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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
885
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

885

1

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

197.

E. S., vom 2. Westfälischen In-fanterie-Regiment No. 15 (PrinzFriedrich der Niederlande), ver-wundet am 14. August 1870 beiColombeyNouilly: Gewehrschuss-bruch des rechten Überarms. Ein-gang vorn, Ausgang hinten. Splitte-rung.

Eiterung gering; Drahtschienen; Verlauf günstig. Im September1870: Entfernung von Splittern, darauf sehr reichliche Eiterung.Im späteren Verlaufe bei massiger Eiterung Gypsverband, starkeEntzündung' und Anschwellung. Gypsverband 5 Tage später wiederentfernt. Am 10. Oktober: zwei ausgedehnte Einschnitte entleerenreichliche Eitermengen, darauf fortschreitende Heilung. Am19. November: feste Vereinigung, Elektrizität, Armbäder. Am15. Februar 1871: Entlassung. Keine Verkürzung.

6 Monate.

198.

F. S., vom 1. HannoverschenInfanterie-Regiment No. 74, ver-wundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewehrschuss in denlinken Oberarm, gleichzeitig Streif-schuss an die linke Brustseite. Sehrstarke Splitterung.

Amputation verweigert, Kissenlagerung. Eiterung reichlich undübelriechend; Umschläge und Ausspritzungen mit Kali hypermangan.Senkung bis zur inneren Seite des Ellenbogens. Zahlreiche Ein-schnitte und wiederholte Entfernung von Splittern, langsam vor-schreitende Besserung. Ende Oktober 1870: Bruch fest verheilt,Hand gelähmt, Brustwunde nahezu verheilt. Januar 1871: Arm-wunden geschlossen, Lähmung der Strecker des Vorderarms. NachHannover behufs Anwendung des konstanten Stroms übergeführt.Schwund der Muskulatur.

4 Monate.

199.

F. 8.| vom Sächsischen 5. In-fanterie-Regiment (Prinz FriedrichAugust) No. 104, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Eingang vorn in derMitte, zwei Ausgangsöffnungen hin-ten, an der Aussen- und Innenseite.

In Privatpflege Schienen, dann gefensterter Gypsverband. März1871: Bruch fest verheilt, Eingangsöffuung geschlossen, Ausgangs-wunden eitern wenig. Ankunft in Leipzig behufs Invalidisirung.Eingangswundc bricht wieder auf, stärkere Eiterung, Fieber, Eiter-senkungeu, häufige Einschnitte. Mehrere Fisteln führen auf rauhenKnochen und stehen unter einander in Verbindung. Ausspülungenmit Karbollösung. Oktober 1871: Sequester noch ungelöst, geringeEiterung der Fisteln« Bewegung im Schultergelenk frei, Beugungim Ellenbogengelenk bis zum rechten Winkel, Streckung bis zueinem massig stumpfen Winkel möglich.

15 Monate.

200.

J. T., vom 1. NiederschlesischenInfanterie-Regiment No. 46, ver-wundet am (i. August 1870 beiWörth: Zerschmetterung des rech-ten Oberarms; gleichzeitig Gewehr-schuss durch die linke Handwurzeldurch dieselbe Kugel.

Schwellung und Eiterung erheblich, Abnahme nach 3 Wochen.Gefensterter Gypsverband; häufig Entfernung von Splittern, keineernsteren Störungen. Ende Oktober 1870 feste Vereinigung,Knochen verkürzt; Wunde an der Hand, nach Abstossung einigerKnochenstücke, mit beweglicher Narbe verheilt. Anfang 1871bilden sich 5 Fisteln am Oberarm, welche auf rauhen Knochenführen und wenig eitern. Im Juni 1871 entlassen. 2 cm Verkürzung.Beträchtliche Abmagerung. Zeitig gänzlich erwerbsunfähig.

10 Monate.

201.

<

A. T., vom Garde-Schützen-Ba-taillon, verwundet am 18. August1870 bei Gravelotte: Gewehrschuss-Sbruch des rechten Oberarms. Ein-gang vorn nahe am Aussenrandedes zweiköpfigen Muskels, kein Aus-gang. Starke Splitterung.

19. August 1870: Entfernung mehrerer loser Splitter, Schienen-verband. Ueberführung nach Bonn. Eiterung sehr reichlich;Lagerung auf Armkissen, täglich mehrmaliger Verbandwechsel,Ausspülungen mit Karbollösung. 16. September: Eiterung gering;Entfernung mehrerer Sequester und der in zwei Stücke getheilteuKugel. Allgemeinbefinden gut, genügende Kallusbildung. 10. No-vember: Bruch fest verheilt, Wunde geschlossen, Tragetuch. Unter-brochener Strom erfolglos angewandt. Am 21. Dezember entlassen.

4 Monate.

202.

K. W., vom 1. ThüringischenInfanterie-Regiment No. 31, ver-wundet am 30. August 1870 beiBeaumont: Gewehrsehussbruch desrechten Oberarms. Eingangsöffnungan der Aussenseite von etwa 12 mmDurchmesser, Ausgangsöffnung ander Innenseite in der Gefässfurehe,5 cm lang, 1 /a cm breit, mit zer-rissenen Rändern. Keine wesent-liche Blutung.

Lagerung im Drahtkorb. Schwellung massig, Absonderungjauchig, hohes Fieber; häufige Entfernung von Splittern. AnfangOktober 1870 noch keine Kallusbildung nachweisbar, Bruchendenauseinander gewichen, drängen sich keilförmig gegen die Haut ander Innenseite des Armes. Mitte Oktober Nachlass der Eiterung,Verkleinerung der Wunden, Schienenverband. Mitte NovemberBruchstelle nahezu vereinigt, Tragetuch. Eiterung dauert ingeringem Maasse fort, zeitweise Abstossung kleiner Splitter. ImJuni 1871 entlassen. Feste Vereinigung.

10 Monate.