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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
883
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

883

LaufendeNo.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

187.

K. R., vom Leib-Grenadier-Regi-ment (1. Brandenburgisches) No. 8,verwundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Gewehrschuss in denlinken Oberarm. Schrägbruch inder Mitte ohne wesentliche Splitte-rung.

Am 8. August 1870: Gypsverband, der gut vertragen wird.Ueberführung nach Berlin Anfang September; Granulationenwuchern aus den Fenstern des Verbandes heraus, Drahtschienen.Eiterung gering, Karbolöl; Allgemeinbefinden gut. Ende Oktober:starke Ka-llusmassen, Bruch fest verheilt. Umgebung der Wundenentzündet sich wieder, Zunahme der Schwellung, reichliche übel-riechende Eiterung; Breiumschläge. Ende Oktober und AnfangNovember: Eiterverhaltuug, Einschnitte, Entfernung vieler Splitterund Stücke des Kallus. Von da ab günstiger Verlauf, Wundenverheilt. Am 14. Dezember 1870: Entlassung.

4 1 2 Monate.

188.

J. Seh., vom 2. Nassauischen In-fanterie-Regiment No. 88, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Schussbruch des linken Oberarmsdurch Granatsplitter. Sehr bedeu-tender Substanzverlust im drei-köpfigen Muskel.

Gypsverband mit grossem Fenster; Verlauf günstig. Am 15. Ok-tober 1870: Gypsverband erneuert; Wunden nahezu verheilt. Am25. Oktober: feste Vereinigung durch massigen Kallus, starke Ver-schiebung der Ih'uchendeu und Verkürzung, geringe Eiterung ausder Wundfistel. Im Dezember stossen sich wiederholt Sequester ab;Wunde verheilt. Mitte Januar 1871: Ueberführung nach Stettin.Erhebliche Verkürzung. Muskulatur stark abgemagert. Ellenbogen-gelenk steif.

4 7-' Monate.

189.

B. S., vom Sächsischen 2. Jäger-Bataillon No. 13, verwundet am1. September 1870 bei Sedan: (ie-wehrschussbruch des rechten Ober-arms. Eingangsöffnung von etwa1'/-' cm im Durchmesser am äusserenRande des zweiköpfigen Muskels,Ausgangsöffnung von 2 cm im Durch-messer in gleicher Höhe nach innen

von der Gefässiurche.

Schwellung und Eiterung sehr bedeutend, 2 cm unter der Aus-gangsöffnung niuss eingeschnitten werden. Lagerung auf Kissen,Fieber massig, Am 21. September 1870: Schwellung fast ganz be-seitigt, Blechschienen. Anfang Oktober: Zunahme von Eiterung undFieber, am inneren Gelenkknorren üruckbrand von 2'/: ein Durch-messer; Pappschienenverband mit Fenster. Vorderarm und Handbeträchtlich geschwollen. Am 19. September hat sich die brandigeStelle abgestossen, Eiterung gering, sämmtliche Wunden in Heilungbegriffen, Kallus reichlich. 1. Februar 1871: entlassen. Feste Ver-einigung. Streckung im Ellenbogen behindert.

5 Monate.

190.

A. S., vom Magdeburgischen Kü-rassier-Regiment No. 7, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschussbruch des rech-ten Oberarms, pjingang an derAussenseite, kein Ausgang. EinfacheSplitterung.

Schieneuverband. Am 20. September 1870: Anschwellung be-seitigt, Entfernung eines grossen Splitters nach blutiger Erweiterungder Einschussöffnung, gefensterter Gypsverband und Drainage. Am20. Oktober: Gypsverband entfernt, Vereinigung des Bruches wahr-nehmbar, aber mit Verschiebung des Bruches in der Längsrich-tung, Ellenbogengelenk aktiv unbeweglich, dagegen beweglich imChloroformschlaf. Tragetuch, passive Bewegungen im Ellenbogen-gelenk. Januar 1871: Schluss der Wunde, welche Anfang Februarwieder aufbricht. Am 8. Februar wird ein Stück einer Schrapnel-kugel entfernt, darauf Heilung. Beträchtliche Verkürzung. FesteVereinigung. Starke Kallusmassen. Verschiebung der Bruchenden.Muskelschwund.

7 Monate.

191.

W. S., vom 6. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 52, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingangaussen, Ausgang vorn. Keine Splitte-rung.

Am Tage der Verwundung gefensterter Gypsverband, Karbol-charpie, Heilung geht ungestört vor sich. Am 28. September 1870:feste Vereinigung, Wunden geschlossen, Elektrizität. Am 24. Ok-tober: Aufbruch der Eingangswunde, aus welcher am 27. Oktoberein Tuchfetzen ausgezogen wird. Am 3. Februar 1871: entlassen.Keine Verkürzung. Bruch fest verheilt, ohne grosse Kallusmassen.Abmagerung gering. Gebrauchsfähigkeit nahezu vollkommen er-halten, jedoch ist noch Schwäche vorhanden.

5 ! /a Monate.

111*