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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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886
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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.

Band III. Spez. Theil.

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

203.

M. W., vom 3. Badischen In-fanterie-Regiment No. 111, ver-wundet am 24. September 1870:üewehrschussbruch in der Mittedes linken Oberarms ohne Trennungder Haut. Ausserdem massigeQuetschung der Weichtheile durchGranatsplitter.

Lagerung auf Kissen; geringe Schwellung, Anwendung von Kälte.29. September: Gypsverband. Derselbe wird im November entfernt;feste Vereinigung. Elektrizität erfolglos. Am 23. September 1871entlassen. Keine Verkürzung. Erheblicher Kallusring. Schwundder Muskulatur des ganzen Armes, Temperatur des Armes herab-gesetzt. Schwäche des ganzen Armes, aktive Beugung der Fingerunmöglich. (Vergl. v. Beck, S. 183, No. 3.)

12 Monate.

204.

H. W., vom 5. BrandenburgischenInfanterie-Regiment No. 48, ver-wundet am 6. Januar 1871: StarkeSpütterung des linken Oberarmsdurch Gewehrschuss. Eingang ander Aussenseite des linken Unter-arms, 9 cm unter dem Ellenbogen;die Kugel ging durch die Ellen-beuge und zerschmetterte den Ober-arm 9 cm über dem Gelenk; A us-gang an der Hinterseite.

Erhebliche Schwellung. Am 14. Januar 1871: Abnahme derselben;Gypsverband, die Schulter umfassend, am 26. Januar: erneuert.27. Februar: Gypsverband abgenommen, Bruch in Winkelstellungverheilt, Wunden am Vorderarm und der Ellenbeuge vernarbt,Ausgangsöffnung wenig eiternd. Ueberführung nach Darmstadt.Verschluss der Ausgangs wunde, in Chloroformbetäubung Wieder-brechen des Oberarms. Gypsverband, Heilung des Bruches unvoll-ständig. Am 1. April 1872: Lähmungsartige Schwäche des ganzenArms, Steifheit des linken Ellenbogengelenks in beinahe rechtemWinkel, an der Bruchstelle falsches Gelenk.

Am 25. Januar 1874: Im Allgemeinen derselbe Zustand, Beweg-lichkeit des Ellenbogengelenks gebessert.

Am 9. Juli 1878: P'alsches Gelenk nicht vorhanden, knöcherneVereinigung, Oberarm um 2 7-cni verkürzt. Ellenbogengelenk inder Hälfte der normalen Ausdehnung beweglich, Hand wird zumAn- und Auskleiden und zum Essen gebraucht. (Im V. Bandedieses Berichts nicht enthalten.)

15 Monate.

205.

H. W., vom 1. WestpreussischenGrenadier - Regiment No. 6, ver-wundet am 6. August 1870 bei"Wörth: Gewehrschussbruch des lin-ken Oberarms. Eingang aussen,Ausgang innen in der Mitte. StarkeSplitterung.

Schienenverband. Ueberführung nach Frankfurt a. M. Am13. August 1870: Gefensterter Gypsverband, Karbolöl, Eiterungmassig. Am 24. Oktober: Fieber und Schmerzen, Gypsverbandentfernt, Eitersenkung an der Innenseite, Einschnitt. Vereinigungziemlich fest; Schienenverband; Besserung. Mitte November findetsich ein Kugelstück in der Schnittwunde, welches entfernt wird.Dezember: Entfernung von Splittern, Zunahme der Eiterung, Er-weichung des Kallus. Vom 12. bis 22. Januar 1871: Wundrosemit hohem Fieber, darauf Abnahme der Eiterung, ungestörter Ver-lauf, Schienenverband. Am 5. Mai 1871 entlassen. Keine Ver-kürzung. Feste Vereinigung. Schwäche und Abmagerung nichtbedeutend. Elleubogengelenk kann etwa bis zu einem Winkel von75° gebeugt werden, alle andern Gelenke frei.

9 Monate.

206.

ti. Z., vom 3. Posenscben Infan-terie-Regiment No. 58, verwundetam 4. August 1870 bei Weissenburg:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang an der Aussen-, Aus-gang an derllinterseite. Splitterung.

Entfernung der losen Splitter, Schienenverband; Eiterung gering,Allgemeinbefinden befriedigend. Ende September 1870: Bruch festverheilt, starke Kallusmassen. Ausgangswunde verheilt, Eingangs-wunde eitert noch sehr wenig. Armbäder, Karbolcharpie. AnfangJanuar 1871: Eingangswunde verheilt. Entlassen. ReichlicheKallusmassen. Muskelschwund. Ellenbogengelenk wird gebeugtgehalten, Streckung wegen Spannung des zweiköpfigen Muskelsnicht möglich. Schulter-, Hand- und Fingergelenke frei.

5 Monate.