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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Bandlll. Spez. Theil.
LaufendeNo.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
172.
E. K., vom 5. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 48, ver-wundet am 6. August 1870 beiSpicheren: Splitterbruch des rechtenOberarms. Eingang vorn, Ausganghinten.
Zuerst Schienen, dann gefensterter Gypsverband, häufige Ent-fernung loser Knochensplitter, auch die Kugel wird durch einenEinschnitt an der Rückseite entfernt. Anfang Dezember 1870: mitverheiltem Bruch bei bestehender Eiterung nach Küstrin überge-führt; mehrere Fisteln. Eiterung hält an, es entstehen noch fünfFisteln, welche auf den Knochen führen. Aus ihnen eitern nachund nach etwa zehn grössere und viele kleine Knochensplitter aus.Am 20. April 1872: entlassen. Keine Verkürzung. Bruch fest ver-heilt. Sechs eingezogene, zum Theil mit Knochen und Muskelnverwachsene Narben. Eine wenig eiternde Fistel. Arm und Handsehr abgemagert. Bewegung im Schulter- und Ellenbogengelenkfast aufgehoben, in den Hand- und Fingergelenken vermindert.Lähmungsartige Schwäche des ganzen Arms. Zeitig einfach ver-stümmelt und unfähig zur Anstellung im Zivildienst.
21 Monate.
173.
K. K., vom 2. Badischen Grena-dier - Regiment Kaiser WilhelmNo. HO, verwundet am 26. Januar1871: Gewehrschussbruch des linkenOberarms. Eingang vorn aussen,Ausgang hinten. Splitterung gering.
Am 28. Januar 1871: gefensterter Gypsverband; am 30. Januarnach Döle übergeführt. Schwellung und Eiterung massig, zeit-weise Abstossung von Knochenstücken. Feste Vereinigung derBruchenden durch genügenden Kallus, Dessault'scher Verband. ImMärz 1871 sind beide Wunden verheilt. K. wird in die Heimathbeurlaubt. Keine Verkürzung. Sämmtliche Bewegungen passivleicht ausführbar, aktiv nur unter grosser Anstrengung. (Vergl.v. Beck, S. 656, No. 6.)
2 Monate.
174.
W. L., vom Kaiser AlexanderGarde-Grenadier-Regiment No. 1,verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Gewehrschussbruchdes rechten Oberarms. GleichzeitigSchuss durch die rechte Hand, denrechten Unterschenkel, Streifschussan die Bauchdecken.
Wegen Eiterung waren mehrfache Einschnitte am Oberarm noth-wendig, eine eiternde Fistel blieb an der hinteren Seite bestehen;dieselbe führte 1884 noch auf den erkrankten Knochen, an welchemsich ein abgestorbenes Knochenstück befand. Feste Vereinigung.7 tief eingezogene verwachsene Narben am Oberarm. HeftigeSchmerzen. Der Zustand des Arms ist dem Verluste desselbengleich zu achten. (Vergl. Socin, S. 123, No. 15.)
175.
A. M., vom Kaiser AlexanderGarde-Grenadier-Regiment No. 1,verwundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Splitterbruch des linkenOberarms durch Gewehrschuss.
Kissenlagerung, nach Beseitigung der Schwellung Pappschienen,später Gypsverband. Im Laufe der Zeit werden viele kleine und28 grosse Knochensplitter entfernt. Im März 1871 stösst sich ein2 cm langer Sequester ab, darauf heilen die Wunden rasch zu. ImMai entlassen.
Im Jahre 1872 bricht eine Narbe wieder auf und es entleert sichein Bleistückchen. Erhebliche Verkürzung. Feste Vereinigung.Abmagerung des ganzen Arms. Gebrauchsfähigkeit des ganzenArms fast völlig aufgehoben.
8 Monate.
176.
J. M., vom 2. Posenschen Infan-terie-Regiment No. 19, verwundetam 20. Januar 1871: Schrägbruchdes linken Oberarms mit erheblicherSplitterung durch Gewehrschuss.
Gypsverband auf dem Hauptverbandplatz angelegt, muss am24. Januar 1871 wegen Schwellung und oberflächlichen Haut-brandes entfernt werden. Kissenlagerung. Am 26. Januar: Wund-rose mit hohem Fieber und Delirien, Verschiebung der Bruchenden;das eine hat die Haut des Oberarms durchbohrt und wird abgesägt.Am 5. Februar Entfernung mehrerer Splitter, Pappschienenverband.Mitte März grosse Kallusmassen wahrnehmbar, Druck derselben aufNerven und Gefässe. Anschwellung des Vorderarms und der Hand,Taubheit, Lähmung des 3. und 4. Fingers. Beide Wunden schliessensich und brechen wiederholt auf, langwierige Eiterung, die Wundenbleiben offen. Am 28. April 1872 entlassen. Feste Vereinigung.Sehr reichliche Kallusmassen. Starke Abmagerung des ganzenArms. Fisteln. Lähmung des 3. und 4. Fingers. Bewegungenim Schulter- und Ellenbogengelenk sehr behindert.
27 Monate.