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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
893
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BandHI. Spez. Theil.

Kasuistik.

893

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

236.

E. H., vom 1. WestpreussischenGrenadier - Kegiment No. 6, ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Gewehrschussbrueh desrechten Oberarms, massige Splitte-rung.

Am 10. August 1870: Ankunft in Weimar, Schienenverband;starke entzündliche Schwellung, Eisumschläge; Schwellung nimmtab. Am 16. August: massenhafte Eiterung, täglich mehrmaligerVerbandwechsel. Am 25. August: gefensterter Gypsverband, zweimalerneuert wegen Druck und Anschwellung der Hand. Am 8. Oktober:Gypsverband entfernt, feste Vereiniguug, massenhafter Kallus, zurBeseitigung desselben Druckverband. Eiterung reichlich, Entfer-nung mehrerer Splitter. Zweimal täglich Lister'scher Verband.Ellenbogengelenk im rechten Winkel steif, gewaltsame Streckungruft grossen Schmerz hervor. Armbäder. Februar 1871 bricht dieEingangsöffuung wieder auf, ein plattgedrücktes Stück ungefährdie Hälfte der Kugel ausgezogen. Im März mit verheiltenWunden entlassen. Massenhafter, unregelmässig geformter Kallus.Muskulatur abgemagert. Steifheit des Ellenbogengelenks.

7 Monate.

237.

E. H., vom 1. Hessischen Infan-terie-Regiment No. 81, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Eingang aussen 2 l h cmüber dem äusseren Knorren, Aus-gang innen in gleicher Höhe.

Gefensterter Gypsverband wird gut vertragen. Eiterung gering,kein Fieber. Im Dezember feste Vereinigung; Wunden eitern wenig,es entleeren sich kleine Bleistücke und Tuchfetzen. Mitte Januar1871: Wunden geheilt. Am 22. Februar entlassen. Keine Ver-kürzung. Volle Beweglichkeit erhalten, nur noch Schwäche vor-handen.

5 Monate.

238.

A. H., vom 4. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 24, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingang vorn,Ausgang hinten. Splitterung.

Am 18. August 1870: Schienenverband. Am 22. August: Ent-fernung von Splittern, gefensterter Gypsverband, Mitte Septembererneuert. Wenige Tage darauf entzündliche Schwellung, Verbandentfernt, Middeldorpfsehes Dreieck. Oktober: Allgemeinbefindengut, Bruch fest verheilt, Mitte November auch die äusseren Wundengeschlossen. April 1871 entlassen vom Truppentheil. ReichlicheKallusmassen. Abmagerung des Arms. 1 cm Verkürzung. Ellen-bogengelenk steif in nahezu rechtem Winkel.

3 Monate.

239.

H. H., vom 2. NiederschlesischenInfanterie-Regiment No. 47, ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Starke Splitterung deslinken Oberarms durch Gewehr-schuss.

Am 7. August 1870: Entfernung vieler loser Splitter, gefensterterGypsverband wird gut vertragen und bleibt bis Anfang Oktoberliegen; feste Vereinigung. Oktober: stumpfe Erweiterung der massigeiternden Fisteln, Entfernung einer Anzahl von Kuochensplittern,welche zum Theil deutliche ßleispuren zeigen. Ende Novemberentlassen. Eiternde Fisteln.

4 Monate.

241).

F. H., vom 1. Garde-Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August-IS7Q v bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms mitmassiger Splitterung. Gleichzeitig2 Weichtheilwunden am rechtenKnie durch Granatsplitter.

Im Feldlazareth zu Ste. Marie mit kühlen Umschlägen bis zurAbschwellung behandelt und am 1. September 1870 in gefenstertemGypsverbande nach Neustadt a. H. übergeführt, woselbst im weiterenVerlaufe wiederholte Zellgewebsentzündungen mit lebhaften Fieber-bewegungen mehrere Einschnitte erforderlich machen. Drainirungder Fistelgänge. Ausgedehnte Nekrose der Bruchenden hindertlange die Vereinigung. Anfang 1871 wird II. durch lang-wierige Wundrose mit hohen Temperaturen hochgradig erschöpft.Die Wunden am Knie verheilen verhältnissmässig schnell, doch sinddie Narben noch lange sehr empfindlich. Am 3. März Bruch schiefverheilt, Eitersenkung an der Beugeseite des Vorderarms wirddurch Einschnitt geöffnet, ebenso am 8. März. Im Mai Entfernungeines grossen Sequesters, worauf sämmtliche Wunden sich schliessen.Beugemuskeln stark zusammengezogen; heisse Bäder. Im Junibehufs Invalidisirung entlassen. Arm stark abgemagert. Elllenbogen-gelenk im rechten Winkel steif. Finger wenig beweglich.

10 Monate.