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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
896
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89G

VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.

Band III. Spez. Theil.

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

250.

G. K., vom 5. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 94 (Gross-herzog von Sachsen), verwundetam 12. Januar 1871: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms.

Anfangs sehr günstiger Verlauf im gefensterten Gypsverbande.Am 9. Februar 1871 nach Worms übergeführt, bei der Ankunfthohes Fieber und Schmerzen. Gypsverband entfernt, feste Ver-einigung, Lagerung auf Kissen. Eiterung massenhaft und übel-riechend, Umschläge mit Chlorkalklösung. 20. Februar: Eiter-senkung an der Innenseite des Gelenks eingeschnitten. Im April:Wundrose, darauf ungestörte Heilung. Am 25. Mai entlassen.

4 Monate.

251.

R. K., vom 5. BrandenburgischenInfanterie-Regiment No. 48, ver-wundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewehrschussbruch deslinken Oberarms. Massige Splitte-rung.

27. September 1870: Ankunft in Küstrin im gefensterten Gyps-verbande mit reichlicher Eiterung. Später Abnahme des gelockertenVerbandes; gepolsterte Gypsschienen, Wunden mit Karbollösungausgespritzt. Im November: Eiterdurchbruch an der äusserenSeite des Gelenks, Entfernung mehrerer Splitter aus der entstandenenFistel. 19. Dezember: Splitter von 3 cm Länge entfernt, Heilungsämmtlicher Wunden. Anfang Februar 1871 entlassen.

6 Monate.

252.

B. K., vom 6. Thüringischen In-

fanterie-Regiment.No. 95, verwundetam 11. Januar 1871: Gewehrschuss-bi-uch des linken Oberarms. Ein-gang an der äusseren Seite, keinAusgang. Massige Splitterung.

Kugel dicht über dem inneren Knorren unter der unverletztenHaut zu fühlen, am Tage der Verwundung ausgeschnitten, wenigin ihrer Gestalt verändert. Schwellung massig, nach Beseitigunggefensterter Gypsverband. Am 24. Januar 1871: Verband mitKarbolöl. Eiterung massig. Im Februar: Abstossung einiger Splitter.Im März: Verband entfernt, feste Vereinigung. Heilung der Wunden.Am 4. April entlassen. Keine Verkürzung. Feste Narben. Musku-latur nicht wesentlich abgemagert. Streckung und Beugung imEllenbogengelenk zwar etwas beschränkt, aber zum gewöhnlichenGebrauche ausreichend.

3 Monate.

253.

J. K., vom 1. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Bruch-stelle dicht über dem Gelenkknorren,Schusskanal von innen nach aussen.Gleichzeitig Bruch der rechten Elle,etwa in der Mitte, ohne Hautwunde.Granatverletzung.

Gypsverband bis zum Handgelenk bei gebeugtem Ellenbogen,am 3. September 1870 erneuert; wenig Kallus. Am 16. September:Schwellung, Verband entfernt, Lagerung auf Kissen, feuchte Um-schläge. Am 29. September: Entfernung einiger Bleistückchen. EndeOktober: Wunden verheilt, Bruchstellen fest vereinigt, Ellenbogen-gelenk sehr wenig beweglich. Armbäder und Elektrizität erfolglos.Am 23. Dezember entlassen. Erhebliche Abmagerung. Ellenbogen-gelenk sehr wenig beweglich.

4 Monate.

254.

K. L., vom 1. WestpreussischenGrenadier-Regiment No. 6, ver-wundet am 1. September 1870 beiSedan: Granatschussbruch des lin-ken Oberarms ohne Splitterung.

Am Tage der Verwundung gefensterter Gypsverband, am 15. Sep-tember 1870 in Weimar erneuert. Am 29. September: entzündlicheSchwellung, Eiterung in der Gegend des äusseren Knorrens, Ver-band entfernt. Breiumschläge, Einschnitt, Lagerung auf Kissen.Am 13. Oktober: Schnittwunde verheilt, Bruchenden noch beweglich,Gypsverband. Am 5. November: Wunden verheilt, feste Vereinigung.Am 7. November in Privatpflege.

2 Monate.

255.

M. M., vom 3. Posenschen Infan-terie-Regiment No. 58, verwundetam 6. Oktober 1870: Schussbruchdes rechten Oberarms durch Granat-splitter. Eingang über dem Haken-fortsatz, unregelmässig gerissen,Ausgang an der Aussenseite in Formeines rechtwinkligen Dreiecks mit7 cm langer Grundlinie; gänzlicheZerschmetterung des unteren Drit-tels. Gleichzeitig Schnssbruch desersten linken Daumengliedes durchChassepotkugel.

Amputation verweigert. Aus der Ausgangswunde werden amTage der Verwundung mehrere grössere Granat- und Knochensplitterentfernt, Drahtkorb. Eiterung und Fieber verhältnissmässig gering,Verband mit Karbolcharpie. September und Oktober: Entfernungvieler Knochensplitter. Verlauf langwierig, ohne besondere Zwischen-fälle. Ende Dezember: Wunden geschlossen, auch diejenige amDaumen, feste Vereinigung. Am 31. Januar 1871 entlassen. Er-hebliche Verkürzung. Muskulatur sehr abgemagert, Narben mitKallus verwachsen. Völlige Steifheit des Ellenbogengelenks.

6 Monate.