Band III. Spez. Tlieil.
Kasuistik.
887
b. Gestorbene.
1
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
207.
A. B., vom 3. Garde - Regimentzu Fuss, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Granatschuss-bruch des linken Oberarms. Ein-gang vorn, Ausgang hinten. Splitte-rung.
Die Bruchenden stehen weit auseinander in Gestalt zweier langer,von Knochenhaut theilweise entblösster Spitzen. Am 28. August1870 in Pont ä Mousson: Erweiterung der Eingangswunde, Ab-sägung der Knochenspitzen, Schienenverband. Am 2. September sindEiterung und Schwellung beträchtlich, subjektives Wohlbefinden.Vom 12. bis 19. September: Lungenentzündung des rechten Unter-lappens. Ende September: Eiterung jauchig, unter dem Deltamuskelgrosse Eiterhöhle, Lagerung in Schwebeapparat. Am 5. Oktober:Druckbrand am Kreuzbein, beiden Schulterblättern und linken Ellen-bogen. Gypsverband mit Brustgürtel, Ueberführung. Ende Oktober:grosse Schwäche, Eiterung massenhaft, Durchfälle. Am 2. November:Schüttelfrost, hohes Fieber, viel Husten, Erguss in den rechten Brust-fellsack, am rechten Rollhügel grosser Druckbrand. Am 8. November:Gelbfärbung. Am 13. November 1870: Tod. (Vergl. V. Band diesesBerichtes, S. 552, No. 2.)
3 Monate.
208.
K. E., vom NiederrheinischenFüsilier-Regiment No. 39, verwundetam 21. Januar 1871: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-gang hinten aussen, Ausgang vorninnen. Keine Splitterung.
Am 23. Januar 1871: Pappschienen. Schwellung und Eiterungmassig. Am 28. Januar: Drahtschienen; kein Fieber. Am 2. Fe-bruar: Temperatursteigerung; Eiter dünnflüssig, übelriechend. Am4. Februar: Durchfälle. Seit 7. Februar täglich Schüttelfröste,hohes Fieber. Am 11. Februar: Schmerzen in der Schulter, zu-nehmender Kräfteverfall. 17. Februar 1871: Tod.
Sektion: Keine Splitterung, grosse Eitersenkungen am Oberarm,der Schultergegend und auch am Brustkorb. Im SchultergelenkEiter, in den Lungen zahlreiche kleine Eiterherde.
4 Wochen.
209.
K.F., vom Sächsischen 5.Infanterie-Regiment (Prinz Friedrich August)No. 104, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-gang an der innern Seite, kein Aus-gang. Gleichzeitig durchbohrendeBrustwunde links.
Pappschienen. Geringe Dämpfung links hinten unten; Athemnothund Bluthusten massig; Opium. Kugel an der Aussenseite des Ober-arms unter der Haut fühlbar, ausgeschnitten. Günstiger Verlauf.Anfang September: Durchfälle, zeitweise durch Darmeinspritzungenmit Höllensteinlösung gestillt, aber stets heftiger wiederkehrend.Eiterung massenhaft, jauchig. Am 19. September 1870: starkerSchüttelfrost, hohes Fieber, Delirien, Chinin. Fröste wiederholensich immer häufiger, fortschreitender Verfall der Kräfte. Am 25. Sep-tember 1870: Tod.
5 Wochen.
210.
G., vom 1. Magdeburgischen In-fanterie-Regiment No. 26, verwundetam 30. August 1870 bei Beaumont:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Eingang vorn, Ausganghinten innen 3 cm tiefer. StarkeSplitterung.
Entfernung von Splittern, gefensterter Gypsverband. Verlaufgünstig, fieberlos. Am 11. September 1870: Schwellung, Eiterung-reichlicher, Lagerung auf Kissen. Ende September: hohes Fieber,Eiterung jauchig, Aussehen der Wunden schmutzig-blass. AnfangOktober: Schüttelfröste, Delirien, Gelbfärbung. Am 8. Oktober1870: Tod.
Sektion: Auf der konvexen Leberfläche mehrere scharf um-schriebene, Faserstoff-Auflagerungen. Aehnliche Auflagerungen undblutüberfüllte Stellen auf dem Bauchfell, desgleichen am Dünndarm.In der Leber mehrere Eiterherde, Milz sehr stark vergrössert.Splitterbruch des rechten Oberarms, eitrige Knochenmarkentzündung.
5 Wochen.