Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
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Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
177.
H. N, vom 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment No. 109, ver-wundet am 6. August 1870 bei Wörth:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang an der Aussen-, Aus-gang an der Innenseite. GleichzeitigeindringenderBrustschuss durch die-selbeKugel, Schussbruch der 7. linkenRippe, Kugel wurde unterhalb deslinken Schulterblattwinkels aus-geschnitten.
Gypsverband, nicht vertragen, daher Metallschieneu; Eiterungziemlich stark. Blutiger Auswurf, welcher nach einigen Tagen ab-nimmt. Luftansammlung vind flüssigerErguss im Brustfellsack werdenauffallend schnell geringer. Am unteren Schulterblattwinkel wirdaus der früheren Schnittwunde die Patronenhülse ausgezogen. EndeAugust 1870 beide Brustwunden geschlossen. Vom Oberarm stossensich mehrere Knochensplitter ab; Schienenverband; Heilung desBruches nach 7 Wochen. Eingangswunde schliesst sich, Ausgangs-wunde sehr klein, wenig eiternd. Anfang Oktober nach Deutsch-land übergeführt. Keine Verkürzung. Feste Vereinigung durchreichlichen Kallus. (Vergl. v. Beck, S. 500, No. 23.)
2 Monate.
178.
A. N, vom Hannoverschen Feld-Artillerie - Regiment No. 10, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingang amäusseren Rande des zweiköpfigenMuskels, Ausgang hinten etwastiefer. Splitterbruch.
Mit Pappschienenverband und starker Schwellung in das Feld-lazareth aufgenommen. Anlegung eines gefensterten Gypsverbandes,Ueberführung nach Mardigny. Schwellung und Schmerzen; Gyps-verband entfernt, Drahtschienen. Eiterung reichlich, Eitersenkungen,entsprechende Einschnitte, heftiges Fieber und Kräfteverfall. An-fang Oktober Besserung, Beginn der Vereinigung. Mitte Oktoberabermals massenhafte Eiterung, Abstossung vieler Splitter und derplatt geschlagenen Kugel. Besserung. Ende November 1870:Bruch fest verbeilt, Schussöffnungen eitern wenig. Anfang Dezember:Wundrose. Langsam fortschreitende Erholung. Am 22. Februar 1871entlassen. Keine Verkürzung. Sämmtliche Wunden geschlossen.Abmagerung des Arms noch beträchtlich. Vollkommen erhalteneGebrauchsfähigkeit.
6 Monate.
179.
J. P., vom Westfälischen Füsilier-Regiment No. 37, verwundet am6. August 1870 bei Spicheren:Granatschuss in den linken Ober-arm. Ausgedehnte Zermalmung derWeichtheile, Bruchenden sichtbar.
Entfernung von Splittern; sofort sehr starke Schwellung undEiterung; Stromeyer'schesKissen. SpäterAbschwellung und allmäligeAbnahme der Eiterung, Verlauf ungestört. Am 30. November 1870:Bruch fast verheilt, Wunden geschlossen; P. hat den Arm schonlängere Zeit mit stetig wachsendem Erfolge geübt. Entlassen.Vollkommen erhaltene Gebrauchsfähigkeit.
4 Monate.
180.
II. P., vom Holsteinschen In-fanterie-Regiment No. 85, verwundetam 3. Dezember 1870 bei Orleans:Gewehrschussbruch des rechtenOberarms. Unbedeutende Splitte-rn ng.
Verlauf in Etampes günstig. Am 16. Dezember 1870: Gyps-verband und Ueberführung nach Wiesbaden; ausgedehnter Druck-brand. Feststellender Verband nunmehr unmöglich, Verschiebungder Bruchenden. Reichlicher Kallus und feste Vereinigung inSchiefstellung. Abstossung mehrerer kleiner Splitter. Ende April1871: mit geheilten Wunden entlassen. Erhebliche Verkürzung.Sehr herabgesetzte Gebrauchsfähigkeit.
5 Monate.
181.
K. P., vom 3. Hannoverschen In-fanterie-Regiment No. 79, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Splitterbruch des rechtenOberarms durch Gewehrschuss. Ein-gang vorn aussen, Ausgang hinteninnen.
Schienenverband. Eiterung bald beträchtlich; Ausspülung mitKali hypermang. Mitte September 1870: nach Hildesheim über-geführt, wo bereits Vereinigung der Bruchenden nachweisbar ist.Eiterung gering, Oelcharpie. Akuter Luftröhrenkatarrh; ab undzu stossen sich kleine Knochenstückchen ab. Ende Oktober 1870:Wunden vernarbt, geheilt entlassen. Feste Vereinigung.
2'/i Monate.
SaniUta-Bericht Über die DeoUchM Heere 1870/71. III. Iid. Spez. Theil.
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