankunft in Berlin im gefensterten Gyps-verbande, starke Schwellung, massenhafte jauchende Eiterung.Gypsverband entfernt, Lagerung auf Kissen, Breiumschläge. ImSeptember stossen sich viele kleine Splitter und Tuchfetzen ab.Im Oktober: Kallusentwickelung schreitet vor, Eiterung unbe-deutend. Am 14. November wird die Kugel in der Ellenbeugegefühlt und ausgeschnitten. Bruch fest verheilt. Im Januar 1871entlassen.

5 Monate.

288.

E. Z., vom Sächsischen 8. In-fanterie-Regiment No. 107, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschussbruch deslinken Oberarms. Eingang 5 cmüber dem äusseren Knorren, Aus-gang innen hinten in gleicher Höhe.

Schwellung anfangs unbedeutend, gefensterter Gypsverband.Erscheinungen von Druck, Verband entfernt; Eiterung reichlich,Allgemeinbefinden leidlich. Im Dezember 1870: eiternde Fistelnführen auf abgestorbenen Knochen, grosse Kallusmassen, Schuss-kanal noch durchgängig, Armbäder, Ausspritzungen mit Kreosot-wasser. Im April 1871: Entfernung von 5 grossen Knochenstücken.17. Juli: "Wunden geschlossen, Bruch fest verheilt, Badekur inTeplitz. Rückkehr am 4. September. Eingangswunde wiederoffen mit ganz geringer Eiterung, Zunahme derselben im Oktober.12. Oktober: Eiterdurchbruch an der Vorderseite, Fistel führt aufrauhen Knochen. Grosse Kallusmassen. Sequester vorhanden.Am 2. Dezember entlassen. Erhebliche Abmagerung. Ellenbogen-gelenk rechtwinklig gebeugt. Streckung gar nicht, Beugung nurum wenige Grad möglich. Ein- und Auswärtsdrehen der Handfast normal.

15 Monate.

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289.

290.

F. F., vom 4. Garde - Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-gang oberhalb des äusseren Knorrens,Ausganghintenfast in gleicher Höhe.Keine Splitterung.

J. A. H., vom Sächsischen 5.Infanterie-Regiment(PrinzFriedrichAugust) No. 104, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang IV2 cm lang, '/umbreit an der Innenseite dicht überdem inneren Gelenkknorren, welchertheil weise zersplittert ist; Ausgangan der Aussenseite.

b. Gestorbene.

Anfangs geringe Anschwellung und Eiterung; Schienen, spätergefensterter Gypsverband; günstiger Verlauf. Von Ende September1870 an: schlechteres Aussehen der Wunden, Frösteln, dann stetighohes Fieber bis 10. November, häufig 40.5°. Luftröhrenkatarrhund Katarrh beider Lungenspitzen. Am 10. November: heftigerSchüttelfrost, desgleichen am 16. und 28. Dezember. Bruch festverheilt, beide Wunden eitern und sehen blass aus. Anfang Jr.-.uiiir1871: Schwellung beider Fussgelenke, später auch des rechtenSchultergelenks. Ende Januar: massenhafte Durchfälle, Gelbfärbung,häufige Schüttelfröste. Am 31. Januar: Tod.

Sektion: Eitrige Knochenmarkentzündung des oberen, theil-weise abgestorbenen Bruchendes.

28. August 1870: Ankunft in Leipzig, gefensterter Gypsverband,reichliche Eiterung, Entfernung mehrerer Splitter. 3. September:Armbad von 6 Stunden, Abends starke Schlagaderblutung, Verlustvon etwa 4 Pfund Blut; Aderpresse, nach deren Abnahme am4. September erneute Blutung. Unterbindung der Armschlagaderim oberen Drittel. 7. September: Entfernung eines l'/äcm langen,lern breiten Knochensplitters, Abends Temperatur 40.5°. 10. Sep-tember: Blutung, Ausstopfung der Wunde mit Bauschen, getränktmit Eisenchlorid, Fingerdruck, Eis. Abends Bewusstlosigkeit undTod. (Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 592, No. 6.)

5 '/> Monate.

3 Wochen.