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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
897
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

897

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

256.

P. M., vom Holsteinschen Infan-terie-Regiment No. 85, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Schrägbruch des linken Oberarmsdurch Gewehrschuss. Eingang aussen5 cm über dem Gelenk, Ausgang vornhandbreit unter der Achselfalte.

Gefensterter Gypsverband. Anfangs Fieber, nach mehreren Tagengeschwunden. Eiterung massig, Abstossung mehrerer kleinerKnochensplitter. Ende September 1870: feste Vereinigung. No-vember: Wunden verheilt. Entlassen.

3 Monate.

257.

J. M., vom Sächsischen Leib-Grenadier-Regiment No. 100, ver-wundet am 6. Oktober 1870: Ge-wehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang in der Ellenbeuge,kein Ausgang. Geringe Splitterung.

Starke Blutung durch Einwickeln des Armes mit Binden ge-stillt. Anschwellung sehr bedeutend, namentlich an der Hinter-seite, wo bereits am 13. Oktober 1870 durch Einschnitt mehr als'/j Liter Eiter nebst der plattgedrückten Kugel entleert wird.Dessault'scher Verband. Am 25. Oktober: Eiterentleerung unter derAchselhöhle. Weiterer Verlauf ungestört. Mitte November: Bruchfest verheilt, Wunden noch offen. Ueberführung. Keine Verkürzung.Reichlicher Kallus. Wunden nahezu verheilt. Gebrauchsfähigkeiterhalten, nur grosse Schwäche.

1 Monat.

258.

W. M., vom 1. WestfälischenInfanterie-Regiment No. 13, ver-wundet am 14. August 1870 beiColombeyNouilly: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. MassigeSplitterung.

Nach Beseitigung der Schwellung gefensterter Gypsverband.Am 20. September 1870: Ueberführung nach Bonn. Verband ab-genommen, feste Vereinigung, massige Eiterung, Knochen in grosserAusdehnung abgestorben. Langwierige Durchfälle, hochgradigeErschöpfung, Argent. nitric. mit günstigem Erfolg. Im Oktober:Entfernung einer grossen Zahl von Knochensplittern. Mitte De-zember geheilt entlassen. Feste Vereinigung. Keine Verkürzung.Sämmtliche Gelenke gut und ausgiebig beweglich.

4 Monate.

259.

F. M., vom Sächsischen Feld-Artillerie - Regiment No. 12, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Gewehrschussbruch des lin-ken Oberarms. Eingang an der In-nen-, Ausgang an der Aussenseite,2'/« cm über dem äusseren Knorren.Ausgangsöffnung doppelt so grossals die Eingangsöffnung.

Ende Oktober 1870: Ankunft in Bautzen in gefenstertem Gyps-verband mit eiternden Wunden; Eiter quillt unter dem Verbändehervor. Verband entfernt, Lagerung auf Kissen, später Pappschienen.Mitte November: starker Kallus, Eiterhöhle am Innenrande deszweiköpfigen Muskels geöffnet, wiederholt mit Finger und Sondeuntersucht; Abends Schüttelfrost mit nachfolgendem Fieber; nach6 Tagen Temperatur normal, Eiterung sehr reichlich, Knochen inziemlicher Ausdehnung rauh, nicht beweglich. Anfang Dezember:Durchbruch des Eiters in der Ellenbeuge, von hier aus mit derNelaton'scheu Sonde ein Kugelstück gefunden und am 10. Februar1871 unter der Sehne des zweiköpfigen Muskels ein plattgedrücktesStück der Chassepotkugel ausgeschnitten. Im Februar: diphtherischeHalsentzündung mit hohem Fieber. Am 11. März 1871: Chloroform-betäubung, Ausgangswunde blutig erweitert, Entfernung von sechsSequestern, deren längster 2'/a cm lang, l'Acm breit; Wunde mitKarbolcharpie ausgestopft. Wunden verheilen, brechen aber imApril wieder auf, Fisteln führen auf rauhen Knochen. Im Mai 1871:Entlassung. Feste Vereinigung. Sequester vorhanden. EiterndeFisteln. Starke Abmagerung. Ellenbogengelenk steif. Zeitig gänz-lich erwerbsunfähig.

10 Monate.

260.

H. N., vom Grossherzoglich Meck-lenburgischen Grenadier-RegimentNo. 89, verwundet am 2. Dezember1870 bei Loigny: Querbruch desrechten Oberarms, 5 cm über demEllenbogengelenk durch Gewehr-schuss. Eingang vorn, Ausganghinten aussen. Splitterung.

Am 15. Februar 1871: Ankunft in Frankfurt a. M. Feste Ver-einigung, massige Eiterung, Gypsverband. Wunden blutig erweitert,Entfernung mehrerer Sequester von verschiedener Grösse, lang-dauernde Warmwasserbäder. Anfang März: Wunden geschlossen;brechen im April wieder auf, nach drei Wochen verheilt. Am30. Mai entlassen. Feste Vereinigung. Dicker Kallus. Muskelschwunderheblich. Krümmung und Steifheit des Ellenbogengelenks. Dauerndgrösstentheils erwerbsunfähig.

6 Monate.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1810/71. III. Bd. Spez. Theil.

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