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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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VI Fl. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.

Bandlll. Spez. Theil.

Laufende

No.

241.

242.

243.

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

Frhr. v. II., Lieutenant, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruehdes linken Oberarms. Eingang vornmitten auf der Beugeseite, 2 V2 cmüber dem Gelenk; Ausgang 3 cmüber dem Hakenfortsatz. StarkeSplitterung.

E. IL, vom Sächsischen 6. Infan-terie-Regiment No. 105, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Schussbruch des linken Oberarmsdurch Granate. Massige Splitterung.

H. J., vom 5. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 94 (Gross-hersog von Sachsen), verwundet am2. Dezember 1870 bei Villiers: Ge-wehrschussbruch des rechten Ober-arms. Eingang 5 cm über demHakenfortsatz, Ausgang vorn aussen.Keine Splitterung.

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.

Die Verwundung fand auf etwa 100 Schritt Entfer-nung statt, dieEiugangsöffnung hatte die Grösse eines silbernen Fünfmarkstückes.Auf dem Schlachtfelde einfacher Verband mit Leinwand, Abendsin einem Lazareth Holzschienen und Tragetuch. Am 18. August 1870 :Gypsverband; Abnahme desselben am 20. August in Kreuznachwegen heftiger Schmerzen; gefensterter Gypsverband in Beuge-stellung. Am 25. August: hohes Fieber; Eingangsöffnung zeigtbrandige, zerfetzte und sehr geschwollene Ränder, reichliche übel-riechende Eiterung mit Knochengries gemischt, der ganze Ober-arm stark geschwollen und blutig durchtränkt. Vom 26. bis30. August: Ueberführung in die Heimath; daselbst Erweiterungder Ausgangsöffnung wegen Eiterverhaltung, Entfernung mehrererKnochensplitter und neuer Gypsverband. Gutes Allgemeinbefinden.Ende September eitrige Entzündung des Ellenbogengelenks undhohes Fieber. Ende Oktober: feste Verheiluug des Bruches, Ent-zündung des Ellenbogengelenks ist zurückgegangen, Verschluss derAusgangsöffnung. Frühjahr 1871: passive und aktive Bewegungen,Sommer: Badekur in Gastein, Abstossung von Knochenstückchen,Vernarbung der Eingangsöffnung. 1872: krankhafte Steigerung desGefühls am Oberarm, Unterarm fast ganz unempfindlich, Ellen-bogengelenk fast ganz steif in einem Winkel von 140°. Sommer1875: Entzündung um das Ellenbogengelenk herum, Eiterherd, beidessen Entleerung mehrere Knochenstückchen und Tuchfetzen zumVorschein kommen. Derselbe Zwischenfall wiederholt sich 1880und 1885 mit Entleerung von Knochenstückchen.

1887 (nach Angaben des behandelnden Arztes): Massige Ver-kürzung, Verdickung des unteren Endes. Haut an der Speichen-seite des Vorderarms taub und gefühllos, Arm etwas abgemagert;die früheren durch Verletzung des Speichennerven und theilweiserVerwachsung dieses Nerven mit dem Kallus bedingten nervösenErscheinungen kehren in geringem Grade bisweilen wieder.Streckung im Ellenbogengelenk vollkommen, Beugung bis zu etwaein Drittel der normalen Ausdehnung. Hand kann zum Munde ge-führt werden, Finger frei beweglich. Leichte Ermüdung des Armesund Schmerzen bei Anstrengungen.

Stromeyer'sches Kissen; nach Abnahme der Schwellung gefen-sterter Gypsverband, am 6. September 1870 erneuert. Eiterungmassig, Allgemeinbefinden gut. Am 18. September: Eitersenkung,Gypsverband entfernt. Ende September feste Vereinigung, Ueber-führung nach Sachsen. Wunden verheilen, brechen aber bald wiederauf, eitern und entleeren Knochenstückchen und Tuchfetzen. Läh-mung der linken Hand, Elektrizität. Anfang Februar 1871. Wundengeschlossen. Nach Teplitz zur Badekur geschickt. Muskelschwundbedeutend. Ellenbogengelenk passiv vollkommen beweglich, aktiveBewegungen behindert, Hand gelähmt.

In den drei ersten Wochen Schienenverband, Verlauf sehr günstig,Schwellung und Eiterung gering. Ende Dezember 1870: Entfer-nung kleiner Knochenstücke und Tuchfetzen, von da ab massen-hafte, erschöpfende Eiterung. Ende Januar 1871: Nachlass derEiterung, Verlauf ungestört. Am 25. Januar: Schienenverband,Ueberführung nach Sorau. Februar: Feste Vereinigung, Heilungder Wunden. Am 18. Mai entlassen. Keine Verkürzung. BeideArme von nahezu gleichem Umfange. Streckung und Beugung imEllenbogengelenk fast gar nicht beeinträchtigt, die andern Gelenkeganz frei.

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

6 Monate.

6 Monate.